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Mikrobiom aufbauen: Ernährung, Tests und praktische Tipps

Das Mikrobiom aufbauen gelingt meist nicht durch eine einzelne Kapsel, sondern durch regelmäßige, vielfältige Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und Stressmanagement. Dieser Leitfaden erklärt mögliche unspezifische Anzeichen, die Aussagekraft von Mikrobiom-Tests und den Zusammenhang zwischen Darm und Haut. Außerdem erfahren Sie, welche Rolle Probiotika spielen können, wann ärztlicher Rat sinnvoll ist und wie Sie alltagstauglich beginnen.
Understanding Your Microbiome: The Key to Optimal Health and Immunity

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

Kurz gesagt: Sie können Ihr Mikrobiom im Darm vor allem durch eine vielfältige, ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, guten Schlaf und einen bewussten Umgang mit Stress unterstützen. Probiotika oder ein Mikrobiom-Test können in bestimmten Situationen ergänzend interessant sein, ersetzen aber keine medizinische Abklärung und keine ausgewogene Ernährung.

Was ist das Darmmikrobiom?

Das Darmmikrobiom umfasst die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im Verdauungstrakt leben. Dazu gehören unter anderem Bakterien, aber auch Viren und Pilze. Die Zusammensetzung ist von Mensch zu Mensch verschieden und kann sich beispielsweise durch Ernährung, Medikamente, Stress, Schlaf und Lebensphase verändern.


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Die Mikroorganismen stehen mit der Verdauung, der Verarbeitung bestimmter Nahrungsbestandteile und der Funktion der Darmbarriere in Verbindung. Außerdem kommuniziert der Darm über die sogenannte Darm-Hirn-Achse mit dem Nervensystem. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein bestimmtes Mikrobiom automatisch Gesundheit garantiert oder einzelne Beschwerden erklärt.

Woran kann man ein Ungleichgewicht erkennen?

Eine sogenannte Dysbiose ist kein eindeutig einheitlich definierter Befund für den Alltag. Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall können viele verschiedene Ursachen haben. Auch Müdigkeit, Hautveränderungen oder ein allgemeines Unwohlsein lassen sich nicht zuverlässig allein dem Mikrobiom zuordnen.


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Sehen Sie sich die Empfehlungen der InnerBuddies-Plattform für Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungstagebuch und Rezepte an, die auf Basis Ihres Darmmikrobiomtests generiert werden können.

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Wenn Beschwerden anhalten, wiederkehren, stärker werden oder von Blut im Stuhl, Fieber, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, nächtlichen Beschwerden oder starken Schmerzen begleitet werden, sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen. Eine Selbstdiagnose anhand einer Symptomliste oder eines kommerziellen Tests ist nicht zuverlässig.

Wie kann ich mein Mikrobiom im Darm aufbauen?

Ein nachhaltiger Aufbau ist eher ein langfristiger Prozess als eine kurze Kur. Beginnen Sie mit kleinen Veränderungen, die Sie gut vertragen und regelmäßig umsetzen können.

1. Pflanzenvielfalt schrittweise erhöhen

Eine abwechslungsreiche Auswahl an Pflanzen liefert unterschiedliche Ballaststoffe und andere Nahrungsbestandteile. Orientieren Sie sich beispielsweise an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, Kräutern und Gewürzen. Ein häufig genannter Orientierungswert sind 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche; er ist kein Muss und sollte an Ihre Verträglichkeit angepasst werden.

  • Wechseln Sie bei Beilagen zwischen Hafer, Vollkornreis, Kartoffeln, Quinoa und Vollkornbrot.
  • Ergänzen Sie Mahlzeiten mit Linsen, Bohnen oder Kichererbsen, zunächst in kleinen Portionen.
  • Nutzen Sie Gemüse und Obst in verschiedenen Farben und saisonalen Varianten.
  • Steigern Sie Ballaststoffe langsam und trinken Sie ausreichend, besonders wenn Sie bisher ballaststoffarm gegessen haben.

