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Was sind Eubakterien? Arten und Bedeutung für den Darm

Eubakterien sind Bakterien aus der Domäne Bacteria; der Begriff wird außerdem häufig für die Gattung Eubacterium verwendet. Viele ihrer Vertreter leben im Darm und bauen Ballaststoffe ab, wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen können. Der Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe, Eubacterium-Arten wie E. rectale, die vier grundlegenden Bakterienformen und wie eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung das Darmmikrobiom unterstützen kann.
Eubacterium - a positive gut bacteria that breaks down dietary fibers

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Eubakterien sind Bakterien aus der Domäne Bacteria und damit einzellige Prokaryoten. Im Zusammenhang mit dem Darm wird der Begriff außerdem häufig für Vertreter der Gattung Eubacterium verwendet. Viele dieser Bakterien leben sauerstoffarm im Dickdarm, wo sie Bestandteile pflanzlicher Nahrung fermentieren können. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Welche Bedeutung ein einzelner Vertreter hat, lässt sich jedoch nicht allein anhand einer Stuhlprobe beurteilen.

Was sind Eubakterien?

Der Ausdruck Eubakterien kann zwei nahe beieinanderliegende, aber nicht identische Bedeutungen haben:

  • Im weiteren biologischen Sinn: Eubakterien sind die Bakterien der Domäne Bacteria. Sie unterscheiden sich von Archaeen und von eukaryotischen Zellen wie menschlichen oder pflanzlichen Zellen.
  • Im Zusammenhang mit dem Darm: Gemeint sind oft Bakterien der Gattung Eubacterium. Die wissenschaftliche Einteilung einzelner Arten wurde im Laufe der Zeit teilweise verändert, weshalb ältere und neuere Bezeichnungen voneinander abweichen können.

Viele Darmbakterien, die zu dieser Gruppe gezählt werden, sind grampositiv und wachsen bevorzugt ohne Sauerstoff. Häufig sind sie stäbchenförmig. Diese Merkmale gelten jedoch nicht als vollständige Beschreibung aller Bakterien, die umgangssprachlich als Eubakterien bezeichnet werden.


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Welche Funktion haben Eubakterien im Darm?

Einige Eubacterium-Arten können unverdauliche Kohlenhydrate und andere Bestandteile von Ballaststoffen verwerten. Bei dieser Fermentation entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat oder Butyrat. Diese Stoffwechselprodukte stehen mit verschiedenen Vorgängen im Darm in Verbindung und können von Darmzellen als Energiequelle genutzt werden.

Das bedeutet nicht, dass jedes Eubakterium automatisch gut oder schlecht ist. Die Wirkung hängt von der jeweiligen Art, dem gesamten mikrobiellen Umfeld und weiteren Faktoren ab. Ein gesundes Darmmikrobiom besteht aus vielen unterschiedlichen Mikroorganismen, nicht aus einer einzigen Bakteriengattung.


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Welche Eubacterium-Arten kommen im Darm vor?

Eubacterium rectale

Eubacterium rectale wird häufig als wichtiger Bewohner des menschlichen Dickdarms beschrieben. Die Art kann komplexe Kohlenhydrate verwerten und wird in der Forschung mit der Bildung von Butyrat in Verbindung gebracht. Wie häufig sie vorkommt, kann zwischen Personen variieren und von Ernährung, Lebensstil, Medikamenten und anderen Einflüssen abhängen.

Eubacterium isolatum

Eubacterium isolatum ist eine weitere beschriebene Art aus dieser Gattung. Sie wurde aus menschlichen Proben isoliert und gilt als anaerobes, grampositives Bakterium. Über ihre genaue Funktion im menschlichen Darm ist weniger bekannt als über manche besser untersuchten Vertreter. Eine einzelne Art sollte deshalb nicht isoliert bewertet werden.

Was bedeutet eine niedrige Eubacterium-Keimzahl?

Eine reduzierte Abundanz von Eubacterium rectale oder anderen Bakterien in einer Stuhlanalyse kann auf eine Veränderung des gemessenen Mikrobiomprofils hinweisen. Mögliche Einflussfaktoren sind beispielsweise eine ballaststoffarme Ernährung, kürzliche Medikamente, Stress, Erkrankungen oder Unterschiede bei der Probenentnahme und Messmethode.

Ein solcher Laborwert ist keine Diagnose. Für die gesundheitliche Einordnung zählen Beschwerden, Vorgeschichte, Medikamente und weitere Untersuchungen. Besprechen Sie auffällige oder unklare Ergebnisse mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson. Bei anhaltenden, starken oder zunehmenden Beschwerden sollten Sie medizinische Hilfe suchen.

Wie kann die Ernährung das Darmmikrobiom unterstützen?

Viele Darmbakterien profitieren von einer vielfältigen Zufuhr an Ballaststoffen. Eine schrittweise Umstellung kann sinnvoll sein, besonders wenn Sie bisher nur wenige Ballaststoffe essen. Trinken Sie ausreichend und achten Sie auf Ihre individuelle Verträglichkeit.

