Wie Darmmikroben Hormonsignale beeinflussen können
Darmbakterien können hormonbezogene Prozesse auf mehreren Wegen beeinflussen. Sie können bestimmte Nahrungsbestandteile und körpereigene Verbindungen umwandeln, mikrobielle Stoffwechselprodukte bilden oder auf Signale des Wirts reagieren. Das Ausmaß und die Wirkung dieser Prozesse unterscheiden sich je nach Mikrobenart und Stamm.
Stoffwechselprodukte und Darmhormone
Bei der Fermentation von Ballaststoffen entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat. Diese Stoffe wirken auf Zellen im Darm und können an Signalwegen beteiligt sein, die mit der Freisetzung von Darmhormonen wie GLP-1 und PYY zusammenhängen. Das bedeutet nicht, dass eine bestimmte Bakterienart allein den Hormonspiegel oder das Körpergewicht steuert.
Umwandlung körpereigener Stoffe
Manche Darmbakterien besitzen Enzyme, die an der Umwandlung von Gallensäuren oder am Abbau und der Rückverwandlung konjugierter Steroidhormone beteiligt sind. Solche Vorgänge können beeinflussen, welche Verbindungen im Darm verfügbar sind. Ihre Bedeutung für den Hormonhaushalt des gesamten Körpers wird weiterhin untersucht.
Mikrobielle Reaktion auf Hormone
Auch die Gegenrichtung ist möglich: Einige Bakterien reagieren auf körpereigene Signale, darunter Katecholamine. Solche Reaktionen wurden vor allem in mechanistischen Untersuchungen beobachtet. Ob sie beim Menschen unter alltäglichen Bedingungen relevante gesundheitliche Folgen haben, ist nicht in allen Fällen geklärt.