Aktualisiert:

Reizdarmsyndrom (IBS): Symptome, Ursachen und was hilft

Das Reizdarmsyndrom (IBS) verursacht häufig Bauchschmerzen, Blähungen und veränderten Stuhlgang, ohne dass eine sichtbare Darmschädigung vorliegen muss. Dieser Ratgeber erklärt typische Symptome, mögliche Einflussfaktoren und allgemeine Maßnahmen wie angepasste Ernährung, Bewegung und Stressmanagement. Außerdem erfahren Sie, was ein Calprotectin-Stuhltest aussagen kann, wie sich IBS von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unterscheidet und wann ärztliche Abklärung wichtig ist.
Does IBS show inflammation in stool sample

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

Kurzantwort: Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine häufige funktionelle Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen in Verbindung mit dem Stuhlgang, Blähungen und Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beidem. Eine Entzündung im engeren Sinn ist bei Reizdarm nicht das typische Merkmal. Ein Stuhltest, zum Beispiel auf Calprotectin, kann jedoch helfen, andere Ursachen wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung abzuklären.

Die Beschwerden können belastend sein und in ihrer Stärke schwanken. IBS ist nicht einfach eine reine Stressreaktion, und die Diagnose lässt sich nicht allein anhand eines einzelnen Tests stellen. Eine ärztliche Beurteilung ist besonders wichtig, wenn die Symptome neu, stark oder anhaltend sind.

Was bedeutet IBS?

IBS ist die englische Abkürzung für Irritable Bowel Syndrome. Auf Deutsch heißt das Reizdarmsyndrom, umgangssprachlich auch Reizdarm. Der Begriff beschreibt Beschwerden, bei denen die Darmfunktion und die Verarbeitung von Signalen aus dem Darm verändert sein können, ohne dass bei Untersuchungen zwingend strukturelle Schäden sichtbar werden.


Entdecken Sie den Mikrobiom-Test

ISO-zertifiziertes EU-Labor • Proben bleiben während des Transports stabil • DSGVO-konforme Daten

Mikrobiom Test-kit

Bei der Entstehung können mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören unter anderem die Darmbewegung, die Empfindlichkeit des Darms, die Darm-Hirn-Achse, vorausgegangene Magen-Darm-Infektionen und individuelle Ernährungs- oder Stressfaktoren. Auch das Darmmikrobiom wird als möglicher Einflussfaktor untersucht. Aus einem Mikrobiom-Test lässt sich jedoch keine sichere Diagnose von IBS ableiten.

Welche IBS-Symptome sind typisch?

Die Beschwerden unterscheiden sich von Person zu Person. Häufig treten mehrere der folgenden IBS-Symptome gemeinsam auf:

  • Bauchschmerzen oder Krämpfe: Sie können sich nach dem Stuhlgang verändern oder vorübergehend bessern.
  • Blähungen und Völlegefühl: Der Bauch kann sich gespannt oder aufgebläht anfühlen.
  • Veränderter Stuhlgang: Möglich sind Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beiden.
  • Dringender Stuhldrang: Manche Betroffene müssen besonders nach dem Essen rasch eine Toilette aufsuchen.
  • Schleim im Stuhl: Eine geringe Menge kann vorkommen, sollte bei neuen oder ausgeprägten Beschwerden aber ärztlich eingeordnet werden.

Je nach vorherrschendem Stuhlmuster wird häufig zwischen verschiedenen Formen unterschieden:


Sehen Sie sich Beispielempfehlungen der InnerBuddies-Plattform an.

Sehen Sie sich die Empfehlungen der InnerBuddies-Plattform für Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungstagebuch und Rezepte an, die auf Basis Ihres Darmmikrobiomtests generiert werden können.

Beispielempfehlungen ansehen
  • IBS-D: Durchfall steht im Vordergrund.
  • IBS-C: Verstopfung steht im Vordergrund.
  • IBS-M: Durchfall und Verstopfung wechseln sich ab.

