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Bakterien im Stuhl: Was sie bedeuten und wann ein Test hilft

Bakterien im Stuhl gehören meist zur natürlichen Darmflora. Bestimmte Krankheitserreger können jedoch eine bakterielle Darminfektion auslösen. Dieser Beitrag erklärt, welche Bakterien im Stuhl vorkommen können, woran Sie mögliche Beschwerden erkennen, welche Erkrankungen damit verbunden sind und wann eine Stuhlkultur oder andere ärztliche Untersuchung sinnvoll ist. Außerdem erfahren Sie, was bei Durchfall wichtig ist und wann Sie medizinische Hilfe suchen sollten.
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Kurz gesagt: Bakterien im Stuhl sind zunächst normal, denn der Darm enthält natürlicherweise eine vielfältige Gemeinschaft von Mikroorganismen. Ein Nachweis bedeutet daher nicht automatisch eine Erkrankung. Entscheidend sind die Art des Bakteriums, die Beschwerden, die Dauer der Symptome und die medizinische Vorgeschichte. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl, hohem Fieber oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel kann ein ärztlich veranlasster Stuhltest die Ursache genauer abklären.

Welche Bakterien können im Stuhl vorkommen?

Im Stuhl lassen sich viele Bakterien nachweisen, die zur normalen Darmflora gehören. Dazu zählen unter anderem Arten aus den Gruppen Bifidobacterium, Lactobacillus und verschiedenen weiteren Darmbakterien. Sie leben bei gesunden Menschen im Darm, ohne Beschwerden zu verursachen. Ihre Zusammensetzung kann sich beispielsweise durch Ernährung, Medikamente, Infektionen oder andere individuelle Faktoren verändern.


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Daneben gibt es Bakterien, die unter bestimmten Umständen Darminfektionen auslösen können. Häufig genannte Beispiele sind:

  • Salmonellen: Sie können eine Salmonellose mit Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber verursachen.
  • Campylobacter: Eine Campylobacteriose geht häufig mit Durchfall, Krämpfen und Fieber einher.
  • Shigellen: Sie können eine Shigellose auslösen, teils mit Fieber und blutigem oder schleimigem Durchfall.
  • Bestimmte E.-coli-Stämme: Nicht alle E.-coli-Bakterien sind krankmachend; einige Stämme können jedoch Durchfall verursachen.
  • Clostridioides difficile: Dieses Bakterium kann insbesondere nach einer Antibiotikabehandlung Beschwerden verursachen. Ein Nachweis muss ärztlich eingeordnet werden.

Ob ein Bakterium problematisch ist, hängt unter anderem vom Erreger, der nachgewiesenen Menge, den Symptomen und dem Gesundheitszustand ab. Der umgangssprachliche Ausdruck schlechte Bakterien ist daher ungenau: Medizinisch wird zwischen normaler Besiedlung, möglicher Kolonisation und einer tatsächlichen Infektion unterschieden.


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Wie merkt man, dass man krankmachende Bakterien im Darm hat?

Eine normale Besiedlung verursacht meist keine spezifischen Beschwerden. Auch ein Krankheitserreger kann in manchen Fällen vorhanden sein, ohne dass Symptome auftreten. Hinweise auf eine mögliche bakterielle Darminfektion können sein:

  • plötzlich einsetzender oder anhaltender Durchfall
  • wässriger, schleimiger oder blutiger Stuhl
  • Bauchschmerzen oder starke Bauchkrämpfe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber, Schüttelfrost oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • häufiger Stuhldrang und Schwäche

Diese Symptome beweisen keine bakterielle Ursache. Auch Viren, Parasiten, verdorbene Lebensmittel, Unverträglichkeiten, Medikamente oder nichtinfektiöse Darmerkrankungen können ähnliche Beschwerden auslösen. Eine sichere Zuordnung ist deshalb anhand der Symptome allein nicht möglich.

