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Wie ernähren sich Bakterien? Nahrung der Mikrobiota

Wie ernähren sich Bakterien? Je nach Art nutzen sie organische Stoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette oder anorganische Quellen. In der Darmmikrobiota spielen vor allem Ballaststoffe, resistente Stärke und teilweise Schleimstoffe eine Rolle. Der Artikel erklärt die wichtigsten Stoffwechseltypen, die Entstehung kurzkettiger Fettsäuren und wie eine abwechslungsreiche Ernährung die mikrobielle Vielfalt im Darm unterstützen kann.
How does the microbiota feed itself

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Kurz gesagt: Wie sich Bakterien ernähren, hängt von ihrer Art und ihrem Stoffwechsel ab. Viele Bakterien nutzen organische Stoffe wie Zucker, Ballaststoffe, Aminosäuren oder Fette. Andere gewinnen Kohlenstoff aus Kohlendioxid und Energie aus Licht oder chemischen Reaktionen. In der Darmmikrobiota sind vor allem unverdauliche Ballaststoffe und resistente Stärke wichtige Substrate, die bestimmte Mikroorganismen zu kurzkettigen Fettsäuren umsetzen.

Das Verständnis dieser Energiequellen hilft dabei, die Ernährung der Darmmikrobiota einzuordnen. Es bedeutet jedoch nicht, dass ein einzelnes Lebensmittel oder ein bestimmtes Bakterium bei allen Menschen dieselbe Wirkung hat.

Was ist die Nahrung von Bakterien?

Als Nahrung werden bei Bakterien meist Substrate bezeichnet. Das sind Stoffe, die sie als Kohlenstoffquelle, Energiequelle oder für den Aufbau ihrer Zellbestandteile verwenden. Dazu zählen unter anderem:


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  • Kohlenhydrate und andere organische Verbindungen
  • Proteine und Aminosäuren
  • Fette und Fettsäuren
  • Kohlendioxid, Wasserstoff und bestimmte anorganische Salze

Welche Substrate genutzt werden, ist artspezifisch. Manche Bakterien können komplexe Moleküle mit Enzymen aufspalten, während andere nur kleine Moleküle aus ihrer Umgebung aufnehmen. Im menschlichen Darm gelangen insbesondere unverdauliche Bestandteile der Nahrung in den Dickdarm. Dort stehen sie bestimmten Darmbakterien als Substrate zur Verfügung.

Wie ernähren sich Bakterien genau?

Bakterien nehmen gelöste Nährstoffe über Transportproteine in ihrer Zellmembran auf. Komplexe Kohlenhydrate können zunächst durch bakterielle Enzyme in kleinere Bestandteile zerlegt werden. Bei der anschließenden Fermentation gewinnen viele Darmbakterien Energie in Form von ATP. Dabei entstehen unter anderem Acetat, Propionat und Butyrat. Diese kurzkettigen Fettsäuren werden von verschiedenen Zellen im Darm genutzt und sind ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels im Dickdarm.


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Bakterien brauchen zum Leben außerdem Wasser, geeignete Nährstoffe, eine passende Temperatur und chemische Bedingungen wie einen bestimmten Sauerstoffgehalt oder pH-Wert. Diese Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bakterienart. Viele typische Darmbakterien sind an eine sauerstoffarme Umgebung angepasst.

Welche Ernährungsformen haben Bakterien?

Die Ernährungsformen von Bakterien lassen sich nach ihrer Kohlenstoff- und Energiequelle beschreiben. Die Begriffe überschneiden sich teilweise, weil ein Bakterium sowohl nach seiner Kohlenstoffquelle als auch nach seiner Art der Energiegewinnung eingeordnet werden kann.

Heterotrophe Bakterien

Heterotrophe Bakterien beziehen ihren Kohlenstoff aus organischen Verbindungen. Dazu gehören beispielsweise Zucker, Aminosäuren und Fettsäuren. Viele Bakterien der Darmmikrobiota sind chemoheterotroph: Sie nutzen organische Substrate und gewinnen Energie aus chemischen Reaktionen. Einige können Ballaststoffe oder resistente Stärke fermentieren.

Autotrophe Bakterien

Autotrophe Bakterien verwenden Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle. Ihre Energie kann aus Licht oder aus chemischen Reaktionen mit anorganischen Stoffen stammen. Solche Bakterien sind beispielsweise in Böden, Gewässern und besonderen Lebensräumen verbreitet. Sie sind für die menschliche Darmmikrobiota weniger typisch als heterotrophe Bakterien.

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Chemotrophe Bakterien

Chemotrophe Bakterien gewinnen Energie aus chemischen Reaktionen. Chemoheterotrophe Arten nutzen dabei organische Stoffe, während chemoautotrophe Arten anorganische Substrate wie Wasserstoff, Schwefelverbindungen oder Ammoniak verwerten können. Diese Einteilung beschreibt vor allem die Energiegewinnung und ist deshalb von der Einteilung in heterotroph und autotroph zu unterscheiden.

