Was ist Methan im Darm?
Methan ist ein Gas, das von bestimmten Mikroorganismen im Dickdarm produziert wird. Die wichtigsten Vertreter sind Archaeen, insbesondere Methanobrevibacter smithii. Diese Mikroben wandeln Wasserstoff und Kohlendioxid in Methan um. Ein gewisses Maß an Methanbildung ist normal, doch eine übermäßige Produktion kann mit Verdauungsbeschwerden einhergehen.
Was verursacht Methangas im Darm?
Die Menge an Methan im Darm hängt von mehreren Faktoren ab:
- Der Zusammensetzung des Darmmikrobioms
- Der Geschwindigkeit der Darmpassage (Motilität)
- Der Ernährung, insbesondere fermentierbaren Kohlenhydraten
- Der Einnahme von Medikamenten, die die Darmflora beeinflussen
Eine langsame Darmmotilität kann dazu führen, dass methanproduzierende Archaeen mehr Zeit haben, Gas zu bilden. Auch eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht der Darmflora, kann die Methanproduktion begünstigen.
Warum Methan Verstopfung begünstigt
Methan verlangsamt nach bisherigem Forschungsstand die Darmbewegung. Das kann zu Verstopfung führen, die oft als Hauptsymptom einer Methanüberproduktion genannt wird. Menschen mit Methan-SIBO oder IMO berichten häufig über harten Stuhl, seltene Stuhlentleerungen und ein Völlegefühl.
Methanogene und ihre Rolle im Darm
Methanogene Archaeen sind keine Bakterien, sondern eine eigene Gruppe von Einzellern. Methanobrevibacter smithii ist die am häufigsten im menschlichen Darm vorkommende methanogene Art. Sie ist normalerweise ein harmloser Bewohner, kann aber bei übermäßiger Vermehrung zur Gasbildung beitragen.
Wann spricht man von einer Überwucherung?
Von einer intestinalen Methanogen-Überwucherung (IMO) spricht man, wenn methanproduzierende Archaeen im Dünndarm oder Dickdarm übermäßig vorhanden sind und dadurch Symptome verursachen. Der Begriff Methan-SIBO wird oft synonym verwendet, wobei SIBO streng genommen eine Überwucherung im Dünndarm bezeichnet.