Aktualisiert:

Wo befindet sich der größte Teil der Darmmikrobiota?

Der größte Teil der Darmmikrobiota befindet sich im Dickdarm, wo wenig Sauerstoff, eine langsame Passage und unverdauliche Ballaststoffe günstige Bedingungen schaffen. Auch Mund, Magen und Dünndarm beherbergen Mikroorganismen, jedoch in deutlich geringerer Dichte. Dieser Artikel erklärt die Verteilung entlang des Verdauungstrakts, die Aufgaben von Darmbakterien, Grenzen von Stuhltests und häufige Fragen zu Probiotika und sogenannten schlechten Bakterien.
Where is most of our gut microbiota found

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

Kurzantwort: Der größte Teil der Darmmikrobiota befindet sich im Dickdarm, insbesondere im Kolon. Dort ist die mikrobielle Dichte deutlich höher als im Magen und Dünndarm. Sauerstoffarme Bedingungen, eine langsamere Darmpassage und unverdauliche Bestandteile aus der Nahrung bieten vielen Mikroorganismen geeignete Lebensbedingungen.

Mikroorganismen leben zwar entlang des gesamten Verdauungstrakts – von der Mundhöhle bis zum Enddarm –, doch ihre Anzahl und Zusammensetzung unterscheiden sich je nach Abschnitt. Dieses Wissen hilft, Darmmikrobiom-Tests richtig einzuordnen: Eine Stuhlprobe bildet vor allem die Mikroorganismen im unteren Darm ab und ist kein vollständiges Abbild jeder Region des Verdauungstrakts.


Entdecken Sie den Mikrobiom-Test

ISO-zertifiziertes EU-Labor • Proben bleiben während des Transports stabil • DSGVO-konforme Daten

Mikrobiom Test-kit

Was bedeutet Darmmikrobiota?

Mit Darmmikrobiota ist die Gemeinschaft von Mikroorganismen gemeint, die im Magen-Darm-Trakt lebt. Dazu zählen vor allem Bakterien, aber auch Archaeen, Viren, Pilze und andere Mikroben. Der Begriff Darmmikrobiom wird häufig ähnlich verwendet; streng genommen beschreibt er eher die Gesamtheit der Mikroorganismen und ihrer genetischen Funktionen.

Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota ist von Mensch zu Mensch verschieden. Unter anderem können Ernährung, Alter, Medikamente, Stress, Umwelt, Lebensstil und die individuelle Vorgeschichte eine Rolle spielen. Deshalb gibt es nicht die eine ideale Zusammensetzung, die für alle Menschen gleichermaßen gilt.


Sehen Sie sich Beispielempfehlungen der InnerBuddies-Plattform an.

Sehen Sie sich die Empfehlungen der InnerBuddies-Plattform für Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungstagebuch und Rezepte an, die auf Basis Ihres Darmmikrobiomtests generiert werden können.

Beispielempfehlungen ansehen

Wo leben die meisten Mikroorganismen im Verdauungstrakt?

Mundhöhle

Die Mundhöhle besitzt ein eigenes, artenreiches Mikrobiom. Gattungen wie Streptococcus, Actinomyces und Veillonella kommen dort häufig vor. Speichel, Nahrung, Enzyme und der lokale pH-Wert beeinflussen, welche Mikroorganismen sich halten können. Das orale Mikrobiom ist jedoch nicht mit dem Darmmikrobiom gleichzusetzen.

Magen

Die Magensäure begrenzt die Zahl der Mikroorganismen im Magen. Einige säuretolerante Bakterien können dort dennoch vorkommen. Helicobacter pylori ist ein bekanntes Beispiel; sein Nachweis und seine Bedeutung sollten ärztlich beurteilt werden und lassen sich nicht aus einem gewöhnlichen Darmmikrobiom-Test ableiten.

Dünndarm

Der Dünndarm umfasst Duodenum, Jejunum und Ileum. Hier werden die meisten Nährstoffe aufgenommen. Galle, Verdauungsenzyme, Sauerstoff, die Darmbewegung und die vergleichsweise kurze Verweildauer begrenzen die mikrobielle Dichte. In Richtung Ileum nimmt sie im Allgemeinen zu, bleibt aber meist deutlich niedriger als im Dickdarm.

Dickdarm und Kolon

Der Dickdarm ist das wichtigste Reservoir der Darmmikrobiota. Dort bewegen sich große Mengen an Darminhalt langsamer weiter. Gleichzeitig stehen unverdauliche Kohlenhydrate und Ballaststoffe zur Verfügung, die von Mikroorganismen fermentiert werden können. Die sauerstoffarme Umgebung begünstigt viele anaerobe Bakterien, darunter Vertreter der Gattungen Bacteroides, Faecalibacterium, Roseburia und Ruminococcus.

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

In wissenschaftlichen Beschreibungen werden für den Dickdarm häufig Größenordnungen von etwa 1011 bis 1012 Mikroorganismen pro Gramm Darminhalt genannt. Solche Werte sind Näherungen und können je nach Messmethode, Probenmaterial und Person variieren.

Warum ist der Dickdarm so dicht besiedelt?

  • Wenig Sauerstoff: Viele Darmbakterien bevorzugen oder benötigen sauerstoffarme Bedingungen.
  • Langsamere Passage: Mikroorganismen haben mehr Zeit, sich an der Darmschleimhaut oder im Darminhalt zu halten.
  • Verfügbare Ballaststoffe: Nicht vollständig verdaute Kohlenhydrate dienen zahlreichen Bakterien als Substrat.
  • Geeignete chemische Bedingungen: pH-Wert, Feuchtigkeit und Nährstoffangebot unterscheiden sich vom Magen deutlich.

