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Wie viele Arten von Mikrobiota gibt es? Ein Überblick über die mikrobielle Vielfalt

Dieser Artikel beantwortet die Frage, wie viele Arten von Mikrobiota es im menschlichen Körper gibt. Sie lernen den Unterschied zwischen Mikrobiom und Mikrobiota kennen, erhalten eine verständliche Erklärung der taxonomischen Ebenen und erfahren, warum es keine exakte Zahl gibt. Der Artikel behandelt die Verteilung der Mikroorganismen nach Körperregionen und gibt praktische Tipps für ein gesundes Mikrobiom.
How many types of microbiota are there

Was essen für ein gutes Mikrobiom? Welche Rolle spielt das Mikrobiom bei Neurodermitis? Und wie äußert sich eigentlich ein gestörtes Mikrobiom? Diese Fragen zeigen das wachsende Interesse an unseren mikrobiellen Mitbewohnern. Bevor wir ins Detail gehen, beantworten wir die Kernfrage direkt:

Wie viele Arten von Mikrobiota gibt es? Die Kurzantwort

Die Frage nach der Anzahl der Mikrobiota-Arten bezieht sich meist auf die taxonomische Ebene der Spezies (Species). Die Forschung schätzt, dass der menschliche Körper von insgesamt über 10.000 verschiedenen mikrobiellen Spezies besiedelt wird. Der Großteil dieser Vielfalt – etwa 1.000 bis 2.000 verschiedene Arten – ist im Darm beheimatet. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die genaue Zahl zwischen Individuen stark unterscheidet und von Faktoren wie Genetik, Ernährung und Umwelt abhängt.


Mikrobiom vs. Mikrobiota: Eine klare Definition

Oft werden die Begriffe synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied:

  • Mikrobiota: Bezeichnet die Gesamtheit der Mikroorganismen (Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren) in einem bestimmten Lebensraum, wie dem Darm oder der Haut.
  • Mikrobiom: Beschreibt die genetische Gesamtheit dieser Mikroorganismen, also all ihre Gene.

Die Frage „Wie viele Arten?“ bezieht sich also konkret auf die Mikrobiota.

Die taxonomische Einordnung: Von Stämmen bis zu Spezies

Um die Artenzahl zu verstehen, hilft ein Blick auf die Klassifizierung von Mikroorganismen:

  • Stämme (Phyla): Die höchste Kategorie. Im Darm dominieren die Stämme Firmicutes und Bacteroidetes.
  • Gattungen (Genera): Gruppen verwandter Arten. Bekannte Gattungen sind z.B. Lactobacillus oder Bifidobacterium.
  • Spezies (Arten): Die grundlegendste Einheit. Hier liegt der Fokus der Frage nach der „Anzahl der Arten“.

Warum die Artenzahl schwankt: Keine exakte Zahl möglich

Es gibt keine feste, für alle Menschen gültige Zahl. Die Schätzungen variieren aus mehreren Gründen:

  • Individuelle Unterschiede: Jeder Mensch hat eine einzigartige mikrobielle Zusammensetzung.
  • Forschungsmethoden: Moderne DNA-Sequenzierungstechniken entdecken ständig neue, bisher unkultivierbare Spezies.
  • Dynamisches Ökosystem: Die mikrobielle Gemeinschaft verändert sich durch Ernährung, Medikamente und Lebensstil.

Daher geben Wissenschaftler oft Schätzungen an, die sich auf die derzeit bekannte Vielfalt beziehen.

Verteilung der Mikrobiota-Arten nach Körperregionen

Die mikrobielle Besiedlung ist nicht gleichmäßig verteilt. Jede Körperregion beherbergt eine spezifische Gemeinschaft.

Darmmikrobiota: Das artenreichste Ökosystem

Der Darm beherbergt die bei Weitem größte Vielfalt. Die vier dominanten Bakterienstämme sind:

  • Firmicutes: Wichtige Rolle bei der Verdauung von Ballaststoffen.
  • Bacteroidetes: Entscheidend für den Abbau von komplexen Kohlenhydraten.
  • Actinobacteria: Enthält probiotische Gattungen wie Bifidobacterium.
  • Proteobacteria: Enthält oft potenziell pathogene Arten; ein Überwuchs kann auf ein Ungleichgewicht hindeuten.

