Bekannte Bakterien: Namen, Formen und ihre Bedeutung
Bekannte Bakterien gibt es in sehr unterschiedlichen Formen und Lebensräumen. Manche gehören normalerweise zur Mikrobiota von Darm, Haut oder Schleimhäuten und können dort nützliche Aufgaben übernehmen. Andere können unter bestimmten Bedingungen Infektionen verursachen. Die folgende Übersicht erklärt 15 häufig genannte Bakterien, ihre typische Form, ihr Vorkommen und ihre gesundheitliche Bedeutung.
Ob ein Bakterium harmlos oder krankmachend ist, hängt unter anderem vom Stamm, vom Lebensort, von der Menge und vom Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Die Liste ist daher eine Orientierung und ersetzt keine medizinische Beratung.
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Was sind die bekanntesten Bakterien?
Zu den bekanntesten Bakterien zählen Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Salmonella enterica, Helicobacter pylori, Streptococcus pneumoniae, Lactobacillus und Bifidobacterium. Sie sind entweder wegen ihrer Rolle in der Mikrobiota, ihrer Bedeutung für Lebensmittel und Umwelt oder ihrer möglichen Verbindung zu Infektionen bekannt.
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| Bakterium | Gebräuchlicher Name | Typische Form | Typisches Vorkommen | Bedeutung | Mögliche Erkrankungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Escherichia coli | E. coli | Stäbchen | Darm von Menschen und Tieren, Umwelt | Viele Stämme sind normale Darmbewohner; einige Stämme können krankmachend sein. | Durchfallerkrankungen, Harnwegsinfektionen; bestimmte Stämme können ein hämolytisch-urämisches Syndrom auslösen. |
| Staphylococcus aureus | Staphylokokken | Kokken in Haufen | Haut und Nasenschleimhaut | Kann ohne Beschwerden vorkommen; bestimmte Stämme können Infektionen verursachen. MRSA bezeichnet resistente Stämme. | Haut- und Wundinfektionen, Lungenentzündung, Blutvergiftung |
| Clostridioides difficile | C. difficile | Stäbchen | Darm und medizinische Einrichtungen | Kann sich bei einer gestörten Darmmikrobiota, zum Beispiel nach Antibiotikabehandlung, stark vermehren. | Antibiotika-assoziierter Durchfall, pseudomembranöse Kolitis |
| Klebsiella pneumoniae | Klebsiellen | Stäbchen | Darm, Atemwege und Krankenhäuser | Opportunistischer Keim; einige Stämme weisen Resistenzen auf. | Lungenentzündung, Harnwegsinfektionen, Sepsis |
| Pseudomonas aeruginosa | Pseudomonas | Stäbchen | Boden, Wasser und medizinische Geräte | Für gesunde Menschen oft wenig problematisch, bei bestimmten Risikofaktoren jedoch opportunistisch und teils resistent. | Wundinfektionen und Infektionen bei Menschen mit bestimmten Lungenerkrankungen |
| Acinetobacter baumannii | Acinetobacter | Stäbchen | Vor allem medizinische Einrichtungen | Kann insbesondere bei schwer erkrankten Menschen Krankenhausinfektionen verursachen; Resistenzen sind möglich. | Im Krankenhaus erworbene Infektionen, Lungenentzündung, Sepsis |
| Helicobacter pylori | Helicobacter | Spiralig oder gekrümmt | Magenschleimhaut | Eine Besiedlung kann ohne Beschwerden bleiben, ist aber mit bestimmten Magenerkrankungen verbunden. | Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre und erhöhtes Magenkrebsrisiko |
| Salmonella enterica | Salmonellen | Stäbchen | Darm von Tieren, Lebensmittel und Umwelt | Kann durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen werden. | Salmonellose, Durchfall und in bestimmten Fällen Typhus durch spezielle Serovare |
| Campylobacter jejuni | Campylobacter | Gekrümmte Stäbchen | Darm von Geflügel und anderen Tieren, Rohmilch | Häufiger Auslöser bakterieller Magen-Darm-Infektionen. | Gastroenteritis; selten können Folgeerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom auftreten. |
| Listeria monocytogenes | Listerien | Stäbchen | Boden, Lebensmittel und tierische Produkte | Für Schwangere, Neugeborene, ältere Menschen und immungeschwächte Personen besonders relevant. | Listeriose, schwere Infektionen bei Neugeborenen und Schwangerschaftskomplikationen |
| Lactobacillus | Milchsäurebakterien | Stäbchen | Darm, Mund, Joghurt und fermentierte Lebensmittel | Einige Arten gehören zur normalen Mikrobiota und können zur Bildung von Milchsäure beitragen. | Bei schwerer Immunschwäche selten Infektionen möglich |
| Bifidobacterium | Bifidobakterien | Verzweigte Stäbchen | Vor allem Darm, bei Säuglingen häufig | Ein häufiger Bestandteil der Darmmikrobiota; die Zusammensetzung ist individuell verschieden. | In der Regel keine typischen Erkrankungen bei gesunden Menschen |
| Streptococcus pneumoniae | Pneumokokken | Kokken in Ketten oder Paaren | Nasen-Rachen-Raum | Kann dort ohne Beschwerden vorkommen, unter bestimmten Umständen aber Infektionen verursachen. | Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung |
| Neisseria meningitidis | Meningokokken | Kokken in Paaren | Nasen-Rachen-Raum | Eine Besiedlung bleibt häufig unbemerkt; selten sind schwere invasive Infektionen möglich. | Hirnhautentzündung und Sepsis |
| Mycobacterium tuberculosis | Tuberkulosebakterium | Stäbchen | Vor allem Atemwege und Lunge | Wird typischerweise über die Luft übertragen und kann Tuberkulose verursachen. | Tuberkulose der Lunge oder anderer Organe |
Welche Arten von Bakterien gibt es?