Bei der Fermentation von Ballaststoffen entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat. Diese Stoffe stehen mit der Energieversorgung von Darmzellen und verschiedenen lokalen Signalprozessen in Verbindung. Die genaue Wirkung hängt jedoch von der individuellen Mikrobiota, der Ernährung und weiteren Faktoren ab.

Welche Aufgaben haben Darmbakterien?

Darmbakterien können unverdauliche Bestandteile der Nahrung verarbeiten, an der Bildung bestimmter Stoffwechselprodukte beteiligt sein und mit der Darmschleimhaut sowie dem Immunsystem interagieren. Einige Mikroorganismen tragen außerdem zur Bildung von Vitamin K oder bestimmten B-Vitaminen bei. Die tatsächlich verfügbare Menge dieser Vitamine hängt jedoch nicht allein von den Darmbakterien ab.

Eine vielfältige, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen kann die mikrobielle Vielfalt unterstützen. Eine einzelne Lebensmittelgruppe, ein Supplement oder ein Probiotikum garantiert jedoch keine bestimmte Veränderung des Darmmikrobioms.


Werde Mitglied der InnerBuddies-Community

Führen Sie alle paar Monate einen Darmmikrobiomtest durch und verfolgen Sie Ihre Fortschritte, während Sie unsere Empfehlungen umsetzen

Schließe eine InnerBuddies-Mitgliedschaft ab

Was zeigt ein Darmmikrobiom-Test?

Ein stuhlbasiertes Darmmikrobiom-Test kann bestimmte mikrobielle DNA-Signale oder Mikroorganismen in einer Probe erfassen. Das InnerBuddies Darmflora-Testkit arbeitet mit einer Stuhlprobe und kann Informationen über die dabei erfasste mikrobielle Zusammensetzung liefern.

Wichtig ist die richtige Einordnung: Eine Stuhlprobe spiegelt überwiegend das Mikrobiom des Darminhalts im unteren Darm wider. Sie zeigt nicht direkt, welche Mikroorganismen an der Schleimhaut sitzen, und liefert kein vollständiges Bild des Magens oder Dünndarms. Testergebnisse sind außerdem keine Diagnose und sollten bei Beschwerden nicht die ärztliche Abklärung ersetzen.

Methoden wie die Analyse von 16S-rRNA-Genen oder die Shotgun-Metagenomik unterscheiden sich in Ziel, Aussagekraft und Auswertung. Ergebnisse können auch durch Ernährung, Medikamente, kürzlich durchgemachte Erkrankungen und den Zeitpunkt der Probenentnahme beeinflusst werden.

Häufige Fragen zur Darmmikrobiota

Welche Arten von Darmbakterien gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten und Stämme. Häufig diskutierte Gruppen gehören unter anderem zu den Phyla Firmicutes, Bacteroidetes, Actinobacteria, Proteobacteria und Verrucomicrobia. Beispiele für Gattungen sind Bacteroides, Bifidobacterium, Faecalibacterium, Roseburia und Lactobacillus. Die Bedeutung eines Bakteriums lässt sich nicht allein aus seinem Namen ableiten; Stamm, Menge und das gesamte Ökosystem sind ebenfalls wichtig.

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

Welche fünf Probiotika sind die besten?

Ein allgemein bestes Probiotikum gibt es nicht. Die Datenlage hängt vom konkreten Stamm, der Dosierung, dem Produkt und dem jeweiligen Ziel ab. Häufig untersuchte Beispiele sind Lactobacillus rhamnosus GG, Saccharomyces boulardii, Bifidobacterium animalis subsp. lactis, Lactiplantibacillus plantarum und Escherichia coli Nissle 1917. Diese Beispiele sind keine pauschale Empfehlung. Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, geschwächtem Immunsystem oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte die Auswahl mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson besprochen werden.

Wie heißen die schlechten Darmbakterien?

Der Ausdruck schlechte Darmbakterien ist medizinisch zu ungenau. Manche Mikroorganismen können unter bestimmten Umständen Krankheitserreger sein, während andere als opportunistisch bezeichnet werden, wenn sie bei einem gestörten Gleichgewicht oder in einem ungeeigneten Körperbereich Probleme verursachen können. Ein einzelnes Bakterium in einer Stuhlprobe beweist daher weder eine Erkrankung noch ein Ungleichgewicht.

Welche vier Bakterienformen gibt es?

Nach ihrer äußeren Form werden Bakterien häufig als Kokken (kugelförmig), Stäbchen, Vibrionen (kommaförmig) oder Spirillen beziehungsweise Spirochäten (spiralförmig) beschrieben. Diese Einteilung sagt wenig darüber aus, ob ein Bakterium nützlich, neutral oder potenziell krankmachend ist.

Was unterstützt die Darmgesundheit im Alltag?

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen regelmäßig und verträglich in den Speiseplan einbauen.
  • Ausreichend trinken und Mahlzeiten möglichst abwechslungsreich gestalten.
  • Bewegung, Schlaf und Stressregulation als Bestandteile eines gesunden Lebensstils berücksichtigen.
  • Antibiotika und andere Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung einnehmen und nicht eigenständig absetzen.

Bei anhaltenden, starken oder zunehmenden Beschwerden wie Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust, Fieber, starken Schmerzen oder länger andauerndem Durchfall ist eine medizinische Abklärung wichtig. Auch ein Mikrobiom-Test kann eine solche Untersuchung nicht ersetzen.

Zurück zum Die neuesten Nachrichten zur Gesundheit des Darmmikrobioms