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Psychobiotika: Was sie sind und was die Forschung zeigt

Psychobiotika sind bestimmte Probiotika, deren möglicher Einfluss auf Stimmung, Stress und die Darm-Hirn-Achse untersucht wird. Die Forschung ist interessant, aber noch nicht ausreichend für allgemeine Empfehlungen gegen Depressionen oder Angststörungen. Dieser Artikel erklärt den Begriff, häufig untersuchte Bakterienstämme, geeignete Lebensmittel, mögliche Grenzen und wichtige Sicherheitsaspekte für einen informierten Umgang mit Psychobiotika.
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Psychobiotika sind bestimmte Probiotika, deren möglicher Einfluss auf Stimmung, Stress und andere psychische Prozesse untersucht wird. Sie wirken nicht nachweislich bei allen Menschen gleich und sind kein Ersatz für eine Behandlung psychischer Erkrankungen. Dieser Artikel erklärt, welche Bakterienstämme erforscht werden, wie die Darm-Hirn-Achse funktioniert, welche Lebensmittel das Darmmikrobiom unterstützen können und was die aktuelle Evidenz tatsächlich hergibt.

Was sind Psychobiotika?

Der Begriff Psychobiotika verbindet die Wörter Psychologie und Biotika. Gemeint sind lebende Mikroorganismen, meist bestimmte probiotische Bakterienstämme, die über die Darm-Hirn-Achse möglicherweise psychische Funktionen beeinflussen. Untersucht werden unter anderem Zusammenhänge mit Stresswahrnehmung, Stimmung, Schlaf und Angstempfinden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer möglichen Wirkung und einem belegten Therapieeffekt. Nicht jedes Probiotikum ist automatisch ein Psychobiotikum. Ergebnisse sind häufig stamm-, dosis- und situationsabhängig und lassen sich nicht ohne Weiteres von einem Produkt auf ein anderes übertragen.


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Probiotika, Präbiotika und Psychobiotika im Vergleich

  • Probiotika: Lebende Mikroorganismen, die bei ausreichender Aufnahme einen gesundheitlichen Nutzen haben können.
  • Präbiotika: Bestimmte unverdauliche Bestandteile, vor allem Ballaststoffe, die von Mikroorganismen im Darm genutzt werden können.
  • Psychobiotika: Eine Forschungsbezeichnung für probiotische Mikroorganismen, bei denen ein möglicher Einfluss auf die Darm-Hirn-Achse untersucht wird.

Welche Bakterienstämme werden als Psychobiotika untersucht?

Die Forschung bezieht sich auf konkrete Stämme und nicht nur auf Bakterienarten. Daher ist die Angabe des vollständigen Stamms auf einem Produkt wichtig. Häufig untersuchte Beispiele sind:

  • Lactobacillus helveticus R0052, häufig in Kombination mit Bifidobacterium longum R0175. In einzelnen Studien wurden mögliche Zusammenhänge mit Stress oder subjektivem Wohlbefinden untersucht.
  • Lacticaseibacillus rhamnosus, früher häufig als Lactobacillus rhamnosus bezeichnet, darunter der Stamm GG. Er wird unter anderem im Zusammenhang mit der Darm-Hirn-Kommunikation erforscht.
  • Bifidobacterium infantis, das in Studien zu Darmbeschwerden und psychischem Wohlbefinden untersucht wurde.

Diese Beispiele sind keine allgemeine Empfehlung. Eine Studie zu einem bestimmten Stamm belegt nicht automatisch die Wirkung eines anderen Stamms derselben Art. Auch die persönliche Verträglichkeit und die bestehende Darmflora können eine Rolle spielen.


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Was sagt die Forschung über Psychobiotika?

Die Psychobiotik-Forschung ist ein wachsendes, aber noch junges Gebiet. Mögliche Erklärungen umfassen die Kommunikation über den Vagusnerv, die Regulation von Immunreaktionen, Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren und die Beeinflussung der Darmbarriere. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Probiotikum zuverlässig Stimmung oder psychische Beschwerden verbessert.

Viele Studien sind klein, untersuchen unterschiedliche Präparate und verwenden verschiedene Messmethoden. Die Ergebnisse sind deshalb nicht immer vergleichbar. Für eine allgemeine Empfehlung bei Depressionen oder Angststörungen reicht die derzeitige Evidenz nicht aus.

Kurz gesagt: Psychobiotika sind ein seriöses Forschungsfeld, aber keine Wundermittel. Sie können allenfalls als ergänzender Bestandteil eines gesundheitsfördernden Lebensstils betrachtet werden und ersetzen weder ärztliche noch psychotherapeutische Unterstützung.

Welche Lebensmittel unterstützen das Darmmikrobiom?

Eine einzelne Mahlzeit oder ein einzelnes fermentiertes Lebensmittel verändert das Mikrobiom nicht zuverlässig in eine bestimmte Richtung. Sinnvoller ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln.

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Fermentierte Lebensmittel

  • Naturjoghurt, Kefir und Buttermilch ohne viel zugesetzten Zucker
  • Rohes, nicht pasteurisiertes Sauerkraut und Kimchi, sofern gut verträglich
  • Fermentiertes Gemüse in Salzlake
  • Miso und Tempeh
  • Kombucha oder Wasserkefir in kleinen Mengen und mit Blick auf Zucker- und Alkoholgehalt

Fermentierte Lebensmittel enthalten nicht immer lebende Kulturen: Durch Pasteurisierung oder Erhitzung können Mikroorganismen absterben. Außerdem sind sie nicht für jede Person gut verträglich.