Welche Nahrung nutzt die Darmmikrobiota?

Im Darm stehen den Mikroorganismen unterschiedliche Substrate zur Verfügung. Besonders relevant sind:

  • Ballaststoffe: Zellulose, Pektin, Inulin und andere pflanzliche Fasern können von bestimmten Bakterien abgebaut oder weiterverarbeitet werden.
  • Resistente Stärke: Sie wird im Dünndarm nicht vollständig verdaut und kann im Dickdarm fermentiert werden.
  • Einfachere Kohlenhydrate: Manche Bakterien nutzen Zucker und Oligosaccharide, darunter Fructooligosaccharide und Galactooligosaccharide.
  • Proteine und Aminosäuren: Sie können ebenfalls als Substrate dienen, insbesondere wenn weniger Kohlenhydrate verfügbar sind.
  • Muzine: Bestimmte Bakterien nutzen Bestandteile der Schleimschicht im Darm. Dies ist ein natürlicher Prozess, der nicht automatisch eine positive oder negative Wirkung bedeutet.

Beispiele aus der Forschung zeigen, dass verschiedene Bakterien unterschiedliche Vorlieben haben: Bifidobakterien können bestimmte Oligosaccharide verwerten, während Arten aus den Gattungen Roseburia und Ruminococcus an der Verarbeitung pflanzlicher Kohlenhydrate beteiligt sein können. Akkermansia muciniphila kann Bestandteile von Muzinen nutzen. Solche Beispiele beschreiben Stoffwechselmöglichkeiten und erlauben keine direkte Aussage über den individuellen Gesundheitszustand.

Was bedeutet die Ernährung der Mikrobiota für die eigene Ernährung?

Die Lebensmittel, die den Dünndarm weitgehend unverändert passieren, können die Zusammensetzung und Aktivität der Darmmikrobiota beeinflussen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln liefert unterschiedliche Ballaststoffe und kann dadurch verschiedene mikrobielle Stoffwechselwege unterstützen.


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Praktische Quellen sind beispielsweise:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Gemüse, Obst und Nüsse
  • Zwiebeln, Knoblauch und andere ballaststoffreiche Pflanzen
  • gekochte und abgekühlte Kartoffeln, Reis oder andere stärkehaltige Lebensmittel als mögliche Quelle resistenter Stärke

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine schrittweise Steigerung der Ballaststoffmenge können sinnvoll sein, da eine plötzliche Umstellung bei manchen Menschen vorübergehend Blähungen oder andere Beschwerden auslösen kann. Bei anhaltenden, starken oder sich verschlechternden Verdauungsbeschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Eine Ernährung mit wenig Ballaststoffen und einem hohen Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel bietet möglicherweise weniger Substrate für die Fermentation pflanzlicher Fasern. Gleichzeitig ist die Wirkung der Ernährung individuell und hängt unter anderem von vorhandenen Bakterien, Lebensstil und Gesundheitszustand ab.

Häufige Fragen zur Ernährung von Bakterien

Wie ernährt sich eine Bakterie?

Eine einzelne Bakterienzelle nimmt gelöste Moleküle aus ihrer Umgebung über die Zellmembran auf. Je nach Art kann sie diese Stoffe direkt nutzen oder zunächst größere Moleküle mit Enzymen spalten. Energie wird anschließend beispielsweise durch Atmung oder Fermentation gewonnen.

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Was ist die Ernährung von Bakterien?

Bakterien können organische Substrate wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette oder anorganische Stoffe wie Kohlendioxid und bestimmte Salze nutzen. Die konkrete Nahrung hängt von der Bakterienart und den Bedingungen ihrer Umgebung ab.

Was brauchen Bakterien zum Leben?

Sie benötigen Wasser, eine geeignete Energie- und Kohlenstoffquelle sowie passende Umweltbedingungen. Dazu gehören je nach Art Temperatur, pH-Wert, Salzgehalt und die Verfügbarkeit oder Abwesenheit von Sauerstoff.

Welche Bakterien verursachen Hautausschlag?

Hautausschlag kann viele verschiedene Ursachen haben, darunter Infektionen, Allergien oder andere Hauterkrankungen. Aus der Ernährung der Darmbakterien lässt sich nicht ableiten, welches Bakterium einen Hautausschlag verursacht. Bei neuem, starkem oder sich ausbreitendem Ausschlag sollte eine medizinische Fachperson die Ursache abklären.

Das Wichtigste im Überblick

  1. Bakterien nutzen je nach Art organische oder anorganische Substrate.
  2. Viele Darmbakterien verwerten Ballaststoffe und resistente Stärke durch Fermentation.
  3. Dabei können kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat entstehen.
  4. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung kann die Vielfalt verfügbarer Substrate erhöhen, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beratung.

Ein Mikrobiomtest kann bestimmte mikrobielle Merkmale erfassen. Die Ergebnisse sind jedoch keine Diagnose und sollten bei gesundheitlichen Fragen fachlich eingeordnet werden.

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