Welche Krankheiten können durch Bakterien verursacht werden?

Zu den bakteriell verursachten Darmerkrankungen zählen beispielsweise Salmonellose, Campylobacteriose und Shigellose. Auch bestimmte E.-coli-Infektionen oder eine durch Clostridioides difficile ausgelöste Erkrankung kommen infrage. Die Beschwerden und die notwendige Behandlung unterscheiden sich je nach Erreger. Deshalb sollten Sie bei stärkeren Symptomen nicht versuchen, den Erreger selbst zu bestimmen.

Wann ist ein Stuhltest oder eine Stuhlkultur sinnvoll?

Eine Stuhlkultur untersucht eine Probe im Labor gezielt auf bestimmte, vermehrungsfähige Bakterien. Je nach Situation können auch molekulare Tests oder Untersuchungen auf Toxine, Parasiten, Viren, Blut oder Entzündungsmarker sinnvoll sein. Welcher Stuhltest passt, entscheidet eine medizinische Fachkraft anhand der Beschwerden und der Vorgeschichte.

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Eine ärztliche Abklärung und gegebenenfalls ein Stuhltest kommen besonders infrage, wenn:

  • Durchfall länger anhält, sehr ausgeprägt ist oder wiederkehrt
  • Blut oder deutlich Schleim im Stuhl sichtbar ist
  • hohes Fieber, starke Bauchschmerzen oder ausgeprägte Schwäche auftreten
  • Zeichen von Flüssigkeitsmangel bestehen, etwa Schwindel, trockener Mund oder deutlich weniger Urin
  • eine Reise, ein möglicher Ausbruch oder Kontakt zu einer erkrankten Person vorausging
  • das Immunsystem geschwächt ist, eine relevante Vorerkrankung besteht oder es sich um ein kleines Kind oder eine ältere Person handelt
  • die Beschwerden nach einer Antibiotikabehandlung begonnen haben

Ein negatives Ergebnis schließt nicht jede mögliche Ursache aus. Es kann bedeuten, dass die untersuchten Erreger nicht nachgewiesen wurden; andere Infektionen oder nichtinfektiöse Ursachen bleiben möglich.

Wie wird eine Stuhlkultur durchgeführt?

  1. Sie erhalten einen sterilen Behälter und meist einen Entnahmelöffel von der Arztpraxis oder dem Labor.
  2. Die Probe wird nach den dortigen Anweisungen entnommen. Sie sollte möglichst nicht mit Urin oder Reinigungsmitteln vermischt werden.
  3. Die Probe wird zeitnah und entsprechend den Laborvorgaben abgegeben oder versendet.
  4. Im Labor wird untersucht, ob bestimmte gesuchte Bakterien oder ihre Bestandteile nachweisbar sind. Nicht jedes Bakterium wird mit jedem Test erfasst.

Das Ergebnis sollte zusammen mit den Beschwerden interpretiert werden. Ein Nachweis kann eine Infektion unterstützen, beweist allein aber nicht immer, dass das gefundene Bakterium die Ursache aller Beschwerden ist.

Was tun bei Verdacht auf eine bakterielle Darminfektion?

  1. Ausreichend trinken: Wasser, Tee oder eine geeignete Elektrolytlösung können helfen, Flüssigkeits- und Salzverluste auszugleichen. Bei starkem Erbrechen oder deutlicher Schwäche ist ärztlicher Rat wichtig.
  2. Den Körper schonen: Essen Sie, wenn Sie Appetit haben, zunächst leicht verträgliche Speisen. Eine strenge Diät ist nicht grundsätzlich erforderlich.
  3. Verlauf beobachten: Notieren Sie, wann die Beschwerden begonnen haben und ob Fieber, Blut im Stuhl, Reisen, verdächtige Lebensmittel oder Medikamente eine Rolle spielen.
  4. Medikamente vorsichtig einsetzen: Antibiotika sind nicht bei jeder Durchfallerkrankung nötig und sollten nur nach medizinischer Beurteilung eingenommen werden. Mittel, die den Durchfall bremsen, sind bei Fieber oder Blut im Stuhl nicht ohne Rücksprache geeignet.
  5. Hygiene beachten: Waschen Sie sich gründlich die Hände, insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Zubereiten von Speisen, um mögliche Erreger nicht weiterzugeben.

