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Welche Infektionen erhöhen Calprotectin? Ursachen und Einordnung

Welche Infektionen erhöhen Calprotectin? Vor allem bakterielle Darminfektionen durch Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder Clostridioides difficile können den Entzündungsmarker deutlich ansteigen lassen. Auch virale und parasitäre Infektionen sind möglich. Der Wert allein zeigt jedoch nicht die Ursache. Dieser Artikel erklärt die Einordnung, die Bedeutung hoher Werte wie 800, den Unterschied zum Reizdarm und sinnvolle nächste Schritte.
What infections raise calprotectin

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Kurzantwort: Besonders bakterielle Darminfektionen können Calprotectin im Stuhl deutlich erhöhen. Dazu gehören Infektionen mit Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Yersinien und Clostridioides difficile. Auch virale Magen-Darm-Infektionen und manche Parasiten können den Wert ansteigen lassen. Calprotectin zeigt eine entzündliche Aktivität im Darm an, identifiziert aber nicht den Erreger und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Was ist Calprotectin?

Calprotectin ist ein Eiweiß, das unter anderem in neutrophilen Granulozyten vorkommt. Diese Abwehrzellen werden bei einer Entzündung in die Darmschleimhaut aufgenommen und können dabei Calprotectin freisetzen. Der Stoff bleibt im Stuhl relativ stabil und lässt sich dort messen.

Ein erhöhter Calprotectin-Wert spricht für eine Entzündung oder Reizung im Darm. Mögliche Ursachen sind Infektionen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, bestimmte Medikamente und weitere Erkrankungen. Der Wert ist deshalb ein Hinweisgeber, aber kein eigenständiger Befund mit eindeutiger Diagnose.


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Welche Infektionen erhöhen Calprotectin?

Bakterielle Darminfektionen

Invasive bakterielle Erreger lösen häufig eine stärkere Entzündungsreaktion aus als viele unkomplizierte virale Infektionen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Campylobacter
  • Salmonella
  • Shigella
  • Yersinia
  • bestimmte krankmachende Stämme von Escherichia coli

Typische Begleitbeschwerden sind Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber und gelegentlich Blut oder Schleim im Stuhl. Die Höhe des Calprotectins hängt unter anderem vom Erreger, dem Ausmaß der Entzündung und dem Zeitpunkt der Messung ab.

Infektion mit Clostridioides difficile

Clostridioides difficile, früher häufig als Clostridium difficile bezeichnet, kann insbesondere nach einer Antibiotikabehandlung Durchfall und eine Entzündung des Dickdarms verursachen. Dabei kann Calprotectin deutlich erhöht sein. Zur Abklärung sind jedoch spezielle Untersuchungen auf Toxin beziehungsweise Erbsubstanz des Erregers erforderlich. Ein Calprotectin-Test allein weist keine C.-difficile-Infektion nach.


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Virale Gastroenteritis

Noroviren, Rotaviren und andere Viren können Calprotectin vorübergehend erhöhen. Der Anstieg ist oft geringer als bei einer ausgeprägten bakteriellen Darmentzündung, aber das lässt sich nicht für jede Person und jeden Erreger verallgemeinern. Bei anhaltenden Beschwerden sollte nicht allein von einer Virusinfektion ausgegangen werden.

Parasitäre Darminfektionen

Parasiten wie Giardia duodenalis (früher Giardia lamblia) oder Cryptosporidium können Durchfall und eine Reizung der Darmschleimhaut verursachen. Das Calprotectin kann dabei erhöht sein, insbesondere bei stärkerer oder länger anhaltender Entzündung. Je nach Reiseanamnese, Dauer der Beschwerden und Befund können Stuhluntersuchungen auf Parasiten sinnvoll sein.

Bei welchen Krankheiten ist Calprotectin erhöht?

Ein erhöhter Wert kann unter anderem bei folgenden Erkrankungen oder Situationen vorkommen:

  • bakteriellen, viralen oder parasitären Darminfektionen
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • anderen entzündlichen Erkrankungen des Darms
  • bestimmten Medikamenteneffekten, zum Beispiel durch nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen
  • Polypen oder Darmkrebs
  • vorübergehend nach intensiver körperlicher Belastung oder bestimmten Eingriffen

Diese Liste zeigt mögliche Zusammenhänge und ist keine Diagnosehilfe für einzelne Personen. Die Beschwerden, die Krankengeschichte und weitere Untersuchungen sind für die Einordnung entscheidend.