Hautmikrobiota: Der Schutzschild

Die Haut beherbergt eine eigene, vielfältige Gemeinschaft, die als Barriere gegen Krankheitserreger dient.

Mund- und Vaginalmikrobiota

Auch diese Regionen haben jeweils ein spezifisches, für die lokale Gesundheit cruciales mikrobielles Gleichgewicht.

Was ist das natürliche Mikrobiom?

Ein „natürliches“ oder gesundes Mikrobiom ist durch eine hohe Vielfalt (Diversität) und ein ausgeglichenes Verhältnis der verschiedenen Mikroorganismen gekennzeichnet. Es gibt keine universelle „perfekte“ Zusammensetzung, da sie individuell ist. Eine große Artenvielfalt wird allgemein mit Resilienz und Gesundheit in Verbindung gebracht.

Wie äußert sich ein gestörtes Mikrobiom (Dysbiose)?

Eine Dysbiose liegt vor, wenn das Gleichgewicht der Mikrobiota gestört ist – zum Beispiel durch eine verringerte Vielfalt oder eine Dominanz potenziell schädlicher Arten. Mögliche Anzeichen können Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall, aber auch eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Müdigkeit oder Hautirritationen sein. Bei anhaltenden Beschwerden ist die Konsultation eines Arztes ratsam.

Welches Mikrobiom bei Neurodermitis?

Bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) wird oft eine Dysbiose sowohl der Haut- als auch der Darmmikrobiota beobachtet. Eine reduzierte Vielfalt und veränderte Zusammensetzung können mit den Entzündungsprozessen der Erkrankung in Verbindung stehen. Die Forschung untersucht, ob eine gezielte Unterstützung des Mikrobioms, z.B. durch Ernährung, die Symptome positiv beeinflussen kann.

Was essen für ein gutes Mikrobiom?

Die Ernährung ist ein starker Hebel, um die Vielfalt und Gesundheit Ihrer Mikrobiota zu fördern.

  • Ballaststoffreich: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind Futter für nützliche Darmbakterien.
  • Fermentiert: Joghurt, Kefir, Kimchi und Sauerkraut liefern natürliche Probiotika.
  • Vielfältig: Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert eine artenreiche Mikrobiota.
  • Polyphenolhaltig: Beeren, Nüsse und grüner Tee können nützliche Bakterien unterstützen.

Fazit: Die Vielfalt zählt

Die Frage nach der Anzahl der Mikrobiota-Arten führt uns zur Erkenntnis, dass die mikrobielle Vielfalt ein Schlüssel für Gesundheit ist. Statt einer festen Zahl ist es das dynamische Gleichgewicht und der Reichtum an verschiedenen Mikroorganismen, die unseren Körper resilient halten. Durch eine bewusste Lebensweise können wir aktiv dazu beitragen, dieses empfindliche Ökosystem zu pflegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Mikrobiom und Mikrobiota?

Mikrobiota bezeichnet die Gemeinschaft der Mikroorganismen selbst (Bakterien, Pilze, Viren etc.). Das Mikrobiom beschreibt die Gesamtheit ihrer Gene.

Kann ich die Anzahl meiner Mikrobiota-Arten erhöhen?

Ja, die Vielfalt lässt sich positiv beeinflussen. Eine ballaststoff- und pflanzenreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion können dazu beitragen.

Welche Rolle spielt die mikrobielle Vielfalt für die Gesundheit?

Eine hohe Diversität wird mit besserer Gesundheit assoziiert. Sie unterstützt eine robuste Immunfunktion und eine effiziente Verdauung.

Was kann ein Darmmikrobiom-Test?

Ein Test wie der von InnerBuddies analysiert die Zusammensetzung Ihrer Darmmikrobiota und gibt Einblicke in die Vielfalt und das Gleichgewicht. Diese Informationen können als Basis für eine persönlich angepasste Ernährung dienen.

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