Mikrobiom und Immunsystem: eine wechselseitige Verbindung
Das Darmmikrobiom besteht aus Bakterien und anderen Mikroorganismen, die im Verdauungstrakt leben. Es steht über die Darm-Immunsystem-Achse in engem Austausch mit dem Immunsystem. Darmmikroben können zur Entwicklung und Regulation von Immunreaktionen beitragen; zugleich beeinflussen Immunzellen, welche Mikroorganismen sich im Darm ansiedeln und wie sie sich verhalten.
Wie beeinflusst das Mikrobiom das Immunsystem?
Mikroben und ihre Stoffwechselprodukte liefern Signale, die Darmzellen und Immunzellen wahrnehmen. Diese Signale helfen dem Immunsystem, auf mögliche Gefahren zu reagieren und gleichzeitig die nützliche Darmgemeinschaft zu tolerieren. Wie stark und in welche Richtung dieser Einfluss wirkt, hängt unter anderem von den vorhandenen Mikroben, ihrer Funktion, der Ernährung und der individuellen Situation ab.
Entwicklung vom frühen Leben bis ins Erwachsenenalter
Die mikrobielle Besiedlung beginnt sich früh im Leben zu entwickeln. Ernährung, Umwelt und Medikamente wie Antibiotika können diese Gemeinschaft beeinflussen. Forschung deutet darauf hin, dass frühe mikrobielle Kontakte an der Reifung des Immunsystems beteiligt sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein bestimmtes Geburts- oder Ernährungsmuster allein den späteren Gesundheitszustand festlegt.
Auch im Erwachsenenalter verändert sich das Mikrobiom. Eine vielfältige, stabile Gemeinschaft kann zur normalen Funktion der Darmschleimhaut und ihrer Abwehr beitragen. Einzelne Bakterienarten lassen sich dabei nicht pauschal als „gut“ oder „schlecht“ einordnen: Wirkung und Bedeutung unterscheiden sich je nach Art, Stamm und Lebensumständen.