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Nützliche Darmbakterien: Arten, Aufgaben und Ernährung

Nützliche Darmbakterien unterstützen unter anderem die Verarbeitung von Ballaststoffen, die Bildung kurzkettiger Fettsäuren und die Darmbarriere. Dieser Überblick erklärt wichtige Bakteriengruppen wie Bifidobakterien, Milchsäurebakterien und Butyrat-Produzenten. Außerdem erfährst du, wie eine vielfältige Ernährung dein Mikrobiom unterstützen kann und was zu Probiotika bei Blähungen, Reizdarm, Verstopfung, Morbus Crohn und Neurodermitis bekannt ist.
Top 10 Beneficial Bacteria for Gut Health and Immunity

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Nützliche Darmbakterien sind ein wichtiger Teil des menschlichen Mikrobioms. Sie helfen dabei, unverdauliche Bestandteile der Nahrung zu verwerten, bilden Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren und stehen mit der Darmbarriere in Verbindung. Zu den bekannten Gruppen zählen Bifidobacterium- und Lactobacillus-Arten sowie verschiedene Butyrat-Produzenten.

Welche Bakterien in deinem Darm vorkommen, ist individuell. Deshalb gibt es nicht das eine beste Bakterium und auch kein Probiotikum, das für alle Menschen gleichermaßen geeignet ist. In diesem Artikel erfährst du, welche guten Darmbakterien häufig untersucht werden, wie du ihre Lebensbedingungen unterstützen kannst und wann Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten.

Was sind nützliche oder gute Darmbakterien?

Als nützlich werden Bakterien bezeichnet, die unter normalen Bedingungen mit dem Körper zusammenleben und zu wichtigen Funktionen beitragen können. Sie konkurrieren mit unerwünschten Keimen um Nährstoffe und Lebensraum, verarbeiten Ballaststoffe und beeinflussen die Umgebung im Darm. Viele dieser Mikroorganismen bilden kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die von Zellen der Darmschleimhaut genutzt werden können.

Die Begriffe gute Bakterien und Darmflora sind im Alltag verbreitet. Fachlich spricht man heute meist vom Darmmikrobiom, also von der Gesamtheit der Mikroorganismen und ihrer Erbinformation. Entscheidend ist nicht nur das Vorhandensein einzelner Arten, sondern auch die Vielfalt, die Zusammensetzung und die Aktivität des gesamten Ökosystems.


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Welche Darmbakterien gelten als besonders wichtig?

Die folgenden Beispiele werden häufig in der Mikrobiomforschung beschrieben. Ihre Wirkung hängt jedoch vom jeweiligen Stamm, der vorhandenen Umgebung und der individuellen Situation ab.

1. Butyrat-produzierende Bakterien

Faecalibacterium prausnitzii, Roseburia-Arten und Eubacterium rectale können beim Abbau bestimmter Ballaststoffe Butyrat bilden. Diese kurzkettige Fettsäure dient den Zellen im Dickdarm als Energiequelle und steht mit der Funktion der Darmbarriere in Verbindung. Ein einzelner Messwert lässt allerdings keine verlässliche Aussage über die gesamte Darmgesundheit zu.

2. Akkermansia muciniphila

Akkermansia muciniphila lebt in der Schleimschicht des Darms und baut Bestandteile des Schleims ab. Dadurch ist sie Teil eines natürlichen Kreislaufs, bei dem Schleim gebildet und erneuert wird. In Studien wird ihr Vorkommen unter anderem mit der Darmbarriere und Stoffwechselprozessen in Verbindung gebracht. Daraus lässt sich jedoch kein persönlicher Behandlungserfolg ableiten.


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3. Bifidobakterien

Bifidobacterium longum, Bifidobacterium bifidum und andere Bifidobakterien können Kohlenhydrate verwerten und organische Säuren bilden. Sie kommen bei vielen Menschen bereits natürlicherweise im Darm vor. Einige genau definierte Stämme werden auch in Probiotika verwendet, wobei die Ergebnisse je nach Produkt und Beschwerde unterschiedlich ausfallen können.

4. Milchsäurebakterien

Zu den Milchsäurebakterien gehören verschiedene Lactobacillus-Arten, darunter Lactobacillus plantarum und Lactobacillus rhamnosus. Sie bilden unter anderem Milchsäure und können dadurch die Bedingungen im Darm beeinflussen. Der Name einer Bakterienart allein reicht nicht aus, um die Wirkung eines Probiotikums zu beurteilen: Wichtig ist die genaue Stammbezeichnung.

