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Reizdarmsyndrom-Test: Welche Untersuchungen sind wichtig?

Ein Reizdarmsyndrom-Test ist kein einzelner Test. Die Diagnose basiert auf typischen Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und gezielten Blut- oder Stuhltests, mit denen andere Ursachen abgeklärt werden. Dieser Artikel erklärt, wie man IBS erkennen kann, wann Atemtests oder eine Darmspiegelung infrage kommen und welche Warnzeichen zeitnah ärztlich untersucht werden sollten.
What tests are done to check for IBS

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Ein Reizdarmsyndrom-Test im engeren Sinn existiert nicht. Reizdarm beziehungsweise IBS wird anhand der Beschwerden, einer ärztlichen Untersuchung und gezielter Tests zur Abklärung anderer Ursachen beurteilt. Blut- und Stuhltests gehören je nach Symptomen häufig zur Basisdiagnostik. Atemtests, Ultraschall oder eine Darmspiegelung sind nicht automatisch erforderlich, sondern werden bei bestimmten Fragestellungen eingesetzt.

Dieser Überblick erklärt, wie man IBS erkennen kann, welche Untersuchungen möglich sind und wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten.

Was ist IBS?

IBS steht für Irritable Bowel Syndrome und ist die englische Bezeichnung für das Reizdarmsyndrom. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen in Verbindung mit Veränderungen der Stuhlhäufigkeit oder Stuhlbeschaffenheit. Dazu können Durchfall, Verstopfung, ein Wechsel zwischen beidem, Blähungen oder ein Gefühl unvollständiger Darmentleerung kommen.


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Das Reizdarmsyndrom wird als funktionelle Darmstörung bezeichnet. Dabei können Beschwerden bestehen, obwohl in den bisher durchgeführten Untersuchungen keine eindeutige strukturelle oder entzündliche Ursache gefunden wird. Die Symptome sind dennoch real und sollten ärztlich eingeordnet werden.

Wie kann man IBS erkennen?

IBS wird nicht durch einen einzelnen Laborwert erkannt. Ärztinnen und Ärzte achten auf das Beschwerdebild, den Verlauf und mögliche Auslöser. Anschließend wird geprüft, ob andere Erkrankungen die Symptome besser erklären könnten.


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Als Orientierung dienen häufig die Rom-IV-Kriterien. Vereinfacht gesagt geht es dabei um wiederkehrende Bauchschmerzen, die im Zusammenhang mit dem Stuhlgang oder Veränderungen der Stuhlhäufigkeit beziehungsweise Stuhlbeschaffenheit stehen. Die Beschwerden müssen über einen längeren Zeitraum bestehen. Die genaue Beurteilung gehört in ärztliche Hände.

Welche Untersuchungen werden bei Verdacht auf Reizdarm durchgeführt?

Welche Tests sinnvoll sind, hängt unter anderem von Ihren Beschwerden, Ihrem Alter, Ihrer Krankengeschichte und möglichen familiären Risiken ab. Die folgende Übersicht zeigt typische Untersuchungen, ersetzt aber keine individuelle ärztliche Beratung.

UntersuchungWofür sie eingesetzt werden kannBeispiele
BluttestAbklärung bestimmter Entzündungszeichen, Blutarmut, Zöliakie oder anderer möglicher UrsachenBlutbild, CRP, gegebenenfalls BSG, Zöliakie-Serologie
StuhltestAbklärung von Darmentzündung, Infektionen oder nicht sichtbarem BlutCalprotectin, mikrobiologische Untersuchung, Test auf verborgenes Blut
AtemtestAbklärung bestimmter Kohlenhydratmalabsorptionen oder in ausgewählten Fällen einer DünndarmfehlbesiedlungLaktose- oder Fruktose-Atemtest
UltraschallOrientierende Untersuchung des Bauchraums bei entsprechender FragestellungAbdomensonografie
DarmspiegelungAbklärung bei Warnzeichen, bestimmten Risikofaktoren oder einer passenden medizinischen FragestellungKoloskopie, gegebenenfalls mit Gewebeproben