Die sogenannten Rom-Kriterien unterstützen Fachpersonen bei der Diagnose. Entscheidend ist dabei das Gesamtbild der Beschwerden und der Ausschluss anderer Erkrankungen.

Was kann man gegen IBS machen?

Eine allgemeingültige Behandlung gibt es nicht. Ziel ist, Beschwerden zu lindern und den Alltag zu erleichtern. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Beschwerdebild und der persönlichen Situation ab.

1. Ernährung beobachten

Ein einfaches Ernährungstagebuch kann zeigen, ob bestimmte Speisen oder große, hastig eingenommene Mahlzeiten Beschwerden begünstigen. Eine low-FODMAP-Diät kann bei manchen Menschen Blähungen und Schmerzen reduzieren. Sie sollte möglichst zeitlich begrenzt und mit ärztlicher oder ernährungsmedizinischer Begleitung durchgeführt werden, damit die Ernährung ausgewogen bleibt. Eine eigenständige, langfristige Ausweitung von Verboten ist nicht empfehlenswert.

2. Regelmäßige Bewegung und Schlaf

Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren kann das allgemeine Wohlbefinden und die Darmroutine unterstützen. Regelmäßige Schlafzeiten können ebenfalls hilfreich sein. Die Reaktion ist individuell; überfordern Sie sich nicht.

3. Stress und Darm-Hirn-Achse berücksichtigen

Stress kann Darmbeschwerden verstärken, ist aber nicht die alleinige Ursache von IBS. Atemübungen, Entspannung, Yoga oder psychotherapeutische Verfahren wie eine kognitive Verhaltenstherapie können bei manchen Betroffenen zur Symptomkontrolle beitragen. Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind.

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

4. Medikamente und Probiotika ärztlich oder pharmazeutisch besprechen

Je nach vorherrschendem Symptom kommen unterschiedliche Medikamente infrage. Lassen Sie sich zu geeigneten Optionen von einer ärztlichen Praxis oder Apotheke beraten, besonders bei regelmäßigen oder länger anhaltenden Beschwerden. Bestimmte Probiotika können einzelnen Menschen helfen, die Wirkung ist jedoch produkt- und personenabhängig und nicht garantiert. Sie ersetzen keine Diagnose oder notwendige Behandlung.

Zeigt IBS eine Entzündung im Stuhl?

Ein Reizdarm führt normalerweise nicht zu deutlich erhöhten Entzündungsmarkern im Stuhl. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Person mit IBS immer normale Werte hat oder dass ein einzelner Wert die Diagnose beweist. Beschwerden und Testergebnisse müssen zusammen betrachtet werden.

Calprotectin und Laktoferrin sind Stuhlmarker, die auf eine entzündliche Aktivität im Darm hinweisen können. Erhöhte Werte können beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auftreten, aber auch andere Ursachen haben. Ein unauffälliger Calprotectin-Wert macht eine aktive Entzündung im Darm weniger wahrscheinlich, schließt jedoch nicht jede Erkrankung aus.

Wann kann ein Stuhltest sinnvoll sein?

  • Wenn Durchfall, Bauchschmerzen oder andere Beschwerden nicht eindeutig einzuordnen sind.
  • Wenn eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung abgegrenzt werden soll.
  • Wenn Beschwerden nach einem Magen-Darm-Infekt begonnen haben.
  • Wenn eine ärztliche Praxis aufgrund des Verlaufs oder weiterer Befunde dazu rät.

Je nach Situation können zusätzlich andere Untersuchungen erforderlich sein. Ein kommerzieller Mikrobiom-Test kann die Zusammensetzung bestimmter Bakterien beschreiben, ersetzt aber weder eine medizinische Untersuchung noch einen Entzündungsmarker oder eine Diagnose.

IBS oder IBD: Was ist der Unterschied?

Die Abkürzungen werden leicht verwechselt. IBS steht für Reizdarmsyndrom, während IBD für Inflammatory Bowel Disease steht. Auf Deutsch spricht man von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), zu denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören.


