Welche Kohlenhydrate und Ballaststoffe eignen sich bei IBS-C?
Bei IBS-C, dem Reizdarmsyndrom mit vorwiegender Verstopfung, können Hafer, Reis, Kartoffeln und individuell verträgliches Obst und Gemüse passende Kohlenhydratquellen sein. Oft sind lösliche Ballaststoffe wie Hafer-Beta-Glucan oder Flohsamenschalen ein sinnvoller Einstieg. Die Verträglichkeit ist jedoch individuell: Entscheidend sind Portionsgröße, Zubereitung und die schrittweise Anpassung.
Kohlenhydrate verschlimmern IBS nicht automatisch. Beschwerden können auftreten, wenn bestimmte fermentierbare Kohlenhydrate – sogenannte FODMAPs – im Dünndarm schlecht aufgenommen werden und im Dickdarm von Bakterien vergoren werden. Dabei können Gas und Flüssigkeit im Darm zunehmen; bei empfindlichen Personen kann das Blähungen, Schmerzen oder veränderten Stuhlgang begünstigen. Das bedeutet nicht, dass alle Kohlenhydrate gemieden werden müssen.
Eine Low-FODMAP-Ernährung ist nicht dasselbe wie eine kohlenhydratarme Ernährung. Sie begrenzt vorübergehend bestimmte FODMAP-reiche Lebensmittel und wird üblicherweise anschließend durch eine schrittweise Wiedereinführung ergänzt. Bei IBS-C sollte sie möglichst mit ärztlicher oder ernährungsfachlicher Begleitung umgesetzt werden, damit die Ernährung abwechslungsreich bleibt.
Lösliche und unlösliche Ballaststoffe
Lösliche Ballaststoffe binden Wasser und können eine gelartige Konsistenz bilden. Hafer und Flohsamenschalen liefern solche Ballaststoffe; sie können die Stuhlkonsistenz unterstützen und werden bei IBS häufig besser vertragen als eine rasche Erhöhung grober, unlöslicher Ballaststoffe. Auch geschrotete Leinsamen enthalten Ballaststoffe, ihre Verträglichkeit ist individuell.
Unlösliche Ballaststoffe stecken beispielsweise in Kleie, Vollkornprodukten und einigen Gemüsesorten. Sie erhöhen das Stuhlvolumen, können bei manchen Menschen mit IBS-C aber Blähungen oder Schmerzen verstärken. Mehr Ballaststoffe sind daher nicht automatisch besser: Art und Menge sollten zu den eigenen Beschwerden passen.
Ballaststoffe, Präbiotika und Probiotika
Präbiotika sind Stoffe, die von Darmmikroben genutzt werden können; viele davon sind fermentierbare Ballaststoffe. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben können. Präbiotika und Probiotika sind also nicht dasselbe, und eine Einnahme oder gezielte Steigerung ist nicht für alle erforderlich.
Präbiotische Ballaststoffe kommen unter anderem in Hafer, Hülsenfrüchten, Zwiebeln und Knoblauch vor. Einige dieser Lebensmittel enthalten viele FODMAPs und können bei IBS Beschwerden auslösen. Es gibt keine eindeutigen Anzeichen, an denen sich ein allgemeiner „Präbiotikamangel“ erkennen lässt. Wer auf Präbiotika oder ballaststoffreiche Lebensmittel empfindlich reagiert, sollte Veränderungen langsam angehen und bei anhaltenden Beschwerden fachlichen Rat einholen.