Bluttest bei Reizdarmverdacht

Ein Bluttest kann helfen, andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden zu berücksichtigen. Je nach Situation können folgende Werte oder Untersuchungen infrage kommen:

  • Blutbild: Es kann Hinweise auf eine Blutarmut oder andere Auffälligkeiten geben.
  • CRP und gegebenenfalls BSG: Diese Werte können bei der Einordnung möglicher Entzündungsprozesse unterstützen, sind aber nicht allein beweisend.
  • Zöliakie-Serologie: Zöliakie kann Beschwerden verursachen, die einem Reizdarm ähneln. Ob und wie getestet wird, entscheidet die behandelnde Praxis.
  • Weitere Werte: Je nach Beschwerden können zusätzliche Untersuchungen, etwa der Schilddrüse, sinnvoll sein.

Verändern Sie Ihre Ernährung, insbesondere den Glutenverzehr, vor einer geplanten Zöliakie-Abklärung nicht eigenständig, sondern besprechen Sie dies vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Stuhltest zur Abklärung ähnlicher Beschwerden

Ein Stuhltest kann zusätzliche Hinweise liefern. Calprotectin wird beispielsweise genutzt, um eine entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa besser von nicht entzündlichen Beschwerden abzugrenzen. Ein unauffälliger Wert kann bei der Einordnung helfen, schließt jedoch nicht jede mögliche Erkrankung aus.

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Je nach Verlauf können außerdem Untersuchungen auf Krankheitserreger oder verborgenes Blut erwogen werden. Die Auswahl hängt davon ab, ob beispielsweise anhaltender Durchfall, eine kürzlich erfolgte Reise oder andere Hinweise auf eine Infektion bestehen.

Wann sind Atemtests sinnvoll?

Atemtests können eingesetzt werden, wenn der Verdacht auf eine Unverträglichkeit oder Malabsorption bestimmter Zucker besteht. Beim Laktose- oder Fruktose-Atemtest wird nach einer Testlösung die Atemluft untersucht. Dabei werden unter anderem Wasserstoff oder Methan gemessen.

Ein Atemtest ist kein allgemeiner Reizdarm-Test. Er kann eine bestimmte Ursache oder Begleiterscheinung untersuchen, erklärt aber nicht automatisch alle Beschwerden. Auch Tests auf eine mögliche Dünndarmfehlbesiedlung sollten wegen ihrer Grenzen und der erforderlichen Interpretation ärztlich eingeordnet werden.

Ist eine Darmspiegelung bei IBS notwendig?

Eine Darmspiegelung ist bei typischen, neu ärztlich eingeordneten Reizdarmbeschwerden nicht automatisch notwendig. Sie kann jedoch bei Warnzeichen, auffälligen Befunden, relevanter familiärer Vorbelastung, bestimmten Vorerkrankungen oder entsprechendem Alter und Vorsorgebedarf empfohlen werden. Die Entscheidung richtet sich nach der individuellen Situation und den geltenden ärztlichen Empfehlungen.


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Warnzeichen: Wann sollten Beschwerden rasch abgeklärt werden?

Bitte wenden Sie sich zeitnah an eine medizinische Fachperson, wenn beispielsweise Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Beschwerden, eine ausgeprägte oder zunehmende Verschlechterung, anhaltendes Erbrechen oder eine deutliche Blutarmut auftreten. Auch neu beginnende Beschwerden sollten insbesondere bei höherem Alter oder familiärer Vorbelastung ärztlich abgeklärt werden.

Bei starken akuten Schmerzen, Kreislaufproblemen, schwarzem Stuhl oder größeren Blutungen ist eine umgehende medizinische Abklärung erforderlich.

Wie läuft die Reizdarmdiagnose ab?

