Der Einfluss des Darmmikrobioms geht weit über die Verdauung hinaus. Hier sind einige Bereiche, in denen die Forschung wichtige Zusammenhänge aufgedeckt hat:
1. Immunität
Mehr als 80 % des Immunsystems befinden sich im Darm. Ein vielfältiges Mikrobiom hilft Immunzellen, Freund von Feind zu unterscheiden. Dysbiose (ein unausgeglichenes Mikrobiom) wird mit Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn, Multipler Sklerose und Allergien in Verbindung gebracht.
2. Stoffwechsel und Fettleibigkeit
Bestimmte Bakterien können Kalorien effizienter aus der Nahrung extrahieren. Studien zeigen, dass übergewichtige Personen oft eine geringere mikrobielle Vielfalt und eine Überrepräsentation von Firmicutes im Vergleich zu Bacteroidetes aufweisen. Die Veränderung des Mikrobioms könnte eine zukünftige Strategie zur Behandlung von Übergewicht und Metabolischem Syndrom sein.
3. Psychische Gesundheit
Die Darm-Hirn-Achse verbindet den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem über neuronale, hormonelle und immunologische Bahnen. Die Mikrobiota kann Neurotransmitter wie Serotonin , GABA und Dopamin produzieren. Forschungsergebnisse deuten auf Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung des Mikrobioms und psychischen Erkrankungen wie Angstzuständen, Depressionen und sogar Autismus hin.
4. Chronische Krankheiten
Ein verändertes Mikrobiom wird mit folgenden Krankheiten in Verbindung gebracht:
- Typ-2-Diabetes
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Darmkrebs
- Alzheimer-Krankheit
- Parkinson-Krankheit
Dies bedeutet nicht, dass Darmbakterien diese Krankheiten direkt verursachen, aber sie tragen häufig zu Entzündungen oder Stoffwechselstörungen bei, die das Risiko erhöhen.