Was sind proteolytische Bakterien?
Proteolytische Bakterien sind Mikroorganismen, die Proteine und Peptide mithilfe von Enzymen abbauen. Im Darm bezeichnet man diesen Prozess als Proteinfermentation. Sie findet vor allem im Dickdarm statt, wenn Nahrungsproteine oder körpereigene Proteine nicht bereits im Dünndarm vollständig verdaut und aufgenommen wurden.
Zu den Bakteriengruppen, deren Vertreter Proteine oder Aminosäuren verwerten können, gehören unter anderem Bacteroides, bestimmte Clostridium-Arten, Peptostreptococcus und Fusobacterium. Welche Stoffe ein Bakterium bildet, hängt von seiner Art, den verfügbaren Nährstoffen und den Bedingungen im Darm ab. Eine Gattung allein erlaubt daher keine verlässliche Aussage darüber, ob ihre Wirkung günstig oder ungünstig ist.
Proteolyse und Fermentation
Bei der Proteolyse spalten bakterielle Proteasen und Peptidasen Proteine zunächst in kleinere Peptide und Aminosäuren. Anschließend können Bakterien Aminosäuren weiter verstoffwechseln. Dabei entstehen verschiedene Produkte, darunter kurzkettige Fettsäuren, verzweigtkettige Fettsäuren, Ammoniak, Phenole, Indole und schwefelhaltige Verbindungen.
Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die bei der Proteinfermentation unter anderem zur Bildung von Schwefelwasserstoff beitragen kann. Dieser Stoff hat im Körper komplexe, konzentrationsabhängige Wirkungen. Cystin ist die aus zwei miteinander verbundenen Cysteinmolekülen bestehende Form; die Begriffe bezeichnen also nicht denselben Stoff.