Wie hoch ist der Entzündungswert bei einer Darmentzündung?

Es gibt keinen einzelnen Calprotectin-Wert, der für jede Darmentzündung gilt. Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor, Testverfahren und Alter. Viele Labore bewerten niedrige Werte als unauffällig, während grenzwertige Ergebnisse häufig kontrolliert oder im Zusammenhang mit den Beschwerden beurteilt werden. Deutlich erhöhte Werte machen eine relevante Entzündung wahrscheinlicher, beweisen aber weder eine bestimmte Infektion noch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Wird während eines akuten Durchfalls getestet, kann der Wert vorübergehend höher ausfallen. Ob eine Kontrollmessung sinnvoll ist, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Medikamente, Infektionen und andere Einflussfaktoren sollten dabei berücksichtigt werden.

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Ist ein Calprotectin-Wert von 800 im Stuhl besorgniserregend?

Ein Wert von 800 ist in vielen Laboren deutlich über dem üblichen Referenzbereich und sollte ärztlich eingeordnet werden. Er kann beispielsweise bei einer ausgeprägten Infektion oder bei einer aktiven chronisch-entzündlichen Darmerkrankung vorkommen. Aus der Zahl allein lässt sich jedoch weder die Ursache noch die Dringlichkeit sicher ableiten.

Bei einem solchen Ergebnis können je nach Situation weitere Schritte folgen, etwa ein Gespräch zur Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung, Bluttests, Stuhluntersuchungen auf Erreger und gegebenenfalls eine endoskopische Untersuchung. Bei Blut im Stuhl, hohem Fieber, starken Schmerzen, Kreislaufproblemen, Austrocknungszeichen oder einer schnellen Verschlechterung ist rasche medizinische Hilfe wichtig.

Wie hoch ist Calprotectin beim Reizdarm?

Beim Reizdarmsyndrom ist Calprotectin typischerweise unauffällig, weil dabei keine vergleichbare entzündliche Darmerkrankung vorliegen muss. Ein normaler Wert kann daher eine relevante Entzündung weniger wahrscheinlich machen. Er schließt jedoch nicht jede mögliche Erkrankung aus und erklärt Beschwerden nicht automatisch.

Ein erhöhter Wert passt nicht typisch zu einem reinen Reizdarm und sollte im medizinischen Zusammenhang weiter abgeklärt werden. Besonders wichtig sind Dauer und Art der Beschwerden sowie Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber, Gewichtsverlust oder nächtliche Symptome.

Was passiert nach einer Darminfektion?

Wenn eine Infektion die Ursache ist, kann Calprotectin nach dem Abklingen der Entzündung wieder sinken. Wie schnell das geschieht, ist individuell und hängt unter anderem von der Infektion und ihrer Schwere ab. Bleiben Durchfall, Schmerzen, Fieber oder ein deutlich erhöhter Wert bestehen, ist eine erneute ärztliche Beurteilung sinnvoll.

Behandlung und Kontrollen richten sich nach der vermuteten Ursache. Antibiotika sollten nicht eigenständig begonnen oder abgesetzt werden. Bei Durchfall ist es wichtig, ausreichend zu trinken; bei starkem Flüssigkeitsverlust, Vorerkrankungen oder Beschwerden bei Kindern und älteren Menschen sollte frühzeitig medizinischer Rat eingeholt werden.


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Kann ein Mikrobiom-Test den Calprotectin-Test ergänzen?

Ein Darmmikrobiom-Test untersucht die Zusammensetzung bestimmter Mikroorganismen im Stuhl. Er kann Informationen über bakterielle Vielfalt und ausgewählte funktionelle Merkmale liefern. Das kann für die allgemeine Auseinandersetzung mit Ernährung und Darmgesundheit interessant sein, besonders nach einer Infektion oder Antibiotikabehandlung.