2. Präbiotische Lebensmittel einbauen

Präbiotika sind unverdauliche Bestandteile, die von bestimmten Darmmikroorganismen genutzt werden können. Beispiele sind Hafer, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Chicorée, Hülsenfrüchte und teilweise abgekühlte Kartoffeln oder Reis. Bei empfindlicher Verdauung können einige dieser Lebensmittel vorübergehend mehr Beschwerden verursachen. Dann ist ein langsamer Aufbau sinnvoll; bei starken oder anhaltenden Problemen sollte die Ursache fachlich abgeklärt werden.

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3. Fermentierte Lebensmittel ausprobieren

Naturjoghurt mit lebenden Kulturen, Kefir, milchsauer vergorenes Gemüse oder Kimchi können lebende Mikroorganismen enthalten. Die Menge und Zusammensetzung ist je nach Produkt unterschiedlich. Beginnen Sie mit kleinen Portionen und achten Sie auf Ihre individuelle Verträglichkeit. Fermentierte Produkte sind kein Ersatz für eine insgesamt ausgewogene Ernährung.

4. Alltag und Medikamente berücksichtigen

  • Bewegung: Regelmäßige moderate Aktivität unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann zu einem vielfältigen Lebensstil beitragen.
  • Schlaf: Ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus ist für viele Körperfunktionen wichtig.
  • Stress: Spaziergänge, Atemübungen, Entspannung oder Yoga können helfen, mit Stress umzugehen und die Darm-Hirn-Achse zu entlasten.
  • Antibiotika: Sie können die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern, sind bei bestimmten Infektionen aber wichtige Medikamente. Nehmen Sie Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung ein und ändern Sie eine Behandlung nicht eigenständig.

Sind Mikrobiom-Tests sinnvoll?

Kommerzielle Mikrobiom-Analysen untersuchen meist eine Stuhlprobe und beschreiben, welche Mikroorganismen darin nachweisbar sind. Sie können interessante Informationen über eine Probe liefern, doch die Ergebnisse sind eine Momentaufnahme und hängen unter anderem von Methode, Ernährung, Medikamenten und Probenentnahme ab.

Was ein Test leisten kann

  • Er kann die in der Probe erfasste Zusammensetzung und bestimmte Diversitätswerte beschreiben.
  • Er kann Anregungen für eine abwechslungsreiche Ernährung geben.
  • Er kann im Rahmen einer fachlichen Beratung als zusätzlicher Informationsbaustein dienen.

Welche Grenzen wichtig sind

  • Ein Mikrobiom-Test stellt in der Regel keine Diagnose für eine Erkrankung.
  • Ein einzelner Wert zeigt nicht zuverlässig, welche Ernährung oder Behandlung für Sie notwendig ist.
  • Ergebnisse verschiedener Labore sind nicht immer direkt vergleichbar.
  • Personalisierte Empfehlungen aus einem Bericht sollten kritisch eingeordnet und bei Beschwerden mit einer qualifizierten Fachperson besprochen werden.

Ob ein Test sinnvoll ist, hängt daher von Ihrer persönlichen Fragestellung ab. Bei anhaltenden Beschwerden sind etablierte ärztliche Untersuchungen und eine Anamnese meist wichtiger als ein isolierter Mikrobiom-Bericht.

Welches Mikrobiom ist bei Neurodermitis empfehlenswert?

Es gibt kein allgemein gültiges Neurodermitis-Mikrobiom, das durch einen Test oder ein bestimmtes Lebensmittel hergestellt werden kann. Forschung untersucht zwar Zusammenhänge zwischen Darm, Immunsystem und Haut, daraus lässt sich für einzelne Betroffene jedoch keine sichere Diagnose oder Behandlung ableiten.