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1. Verschiedene Ballaststoffquellen einbauen

Geeignet sind zum Beispiel Hafer und andere Vollkornprodukte, Linsen und Bohnen, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen. Unterschiedliche Pflanzen liefern unterschiedliche Kohlenhydrate und unterstützen damit die Vielfalt der Ernährung.

2. Resistente Stärke berücksichtigen

Resistente Stärke kommt unter anderem in grünen Bananen, Hülsenfrüchten sowie gekochten und anschließend abgekühlten Kartoffeln oder Reis vor. Sie wird im Dünndarm nur teilweise verdaut und kann im Dickdarm von Mikroorganismen fermentiert werden. Ob und wie gut sie vertragen wird, ist individuell.

3. Präbiotische Lebensmittel langsam steigern

Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spargel und Zichorienwurzel enthalten präbiotische Kohlenhydrate wie Inulin oder Fruktane. Bei empfindlicher Verdauung können diese Lebensmittel anfangs Blähungen verursachen. Eine kleine Menge und eine langsame Steigerung sind dann oft besser geeignet als eine abrupte Änderung.

4. Insgesamt abwechslungsreich essen

Eine überwiegend wenig verarbeitete Ernährung mit pflanzlicher Vielfalt ist eine allgemeine Möglichkeit, das Darmmikrobiom zu unterstützen. Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein; sie erhöhen jedoch nicht automatisch gezielt die Menge bestimmter Eubacterium-Arten.


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Welche vier Bakterienformen gibt es?

Vereinfacht werden Bakterien nach ihrer Zellform häufig in vier Gruppen eingeteilt:

  • Kokken: kugelförmige Bakterien
  • Stäbchen: längliche, stäbchenförmige Bakterien
  • Spirillen: schrauben- oder spiralförmige Bakterien
  • Vibrionen: kommaförmige Bakterien

Diese Einteilung beschreibt die äußere Form und sagt allein noch nichts darüber aus, ob ein Bakterium nützlich, neutral oder krankheitserregend ist. Eubacterium-Vertreter werden häufig als stäbchenförmig beschrieben.

Sind alle Bakterien Prokaryoten?

Ja. Bakterien sind Prokaryoten: Ihre Zellen besitzen keinen Zellkern, der von einer Membran umgeben ist. Auch Archaeen gehören zu den Prokaryoten, bilden aber eine eigene Domäne. Eukaryoten wie Menschen, Tiere, Pflanzen und Pilze haben dagegen einen echten Zellkern. Prokaryot bedeutet daher nicht automatisch krankheitserregend oder harmlos, sondern beschreibt vor allem den Zellaufbau.

Häufige Fragen zu Eubakterien

Was sind Eubakterien?

Eubakterien sind im weiteren Sinn die Bakterien der Domäne Bacteria. Im Darmkontext wird der Begriff häufig auch für die Gattung Eubacterium verwendet. Viele ihrer Vertreter sind anaerob und können an der Fermentation von Ballaststoffen beteiligt sein.

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Ist Eubacterium gut oder schlecht für den Darm?

Viele Vertreter werden als mögliche Bestandteile eines vielfältigen Darmmikrobioms betrachtet. Eine pauschale Bewertung der gesamten Gattung ist aber nicht sinnvoll, da sich Arten und Stoffwechselaktivitäten unterscheiden.

Welche Lebensmittel füttern Eubakterien?

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und resistente Stärke können die Fermentation im Dickdarm unterstützen. Eine gezielte Zunahme einer einzelnen Bakterienart lässt sich durch ein bestimmtes Lebensmittel jedoch nicht zuverlässig versprechen.

Was sagt eine niedrige Eubacterium-Keimzahl aus?

Sie kann auf eine Veränderung des gemessenen Mikrobiomprofils hinweisen, ist aber allein keine Diagnose. Die Bedeutung sollte im Zusammenhang mit Beschwerden und der persönlichen Krankengeschichte medizinisch eingeordnet werden.

Das Wichtigste zusammengefasst

Eubakterien bezeichnet im biologischen Sinn Bakterien der Domäne Bacteria; im Darm wird häufig die Gattung Eubacterium gemeint. Arten wie E. rectale können Ballaststoffe fermentieren und dabei kurzkettige Fettsäuren bilden. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend pflanzlichen Ballaststoffen kann das Darmmikrobiom allgemein unterstützen. Einzelne Mikrobiomwerte sollten jedoch nicht ohne medizinischen Kontext interpretiert werden.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Rinninella, E. et al. (2019): What is the Healthy Gut Microbiota Composition? A Changing Ecosystem across Age, Environment, Diet, and Diseases, Microorganisms.
  • Louis, P. und Flint, H. J. (2017): Formation of propionate and butyrate by the human colonic microbiota, Environmental Microbiology.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Informationen zu Ballaststoffen.

Passend dazu: Ballaststoffe und Darmgesundheit sowie Butyrat als kurzkettige Fettsäure.

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