Ballaststoffreiche und pflanzliche Lebensmittel

  • Hafer, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Kartoffeln
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spargel und Topinambur
  • Obst wie Beeren und Bananen
  • Nüsse, Samen und Leinsamen
  • Eine möglichst große Vielfalt an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten

Ballaststoffe können von Darmmikroorganismen zu kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechselt werden. Wie gut eine Person bestimmte Lebensmittel verträgt, ist individuell. Bei empfindlicher Verdauung sollten Ballaststoffe langsam gesteigert und ausreichend getrunken werden.

Was kann die Darm-Hirn-Achse beeinflussen?

Darm und Gehirn stehen über Nervenbahnen, Botenstoffe, das Immunsystem und Stoffwechselprodukte miteinander in Verbindung. Diese Kommunikation ist komplex und wird nicht allein durch die Anzahl einzelner Bakterien bestimmt. Auch Schlaf, Bewegung, Stress, Ernährung, Medikamente und andere Lebensumstände können die Verdauung und das Wohlbefinden beeinflussen.

Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Müdigkeit beweisen keine Dysbiose. Sie können viele verschiedene Ursachen haben. Ein kommerzieller Mikrobiom-Test kann solche Ursachen nicht zuverlässig diagnostizieren und sollte nicht als Ersatz für eine medizinische Abklärung verstanden werden.

Psychobiotika bei Depressionen, Angst und Stress

Welche Darmbakterien sind gut für die Psyche?

Es gibt keine allgemein gültige Liste von Darmbakterien, die bei allen Menschen gut für die Psyche sind. Bestimmte Stämme von Lactobacillus und Bifidobacterium werden zwar untersucht, die Ergebnisse sind jedoch nicht ausreichend, um daraus eine individuelle Empfehlung abzuleiten. Ein vielfältiger Lebensstil unterstützt die allgemeine Darmgesundheit, garantiert aber keine bestimmte psychische Wirkung.


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Welche Probiotika helfen gegen Depressionen?

Derzeit lässt sich kein Probiotikum allgemein als Behandlung gegen Depressionen empfehlen. Manche Studien untersuchen Probiotika als mögliche Ergänzung, ihre Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich. Bei depressiver Stimmung, anhaltender Niedergeschlagenheit oder einem Verlust von Interesse ist es wichtig, ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Probiotika sollten keine etablierte Behandlung ersetzen.

Welches Probiotikum bei Angststörungen?

Auch bei Angststörungen gibt es kein eindeutig belegtes Probiotikum, das pauschal empfohlen werden kann. Die Auswahl eines Präparats sollte nicht allein anhand der Bakterienart erfolgen. Bei häufigen oder belastenden Ängsten ist eine fachliche Abklärung sinnvoll, da wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wie können Sie Ihr Darmmikrobiom im Alltag unterstützen?

  1. Essen Sie abwechslungsreich und erhöhen Sie den Anteil ballaststoffreicher pflanzlicher Lebensmittel nach und nach.
  2. Probieren Sie kleine Mengen fermentierter Lebensmittel aus, wenn Sie sie gut vertragen.
  3. Bewegen Sie sich regelmäßig und achten Sie auf ausreichend Schlaf.
  4. Reduzieren Sie Stress mit Methoden, die zu Ihrem Alltag passen, etwa Spaziergängen, Atemübungen oder Entspannungstraining.
  5. Nehmen Sie Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung und genau wie empfohlen ein.
  6. Bewerten Sie Probiotika anhand des konkreten Stamms, der Dosierung, der Produktqualität und der wissenschaftlichen Daten.

Sicherheit und Grenzen

Probiotika werden von gesunden Erwachsenen häufig gut vertragen. Möglich sind vorübergehende Beschwerden wie Blähungen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schweren Grunderkrankungen, einem zentralen Venenkatheter oder einer komplexen medizinischen Vorgeschichte sollten die Einnahme vorher mit einer qualifizierten Fachperson besprechen.

Bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Verdauungsbeschwerden sowie bei psychischen Beschwerden sollte eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung erfolgen. Bei akuter Gefahr für die eigene Sicherheit wenden Sie sich sofort an den Notruf oder einen Krisendienst.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind Psychobiotika?

Psychobiotika sind bestimmte probiotische Mikroorganismen, deren möglicher Einfluss auf die Darm-Hirn-Achse und das psychische Wohlbefinden erforscht wird. Der Begriff bezeichnet keine anerkannte Behandlungsmethode.

Sind Psychobiotika seriös?

Die Forschung ist wissenschaftlich relevant, aber noch nicht einheitlich genug für pauschale Versprechen. Die möglichen Effekte sind wahrscheinlich individuell und abhängig vom konkreten Stamm.

Enthalten fermentierte Lebensmittel automatisch Psychobiotika?

Nein. Fermentierte Lebensmittel können lebende Mikroorganismen enthalten, aber nicht jede Kultur erfüllt die Definition eines Psychobiotikums. Pasteurisierung und Erhitzung können lebende Kulturen zudem reduzieren.

Fazit

Psychobiotika beschreiben ein interessantes Forschungsfeld an der Schnittstelle von Darmmikrobiom und Psyche. Einzelne Stämme werden auf mögliche Effekte bei Stress und Wohlbefinden untersucht, doch derzeit gibt es keine allgemeine Empfehlung gegen Depressionen oder Angststörungen. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung, Schlaf und professionelle Unterstützung bei Beschwerden sind die verlässlichere Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema.

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