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Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen kann die allgemeine Gesundheit unterstützen. Eliminationsdiäten, Nahrungsergänzungsmittel oder Probiotika sollten bei Neurodermitis nicht ohne fachliche Begleitung eingesetzt werden, insbesondere bei Kindern, Allergien oder bekannten Unverträglichkeiten. Die dermatologische Behandlung sollte wie verordnet fortgeführt werden.

Probiotika: Was sollte man wissen?

Probiotika sind ausgewählte lebende Mikroorganismen, die in bestimmten Produkten oder Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Ihre Wirkung hängt vom konkreten Stamm, der Dosierung und der jeweiligen Situation ab. Ein Produkt, das einer Person hilft, muss nicht für alle Menschen geeignet sein.

Wenn Sie ein Probiotikum verwenden möchten, beachten Sie die Angaben des Herstellers und lassen Sie sich bei Erkrankungen, geschwächter Immunabwehr, Schwangerschaft, im höheren Alter oder bei der Einnahme von Medikamenten beraten. Probiotika sollten nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung verstanden werden.

Häufige Fragen zum Mikrobiom

Wie lange dauert es, das Mikrobiom aufzubauen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Veränderungen einzelner Mikroorganismen können bereits nach einer Ernährungsumstellung auftreten, während eine dauerhaft passende Routine deutlich länger braucht. Entscheidend sind Kontinuität, eine ausreichende Nährstoffversorgung und die individuelle Verträglichkeit. Schnelle Versprechen zur vollständigen Regeneration des Mikrobioms sind mit Vorsicht zu betrachten.

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Wann sollte man ein Probiotikum einnehmen?

Das Mikrobiom selbst nimmt man nicht ein. Gemeint sind meist Probiotika. Für den optimalen Einnahmezeitpunkt gibt es keine allgemeingültige Regel für alle Produkte; halten Sie sich an die Produktinformation oder fragen Sie eine Apotheke beziehungsweise Arztpraxis. Nach Antibiotika oder bei bestehenden Erkrankungen sollte die Einnahme fachlich abgestimmt werden.

Kann man das Mikrobiom nur mit Probiotika aus Kapseln aufbauen?

Nein. Kapseln sind keine Voraussetzung für den Aufbau einer vielfältigen Darmumgebung. Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert Ballaststoffe und andere Bestandteile, die für viele Darmmikroorganismen relevant sind. Probiotika können in bestimmten Fällen eine Ergänzung sein, sind aber nicht automatisch notwendig und nicht für jede Person geeignet.

Wie sinnvoll ist eine Mikrobiomanalyse?

Eine Analyse kann Neugierige über die Zusammensetzung einer einzelnen Probe informieren, ist aber nicht automatisch medizinisch notwendig. Ihr Nutzen hängt von der Fragestellung, der Testmethode und der Interpretation ab. Bei Beschwerden sollte sie eine ärztliche Abklärung nicht ersetzen.

Ein einfacher Start für die nächsten Wochen

  1. Führen Sie für einige Tage ein neutrales Ernährung- und Beschwerdetagebuch, ohne daraus eine Diagnose abzuleiten.
  2. Ergänzen Sie pro Woche mehrere neue pflanzliche Lebensmittel und steigern Sie die Mengen langsam.
  3. Wählen Sie bei guter Verträglichkeit kleine Portionen fermentierter Lebensmittel.
  4. Planen Sie regelmäßige Bewegung und möglichst feste Schlafzeiten ein.
  5. Bewerten Sie Veränderungen nicht nach einzelnen Tagen, sondern über mehrere Wochen.
  6. Holen Sie sich medizinischen Rat, wenn Beschwerden bestehen bleiben, sich verschlimmern oder Sie unsicher sind.

Weitere praktische Ideen finden Sie im Leitfaden zur Darmgesundheit mit natürlichen Möglichkeiten zur Unterstützung des Mikrobioms. Informationen zu einzelnen Mikroorganismen bietet außerdem der Beitrag über Eubacterium.

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