  1. Beschwerden beschreiben: Notieren Sie Beginn, Häufigkeit, Schmerzverlauf, Stuhlveränderungen, mögliche Auslöser und Begleitsymptome.
  2. Anamnese und Untersuchung: Die Praxis fragt unter anderem nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Ernährung, Stress, Operationen und familiären Risiken und untersucht den Bauch.
  3. Gezielte Basisdiagnostik: Je nach Situation können Blut- und Stuhltests veranlasst werden.
  4. Weitere Untersuchungen: Atemtests, Ultraschall oder eine Darmspiegelung kommen nur bei passender Fragestellung oder Warnzeichen hinzu.
  5. Einordnung der Ergebnisse: Die Ärztin oder der Arzt bewertet alle Befunde zusammen mit dem Verlauf und prüft, ob die Kriterien für ein Reizdarmsyndrom erfüllt sind.

Wie bereitet man sich auf den Arzttermin vor?

  • Führen Sie für einige Tage ein Symptomtagebuch mit Schmerzen, Stuhlgang, Ernährung und möglichen Auslösern.
  • Notieren Sie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und bekannte Erkrankungen.
  • Halten Sie relevante Erkrankungen in der Familie fest, etwa chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Darmkrebs.
  • Fragen Sie, welche Untersuchungen in Ihrem Fall vorgesehen sind und was die Ergebnisse bedeuten.

Welche Rolle spielt eine Mikrobiom-Analyse?

Das Darmmikrobiom wird bei der Reizdarmdiagnose nicht durch einen einzelnen Heimtest beurteilt. Eine kommerzielle Mikrobiom-Analyse kann die ärztliche Diagnostik nicht ersetzen und stellt keinen Nachweis für ein Reizdarmsyndrom dar. Ergebnisse sollten vorsichtig interpretiert werden, da ihre Bedeutung für die individuelle Beschwerdebeurteilung begrenzt sein kann. Besprechen Sie solche Tests bei Bedarf mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson.

Ist IBS psychosomatisch?

Das Reizdarmsyndrom wird häufig als Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren verstanden. Stress oder emotionale Belastungen können Beschwerden bei manchen Menschen verstärken. Das bedeutet nicht, dass die Symptome eingebildet sind. Eine gute Abklärung nimmt sowohl körperliche als auch psychosoziale Einflussfaktoren ernst.

Häufige Fragen zum Reizdarmsyndrom-Test

Kann man IBS mit einem einzelnen Test diagnostizieren?

Nein. Es gibt keinen einzelnen Test, der IBS eindeutig bestätigt. Die Diagnose entsteht aus der Krankengeschichte, der Untersuchung, passenden Diagnosekriterien und der gezielten Abklärung anderer Ursachen.

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Was bedeutet IBS auf Deutsch?

IBS ist die englische Abkürzung für Irritable Bowel Syndrome und bedeutet auf Deutsch Reizdarmsyndrom.

Wie zuverlässig sind Atemtests?

Atemtests können bei einer passenden Fragestellung nützlich sein. Ihre Aussage hängt jedoch von der Vorbereitung, der Durchführung und der fachlichen Interpretation ab. Ein auffälliges Ergebnis sollte deshalb ärztlich besprochen werden.

Kann ein normaler Blut- oder Stuhltest Reizdarm beweisen?

Nein. Unauffällige Ergebnisse können bestimmte andere Ursachen weniger wahrscheinlich machen, beweisen aber kein Reizdarmsyndrom. Die Befunde müssen gemeinsam mit den Beschwerden bewertet werden.

Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Reizdarmsyndrom-Test ist kein Einzeltest. Die Reizdarmdiagnose basiert auf typischen Beschwerden und einer gezielten Abklärung anderer Erkrankungen. Blut- und Stuhltests können häufig wichtige erste Hinweise liefern; Atemtests, Ultraschall oder Darmspiegelung werden je nach Situation ergänzt. Bei Warnzeichen, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollten Sie medizinischen Rat einholen.

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