Östrogenspiegel im Zyklus und in den Wechseljahren
Der Östrogenspiegel verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus. Er steigt in der ersten Zyklushälfte an, erreicht kurz vor dem Eisprung einen Höhepunkt und sinkt danach zunächst. Fällt er gegen Ende der zweiten Zyklushälfte weiter ab, beginnt bei ausbleibender Schwangerschaft die Menstruation. Verlauf und Zeitpunkt unterscheiden sich von Person zu Person.
In den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke dauerhaft ab. Hitzewallungen, Veränderungen des Schlafs oder vaginale Beschwerden können damit zusammenhängen, sind aber nicht spezifisch und können auch andere Ursachen haben.
Was bedeutet „Östrogendominanz“?
„Östrogendominanz“ wird häufig verwendet, ist aber keine einheitlich definierte medizinische Diagnose. Beschwerden wie Zyklusveränderungen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen oder stärkere Blutungen können viele Ursachen haben und belegen für sich allein keinen Östrogenüberschuss. Auch Symptome eines niedrigen Östrogenspiegels, etwa Hitzewallungen oder vaginale Trockenheit, lassen sich nicht allein anhand eines Darmmikrobiomtests feststellen.
Bei anhaltenden, starken oder neuen Beschwerden kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein. Welche Untersuchungen passen, hängt von Beschwerden, Zyklusphase, Alter, Medikamenten und Krankengeschichte ab. Hormonwerte können je nach Fragestellung im Blut oder in anderen Proben bestimmt werden; ein einzelner Messwert ist nicht immer aussagekräftig.