5. Bakterien für den Abbau pflanzlicher Kohlenhydrate

Bacteroides thetaiotaomicron ist ein Beispiel für ein Bakterium, das komplexe pflanzliche Kohlenhydrate aufschließen kann. Solche Mikroorganismen helfen dabei, Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel für das Mikrobiom nutzbar zu machen. Bacteroides-Arten sind normale Bestandteile des Darms, können unter bestimmten Umständen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums aber auch problematisch werden.

Top 5 nützliche Darmbakterien im Überblick

  • Faecalibacterium prausnitzii: kann zur Bildung von Butyrat beitragen.
  • Akkermansia muciniphila: ist an der Verarbeitung von Bestandteilen der Schleimschicht beteiligt.
  • Bifidobacterium longum: kann Ballaststoffe und andere Kohlenhydrate verwerten.
  • Lactobacillus plantarum: wird als Milchsäurebakterium und in bestimmten Probiotika untersucht.
  • Roseburia intestinalis: gehört zu den möglichen Butyrat-Produzenten.

Diese Liste ist keine Rangfolge und bedeutet nicht, dass eine bestimmte Art bei jeder Person erhöht werden muss. Ein ausgewogenes Mikrobiom besteht aus vielen miteinander verbundenen Mikroorganismen.

Wie kannst du nützliche Darmbakterien natürlich unterstützen?

1. Vielfalt auf den Teller bringen

Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert unterschiedlichen Bakterien verschiedene Substrate. Geeignete Quellen für Ballaststoffe sind zum Beispiel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen. Steigere die Menge langsam, wenn du bisher wenig Ballaststoffe isst, da eine schnelle Umstellung vorübergehend mehr Blähungen verursachen kann.

2. Präbiotische Lebensmittel einbauen

Präbiotika sind unverdauliche Bestandteile, die von bestimmten Mikroorganismen genutzt werden können. Sie kommen beispielsweise in Hafer, Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Hülsenfrüchten und leicht unreifen Bananen vor. Bei empfindlichem Darm kann es sinnvoll sein, einzelne Lebensmittel in kleinen Portionen zu testen.

3. Fermentierte Lebensmittel passend auswählen

Naturjoghurt mit lebenden Kulturen, Kefir, milchsauer vergorenes Gemüse und Kimchi können lebende Mikroorganismen enthalten. Das gilt nicht für jedes Produkt und nicht für alle erhitzten oder pasteurisierten Varianten. Fermentierte Lebensmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und müssen nicht vertragen werden, wenn sie Beschwerden auslösen.

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4. Lebensstil und Medikamente berücksichtigen

Regelmäßiger Schlaf, Bewegung und ein angemessener Umgang mit Stress können einen darmfreundlichen Alltag unterstützen. Antibiotika sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und besprich Fragen zur Darmflora mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Nützliche Bakterien und Probiotika: Was ist der Unterschied?

Nützliche Darmbakterien sind Teil des natürlichen Mikrobioms. Probiotika sind dagegen ausgewählte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben sollen. Dieser Nutzen ist an den jeweiligen Stamm, die Dosierung, das Produkt und die konkrete Fragestellung gebunden.

Ein Probiotikum kann daher nicht pauschal als gut oder schlecht bewertet werden. Auch die Bezeichnung Lactobacillus oder Bifidobacterium allein sagt wenig über die Eignung aus. Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, geschwächtem Immunsystem oder starken Beschwerden sollte die Auswahl eines Präparats medizinisch abgeklärt werden.

Welche Bakterien helfen bei Blähungen?

Blähungen können viele Ursachen haben, darunter hastiges Essen, bestimmte Lebensmittel, Verstopfung, Unverträglichkeiten oder funktionelle Darmbeschwerden. Einige Probiotika mit bestimmten Bifidobacterium- oder Lactobacillus-Stämmen wurden bei Blähungen untersucht. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich und lassen sich nicht auf alle Produkte übertragen.

Praktisch kann es helfen, Mahlzeiten langsam zu essen, ein Symptom- und Ernährungstagebuch zu führen und Ballaststoffe schrittweise zu erhöhen. Starke, neue oder anhaltende Blähungen sollten ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn Schmerzen, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Fieber hinzukommen.

Welche Bakterien helfen bei Reizdarm?

Beim Reizdarmsyndrom können einzelne Probiotika bei manchen Menschen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder veränderten Stuhlgang unterstützen. Untersucht wurden unter anderem bestimmte Stämme aus den Gruppen Bifidobacterium und Lactobacillus. Die Studienlage ist je nach Stamm und Symptom unterschiedlich; eine allgemeine Empfehlung für alle Betroffenen ist daher nicht möglich.