Ein Mikrobiom-Test zeigt jedoch nicht zuverlässig, warum Calprotectin erhöht ist. Er ersetzt weder den Nachweis akuter Krankheitserreger noch Blutuntersuchungen, eine Darmspiegelung oder die ärztliche Beurteilung. Auch aus einem einzelnen Mikrobiombefund lassen sich keine gesicherten Diagnosen oder individuellen Therapien ableiten.

Der Darmflora-Test von InnerBuddies kann zu Hause durchgeführt werden. Er ist als ergänzende Information gedacht und sollte nicht anstelle einer medizinischen Abklärung bei erhöhtem Calprotectin oder anhaltenden Beschwerden verwendet werden.

Was kann die Darmgesundheit nach einer Infektion unterstützen?

Nach einer abgeklungenen Infektion können allgemeine Maßnahmen wie ausreichendes Trinken, regelmäßiger Schlaf, Bewegung im verträglichen Umfang und eine abwechslungsreiche Ernährung die Darmgesundheit unterstützen. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn können für viele Menschen sinnvoll sein. Während eines akuten Durchfalls werden sie jedoch nicht immer gut vertragen.

Ernährungsänderungen, Probiotika oder Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine Behandlung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Auswahl solcher Maßnahmen mit einer qualifizierten Fachperson besprochen werden.

Wann ist ärztliche Abklärung wichtig?

Wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, wenn Calprotectin erhöht ist, Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern. Besonders zeitnah sollte ein Befund bei folgenden Anzeichen abgeklärt werden:

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  • Blut oder schwarzer Stuhl
  • hohes oder anhaltendes Fieber
  • starke oder zunehmende Bauchschmerzen
  • anhaltender oder nächtlicher Durchfall
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • ausgeprägte Müdigkeit, Schwindel oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel

Bei starken Schmerzen, Kreislaufproblemen oder deutlicher Verschlechterung ist eine sofortige medizinische Einschätzung erforderlich.

Häufige Fragen zu Calprotectin und Infektionen

Welche Infektionen erhöhen Calprotectin am stärksten?

Häufig führen invasive bakterielle Darminfektionen, zum Beispiel durch Campylobacter, Salmonellen, Shigellen oder Yersinien, zu deutlichen Anstiegen. Auch eine C.-difficile-Infektion und manche parasitären Infektionen können hohe Werte verursachen. Die Höhe allein erlaubt jedoch keine sichere Aussage über den Erreger.

Kann Calprotectin zwischen einer Infektion und CED unterscheiden?

Nein. Calprotectin zeigt eine Entzündungsaktivität an, unterscheidet aber nicht zuverlässig zwischen einer Infektion und einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Dafür können Erregerdiagnostik, Blutuntersuchungen, der Verlauf und gegebenenfalls eine Darmspiegelung erforderlich sein.

Was bedeutet ein normaler Calprotectin-Wert?

Ein normaler Wert spricht eher gegen eine ausgeprägte Entzündung der Darmschleimhaut. Die Referenz hängt vom Labor ab. Ein normaler Befund schließt andere Ursachen von Bauchbeschwerden nicht aus, darunter funktionelle Beschwerden wie ein Reizdarm.

Ist Calprotectin ein Test auf Darmkrebs?

Nein. Darmkrebs kann mit erhöhtem Calprotectin einhergehen, aber auch Infektionen, CED und andere Ursachen können den Wert erhöhen. Calprotectin eignet sich daher nicht als alleiniger Suchtest auf Darmkrebs. Bei einem entsprechenden Verdacht entscheidet die ärztliche Untersuchung über die nächsten Schritte.

Fazit

Vor allem bakterielle Darminfektionen können Calprotectin deutlich erhöhen; auch Viren, Parasiten und Clostridioides difficile kommen als Ursachen infrage. Ein hoher Wert wie 800 sollte ärztlich beurteilt werden, ist aber keine Diagnose. Bei einem Reizdarm ist Calprotectin meist unauffällig. Ein Mikrobiom-Test kann ergänzende Informationen liefern, ersetzt jedoch keine Erregerdiagnostik oder medizinische Abklärung.

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