Suchen Sie umgehend medizinische Hilfe bei starkem Flüssigkeitsverlust, Kreislaufproblemen, starken oder zunehmenden Schmerzen, hohem Fieber, Blut im Stuhl oder einem deutlich verschlechterten Allgemeinzustand. Bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollte die Schwelle für eine Abklärung niedriger sein.


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Darmgesundheit nach einer Infektion unterstützen

Nach einer Darminfektion kann sich die Verdauung vorübergehend verändern. Eine schrittweise Rückkehr zu einer ausgewogenen Ernährung kann die normale Darmfunktion unterstützen. Geeignet sind je nach Verträglichkeit beispielsweise Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und andere ballaststoffreiche Lebensmittel. Steigern Sie Ballaststoffe langsam, wenn der Darm noch empfindlich reagiert, und trinken Sie ausreichend.

Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut werden von manchen Menschen gut vertragen. Probiotische Lebensmittel oder Präparate können je nach Situation unterschiedlich bewertet werden und ersetzen weder eine Diagnose noch eine Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, wiederkehrendem Durchfall oder einer medizinischen Vorerkrankung sollten Sie die Auswahl mit einer medizinischen Fachkraft besprechen.

FAQ: Häufige Fragen zu Bakterien im Stuhl

Welche Bakterien können im Stuhlgang sein?

Im Stuhl kommen viele normale Darmbakterien vor, darunter Bifidobakterien und Laktobazillen. Möglich sind außerdem krankmachende Erreger wie Salmonellen, Campylobacter, Shigellen, bestimmte E.-coli-Stämme oder Clostridioides difficile. Welche davon relevant sind, hängt vom verwendeten Test und vom individuellen Befund ab.

Wie äußern sich schlechte Bakterien im Darm?

Schlechte Bakterien ist kein genauer medizinischer Begriff. Eine bakterielle Infektion kann sich durch Durchfall, Bauchkrämpfe, Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Blut im Stuhl äußern. Die gleichen Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben. Ein Stuhltest kann bei entsprechender medizinischer Indikation zur Klärung beitragen.

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Kann man Bakterien im Stuhl haben, ohne krank zu sein?

Ja. Die normale Darmflora besteht aus zahlreichen Bakterien, die keine Erkrankung verursachen. Auch ein potenziell krankmachendes Bakterium kann in manchen Fällen ohne Beschwerden nachweisbar sein. Die Bedeutung eines Befunds sollte deshalb nicht ohne Zusammenhang mit Symptomen und Vorgeschichte beurteilt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Stuhlkultur und einem Mikrobiomtest?

Eine Stuhlkultur sucht gezielt nach bestimmten vermehrungsfähigen Krankheitserregern. Ein Mikrobiomtest beschreibt dagegen die Zusammensetzung ausgewählter Mikroorganismen in einer Probe. Er ist nicht automatisch geeignet, eine akute Infektion zu diagnostizieren. Bei Beschwerden sollten Sie sich an die Untersuchungsempfehlung einer medizinischen Fachkraft halten.

Fazit

Bakterien im Stuhl sind häufig ein normaler Bestandteil der Darmflora. Krankmachende Erreger können jedoch eine bakterielle Darminfektion verursachen, besonders wenn Durchfall, Fieber, Blut im Stuhl oder starke Bauchbeschwerden auftreten. Eine Stuhlkultur oder ein anderer Stuhltest kann je nach Situation sinnvoll sein. Bei schweren, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtiger als eine Selbstdiagnose.

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