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Was schadet dem Mikrobiom? Ursachen und was hilft

Was schadet dem Mikrobiom? Dazu zählen unter anderem Antibiotika, eine ballaststoffarme Ernährung, chronischer Stress, wenig Schlaf und hoher Alkoholkonsum. Solche Einflüsse können die Zusammensetzung und Funktion der Darmflora vorübergehend verändern. Der Artikel erklärt die wichtigsten Zusammenhänge und zeigt, wie eine vielfältige Ernährung, Bewegung, Schlaf und ein bedachter Umgang mit Probiotika die Darmgesundheit allgemein unterstützen können.
What harms the microbiome

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Was schadet dem Mikrobiom? Vor allem Antibiotika, eine einseitige und ballaststoffarme Ernährung, anhaltender Stress, Schlafmangel sowie hoher Alkoholkonsum können die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen. Auch Infektionen und bestimmte Medikamente spielen eine Rolle. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt: Beschwerden haben oft mehrere mögliche Ursachen. Im Folgenden erfährst du, was im Darm passieren kann und welche alltagstauglichen Maßnahmen die Darmgesundheit unterstützen.

Was ist das Mikrobiom?

Das Darmmikrobiom umfasst die Gesamtheit der Mikroorganismen im Verdauungstrakt, darunter Bakterien, Archaeen, Viren und Pilze. Häufig wird auch der Begriff Darmflora verwendet, obwohl er wissenschaftlich weniger genau ist. Das Mikrobiom ist ein vielfältiges Ökosystem. Seine Zusammensetzung und Funktionen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und können sich im Laufe des Lebens verändern.


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Wenn sich das Verhältnis und die Aktivität verschiedener Mikroorganismen deutlich verändern, wird manchmal von Dysbiose gesprochen. Dieser Begriff beschreibt eine mögliche Veränderung, ist aber keine eigenständige Diagnose und erklärt Beschwerden nicht automatisch.

Welche Faktoren können dem Mikrobiom schaden?

Antibiotika und andere Medikamente

Antibiotika können bei bakteriellen Infektionen wichtig und lebensrettend sein. Sie wirken jedoch nicht nur auf die krankmachenden Bakterien, sondern können auch nützliche Darmbakterien beeinflussen. Wie stark und wie lange dieser Effekt anhält, hängt unter anderem vom Wirkstoff, der Dauer der Einnahme und individuellen Faktoren ab. Antibiotika sollten deshalb nur nach ärztlicher Verordnung und genau nach Anweisung eingenommen werden. Setze ein verordnetes Medikament nicht eigenständig ab.


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Auch andere Medikamente können die Verdauung oder das Darmmilieu beeinflussen. Ob ein Zusammenhang besteht, lässt sich bei anhaltenden Beschwerden am besten mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker klären.

Ballaststoffarme und stark verarbeitete Ernährung

Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen dienen vielen Darmbakterien als Nahrungsquelle. Eine dauerhaft geringe Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln kann daher mit einer geringeren mikrobiellen Vielfalt verbunden sein. Häufig verzehrte stark verarbeitete Lebensmittel enthalten zudem je nach Produkt viel Zucker, Salz oder ungünstige Fette. Einzelne Lebensmittel machen das Mikrobiom jedoch nicht plötzlich krank; entscheidend ist meist das Ernährungsmuster über längere Zeit.

Chronischer Stress und Schlafmangel

Die Darm-Hirn-Achse verbindet Verdauung, Nervensystem, Hormone und Immunsystem. Anhaltender Stress und zu wenig Schlaf können Verdauungsbeschwerden verstärken und möglicherweise auch das Darmmilieu beeinflussen. Die Reaktion ist individuell. Entspannung und regelmäßiger Schlaf sind deshalb sinnvolle Bestandteile eines darmfreundlichen Lebensstils, ersetzen bei psychischer oder körperlicher Belastung aber keine professionelle Unterstützung.

Alkohol

Regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum kann die Schleimhäute und die Verdauung belasten und mit Veränderungen des Darmmikrobioms in Verbindung stehen. Weniger Alkohol oder alkoholfreie Tage können allgemein sinnvoll sein. Bei problematischem Konsum ist ärztliche oder beratende Hilfe empfehlenswert.

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Infektionen und starke Belastungen für den Darm

Magen-Darm-Infektionen können die Verdauung vorübergehend verändern. Danach kann es einige Zeit dauern, bis sich die gewohnte Verträglichkeit und der Stuhlgang wieder normalisieren. Bei hohem Fieber, Blut im Stuhl, Zeichen von Austrocknung oder starken beziehungsweise zunehmenden Beschwerden solltest du zeitnah medizinische Hilfe suchen.

Was passiert bei einer Veränderung des Mikrobioms?