Werde Mitglied der InnerBuddies-Community

Führen Sie alle paar Monate einen Darmmikrobiomtest durch und verfolgen Sie Ihre Fortschritte, während Sie unsere Empfehlungen umsetzen

Schließe eine InnerBuddies-Mitgliedschaft ab
  • IBS: Funktionelle Beschwerden wie Schmerzen und veränderter Stuhlgang stehen im Vordergrund. Eine ausgeprägte, anhaltende Entzündung ist nicht typisch.
  • IBD beziehungsweise CED: Es handelt sich um entzündliche Erkrankungen, bei denen je nach Verlauf Entzündungswerte, Veränderungen der Schleimhaut und weitere Befunde auftreten können.

Die Symptome können sich überschneiden. Deshalb sollte man aus Beschwerden oder einem einzelnen Stuhltest keine Selbstdiagnose ableiten.

Ist IBS heilbar?

IBS lässt sich nicht bei allen Menschen dauerhaft beseitigen. Viele Betroffene können ihre Beschwerden jedoch mit einer individuell passenden Kombination aus Ernährung, Alltagshilfen, Stressmanagement und gegebenenfalls medizinischer Behandlung reduzieren. Der Verlauf kann schwanken. Eine medizinische Begleitung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden die Lebensqualität beeinträchtigen.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Lassen Sie neue, anhaltende, wiederkehrende oder zunehmende Beschwerden ärztlich abklären. Besonders wichtig ist eine zeitnahe Untersuchung bei:

  • Blut im Stuhl oder schwarzem Stuhl
  • ungewolltem Gewichtsverlust
  • Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl
  • starken oder zunehmenden Schmerzen
  • Beschwerden, die Sie nachts regelmäßig wecken
  • anhaltendem Erbrechen oder deutlichen Zeichen von Austrocknung
  • neu aufgetretenen Beschwerden im höheren Lebensalter oder einer familiären Belastung mit Darmerkrankungen

Bei starken akuten Schmerzen, Kreislaufproblemen oder größeren Blutungen sollten Sie sofort medizinische Hilfe suchen.

Häufige Fragen zu IBS

Was bedeutet IBS auf Deutsch?

IBS bedeutet Irritable Bowel Syndrome und heißt auf Deutsch Reizdarmsyndrom oder Reizdarm.

2-Minuten-Selbstcheck Ist ein Darmmikrobiom-Test sinnvoll für dich? Beantworte ein paar kurze Fragen und finde heraus, ob ein Mikrobiom-Test für dich wirklich sinnvoll ist. ✔ Dauert nur 2 Minuten ✔ Basierend auf deinen Symptomen & deinem Lebensstil ✔ Klare Ja/Nein-Empfehlung Prüfen, ob ein Test für mich sinnvoll ist

Was sind die häufigsten IBS-Symptome?

Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen sowie Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beiden. Die Beschwerden stehen häufig in Zusammenhang mit dem Stuhlgang.

Was kann man gegen IBS machen?

Hilfreich können ein strukturiertes Beobachten der Ernährung, eine fachlich begleitete low-FODMAP-Diät, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und Stressmanagement sein. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Praxis die Diagnose und mögliche Behandlung besprechen.

Ist IBS psychosomatisch?

IBS ist keine rein psychosomatische Erkrankung. Die Darm-Hirn-Achse verbindet Verdauung und Nervensystem, sodass Stress oder starke Emotionen Beschwerden verstärken können. Die Symptome sind trotzdem real und sollten ernst genommen werden.

Ist IBS heilbar?

Eine dauerhafte Beschwerdefreiheit kann nicht versprochen werden. Die Symptome lassen sich bei vielen Menschen jedoch individuell beeinflussen und behandeln. Der Verlauf ist unterschiedlich.

Mehr über das Darmmikrobiom erfahren Sie im Artikel Darmmikrobiom-Analyse: Was sie verrät. Informationen zum Entzündungsmarker finden Sie in Calprotectin im Stuhl: Entzündungsmarker erklärt.

Zurück zum Die neuesten Nachrichten zur Gesundheit des Darmmikrobioms