Was sind Samenöle?
Samenöle sind pflanzliche Öle, die aus Pflanzensamen gewonnen werden. Dazu zählen unter anderem Raps-, Sonnenblumen-, Soja-, Mais-, Sesam- und Leinöl. Sie werden zum Kochen und Backen verwendet und stecken außerdem in vielen Fertigprodukten, etwa Snacks, Mayonnaise und Salatdressings.
Die kurze Antwort auf die Frage, ob Samenöle Entzündungen verursachen: Für die pauschale Behauptung, übliche Mengen Samenöl würden bei gesunden Menschen Entzündungen auslösen, gibt es keine überzeugenden Belege. Entscheidend sind die jeweilige Fettsäurezusammensetzung, die Verwendung des Öls und die gesamte Ernährung. Samenöle sind daher nicht grundsätzlich „verboten“ oder ungesund.
Linolsäure und Omega-6-Fettsäuren
Viele Samenöle enthalten Linolsäure, eine essentielle Omega-6-Fettsäure, die der Körper für Zellmembranen benötigt. Omega-6-Fettsäuren sind an entzündungsbezogenen Signalwegen beteiligt, doch daraus folgt nicht, dass der Verzehr von Linolsäure automatisch eine chronische Entzündung verursacht. Die Wirkung hängt auch davon ab, welche Lebensmittel und Fette sie in der Ernährung ersetzt.
Rapsöl enthält neben Omega-6 auch einfach ungesättigte Fettsäuren und etwas Omega-3. Sonnenblumenöl ist meist linolsäurereich; Varianten mit hohem Ölsäuregehalt haben eine andere Fettsäurezusammensetzung. Leinöl ist besonders reich an pflanzlicher Omega-3-Fettsäure (Alpha-Linolensäure), eignet sich aber nicht zum starken Erhitzen.