Nach einer Belastung können sich Häufigkeit und Vielfalt bestimmter Mikroorganismen verändern. Dadurch können sich auch mikrobielle Stoffwechselprodukte und die Verarbeitung einzelner Nahrungsbestandteile ändern. Forschung bringt solche Veränderungen mit Verdauungsbeschwerden und weiteren gesundheitlichen Zusammenhängen in Verbindung. Aus einem veränderten Mikrobiom lässt sich jedoch nicht allein auf eine bestimmte Ursache oder Krankheit schließen.

Die Erholung verläuft individuell. Nach einer Antibiotikatherapie kann sich das Mikrobiom teilweise wieder annähern, während andere Veränderungen länger bestehen bleiben können. Eine genaue Dauer lässt sich nicht allgemein vorhersagen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Eine Veränderung des Darmmikrobioms kann mit Beschwerden wie Blähungen, verändertem Stuhlgang, Durchfall oder Verstopfung einhergehen. Diese Symptome sind unspezifisch und können auch durch Infektionen, Unverträglichkeiten, Stress, Medikamente oder andere Erkrankungen entstehen. Müdigkeit, wiederkehrende Beschwerden oder neue Unverträglichkeiten sollten daher nicht vorschnell dem Mikrobiom zugeschrieben werden.


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Bei anhaltenden, starken oder wiederkehrenden Symptomen sowie bei unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, nächtlichen Beschwerden, Fieber oder starken Schmerzen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Wie kannst du dein Mikrobiom unterstützen?

1. Pflanzliche Vielfalt schrittweise erhöhen

Versuche, regelmäßig verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu essen. Geeignet sind zum Beispiel Gemüse, Obst, Hafer, Vollkorn, Linsen, Bohnen, Nüsse und Samen. Steigere die Ballaststoffmenge langsam und trinke ausreichend, besonders wenn du bisher wenig Ballaststoffe gegessen hast. Bei bestimmten Erkrankungen oder ausgeprägten Verdauungsbeschwerden kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.

2. Fermentierte Lebensmittel passend einbauen

Naturjoghurt, Kefir, milchsauer vergorenes Gemüse oder Sauerkraut können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Nicht jedes fermentierte Produkt enthält jedoch lebende Kulturen in gleicher Menge. Wähle nur Lebensmittel, die du verträgst, und betrachte sie als Ergänzung zu einer insgesamt vielfältigen Ernährung.

3. Bewegung, Schlaf und Erholung berücksichtigen

Regelmäßige, an die eigene Situation angepasste Bewegung und ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus unterstützen das allgemeine Wohlbefinden. Kurze Entspannungsübungen, Spaziergänge oder feste Pausen können helfen, den Alltag weniger belastend zu gestalten.

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4. Medikamente verantwortungsvoll anwenden

Nimm Antibiotika und andere Medikamente nur wie verordnet ein. Frage bei Unsicherheit nach, ob und wann eine Einnahme mit Nahrung oder anderen Präparaten sinnvoll ist. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht eigenständig als Ersatz für eine medizinische Behandlung eingesetzt werden.

5. Probiotika nicht pauschal bewerten

Probiotika können je nach Stamm, Produkt und Anlass unterschiedlich wirken. Sie sind kein allgemeiner Schutz vor jeder Störung des Mikrobioms und nicht für alle Menschen geeignet. Bei Vorerkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Schwangerschaft oder gleichzeitiger medizinischer Behandlung solltest du die Anwendung vorher mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson besprechen.

Wie lässt sich das Mikrobiom nach Antibiotika unterstützen?

  1. Verordnung einhalten: Nimm das Antibiotikum genau nach ärztlicher Anweisung ein und ändere die Behandlung nicht selbstständig.
  2. Verträgliche Lebensmittel wählen: Baue nach und nach ballaststoffreiche pflanzliche Lebensmittel ein, soweit du sie verträgst.
  3. Verlauf beobachten: Achte auf anhaltenden Durchfall, starke Bauchschmerzen, Fieber oder Blut im Stuhl.
  4. Hilfe suchen: Lass Beschwerden nach der Behandlung medizinisch abklären, insbesondere bei Warnzeichen oder wenn sie nicht nachlassen.

Das Wichtigste im Überblick

Das Mikrobiom kann durch Medikamente, Ernährung, Stress, Schlafmangel, Alkohol und Infektionen beeinflusst werden. Eine einzelne Mahlzeit oder ein einzelner stressiger Tag führt jedoch nicht automatisch zu einer Dysbiose. Am sinnvollsten sind langfristig eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen, Bewegung, Schlaf und ein verantwortungsvoller Umgang mit Medikamenten. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtiger als eine Selbstdiagnose über das Mikrobiom.

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