Wenn du ein Probiotikum ausprobierst, besprich die Auswahl bei Bedarf mit einer medizinischen Fachperson und beobachte, ob sich die Beschwerden verändern. Eine Diagnose oder Behandlung des Reizdarms kann ein Probiotikum nicht ersetzen.


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Welche Bakterien helfen bei Verstopfung?

Bei Verstopfung können bestimmte Probiotika möglicherweise die Stuhlfrequenz oder Konsistenz unterstützen. Die Wirkung hängt vom konkreten Stamm ab und ist nicht sicher vorhersehbar. Häufig sinnvoll sind außerdem ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Bewegung und eine langsam gesteigerte Ballaststoffzufuhr, sofern dies vertragen wird.

Bei plötzlich auftretender Verstopfung, starken Bauchschmerzen, Erbrechen, Blut im Stuhl oder einem deutlich veränderten Stuhlverhalten solltest du zeitnah ärztlichen Rat einholen.

Welche Darmbakterien bei Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die ärztlich behandelt werden muss. Es gibt keine allgemein anerkannte Bakterienart, die Morbus Crohn sicher behandelt oder einen Schub verhindert. Probiotika und Veränderungen der Ernährung solltest du bei Morbus Crohn nur mit dem behandelnden Team besprechen, da die passende Vorgehensweise von Krankheitsaktivität, Therapie und Ernährungssituation abhängt.

Verordnete Medikamente sollten nicht zugunsten eines Probiotikums oder eines Mikrobiom-Produkts abgesetzt werden. Bei zunehmenden Schmerzen, Fieber, Blut im Stuhl oder deutlicher Verschlechterung ist medizinische Hilfe wichtig.

Welche Probiotika helfen bei Neurodermitis?

Bei Neurodermitis wurden Probiotika in verschiedenen Studien untersucht. Die Ergebnisse sind uneinheitlich und erlauben keine verlässliche Empfehlung für ein bestimmtes Bakterium oder Präparat für alle Betroffenen. Neurodermitis sollte entsprechend der ärztlichen Empfehlung behandelt werden. Probiotika können keine etablierte Hauttherapie ersetzen.

Wann solltest du Beschwerden abklären lassen?

Vorübergehende Verdauungsbeschwerden sind häufig. Suche jedoch medizinischen Rat, wenn Symptome länger anhalten, wiederkehren, stärker werden oder dich im Alltag deutlich beeinträchtigen. Blut im Stuhl, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Beschwerden, starke Schmerzen oder anhaltender Durchfall sind Warnzeichen, die abgeklärt werden sollten.

Häufige Fragen zu nützlichen Darmbakterien

Was sind Beispiele für gute Darmbakterien?

Beispiele sind Bifidobacterium-Arten, bestimmte Lactobacillus-Arten, Faecalibacterium prausnitzii, Roseburia-Arten und Akkermansia muciniphila. Ihre Bedeutung hängt vom gesamten Mikrobiom und von individuellen Faktoren ab.

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Welche sind die besten guten Bakterien?

Eine allgemein beste Bakterienart gibt es nicht. Für die Darmgesundheit zählt eher das Zusammenspiel vieler Mikroorganismen. Eine vielfältige Ernährung kann dieses Ökosystem unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien?

Nützliche Bakterien können unter normalen Bedingungen zur Verdauung und zur Funktion des Darmökosystems beitragen. Krankheitserreger können Infektionen auslösen. Manche Mikroorganismen sind jedoch nicht grundsätzlich gut oder schlecht, sondern werden erst unter bestimmten Bedingungen problematisch.

Kann ein Mikrobiom-Test zeigen, welche Bakterien mir fehlen?

Ein Test kann bestimmte mikrobielle Merkmale einer Probe erfassen. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, welche Bakterien dir fehlen oder welche Behandlung notwendig ist. Besprich medizinische Fragen zu Testergebnissen mit einer qualifizierten Fachperson.

Dein Mikrobiom mit InnerBuddies verstehen

Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist von Mensch zu Mensch verschieden und kann sich im Laufe der Zeit verändern. Der InnerBuddies-Test bietet eine Probenentnahme zu Hause und eine laboranalytische Auswertung mit personalisierten Informationen. Die Ergebnisse sind als Orientierung gedacht und ersetzen keine Diagnose oder ärztliche Beratung.

Fazit

Nützliche Darmbakterien erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Einige verwerten Ballaststoffe, andere bilden kurzkettige Fettsäuren oder sind an der Schleimschicht beteiligt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen, ein verträglicher Umgang mit fermentierten Lebensmitteln und ein gesunder Lebensstil können das Darmmikrobiom unterstützen. Bei anhaltenden oder alarmierenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung wichtiger als ein Selbstversuch mit Probiotika.


Weiterführende Informationen

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