Bakterien können nach verschiedenen Merkmalen eingeteilt werden. Eine Einteilung allein beschreibt nicht vollständig, ob ein Bakterium nützlich oder krankmachend ist.
- Nach der Form: kugelige Kokken, stäbchenförmige Bakterien, kommaförmige Vibrionen sowie spiralige oder schraubenförmige Bakterien.
- Nach der Zellwand: In der Mikrobiologie wird häufig zwischen grampositiven und gramnegativen Bakterien unterschieden.
- Nach dem Sauerstoffbedarf: Manche Bakterien benötigen Sauerstoff, andere leben ohne Sauerstoff oder bevorzugen sauerstoffarme Bedingungen.
- Nach ihrer Lebensweise: Bakterien können frei in der Umwelt leben, mit Menschen und Tieren zusammenleben oder als Krankheitserreger auftreten.
Welche Bakterienformen gibt es?
Die folgenden Formen werden besonders häufig genannt:
- Kokken: kugelförmige Bakterien, zum Beispiel Staphylococcus und Streptococcus.
- Stäbchen: längliche Bakterien, zum Beispiel E. coli und Salmonella.
- Vibrionen: kommaförmig gekrümmte Stäbchen, zum Beispiel Vibrio cholerae.
- Spiralige Bakterien: gekrümmte oder schraubenförmige Bakterien, zu denen beispielsweise Helicobacter pylori und Spirochäten gehören.
In vereinfachten Übersichten werden oft fünf Grundformen genannt: Kokken, Stäbchen, Vibrionen, Spirillen und Spirochäten. In der Fachliteratur gibt es jedoch weitere Formen und Übergänge.
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Die Wirkung eines Bakteriums lässt sich nicht immer pauschal als gut oder schlecht beschreiben. Entscheidend sind unter anderem die Bakterienart, der Stamm, der Aufenthaltsort und die körperliche Situation.
- Bestandteile der normalen Mikrobiota: Arten wie bestimmte Lactobacillus- und Bifidobacterium-Arten können zur natürlichen Besiedlung gehören. Eine ausgewogene Ernährung kann die Vielfalt der Darmmikrobiota unterstützen, garantiert aber keinen bestimmten Gesundheitszustand.
- Opportunistische Bakterien: Sie verursachen bei gesunden Menschen nicht zwangsläufig Beschwerden, können bei geschwächter Abwehr, Verletzungen oder medizinischen Eingriffen jedoch Infektionen auslösen.
- Krankmachende Bakterien: Bestimmte Arten oder Stämme können unter geeigneten Bedingungen Krankheiten verursachen. Das bedeutet nicht, dass jede Begegnung automatisch zu einer Erkrankung führt.
Welche 10 bakteriellen Infektionskrankheiten gibt es?
Zu den bekannten bakteriellen Infektionskrankheiten und Krankheitsbildern gehören beispielsweise:
- Salmonellose durch Salmonella
- bestimmte E.-coli-Infektionen und Harnwegsinfektionen
- Campylobacteriose
- Listeriose
- Tuberkulose
- Pneumokokken-Pneumonie
- Meningokokken-Meningitis
- Keuchhusten durch Bordetella pertussis
- Scharlach durch bestimmte Streptokokken
- Wundinfektionen durch Staphylococcus aureus
Diese Beispiele sind nicht vollständig. Beschwerden, Übertragungswege und Behandlung unterscheiden sich je nach Erreger. Bei hohem Fieber, Atemnot, Austrocknung, Blut im Stuhl, starken Schmerzen oder rascher Verschlechterung sollte medizinische Hilfe eingeholt werden.
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Häufige Fragen zu Bakterien
Was für Bakterien gibt es?
Es gibt eine sehr große Vielfalt an Bakterien. Im Alltag werden sie oft nach ihrer Form, ihrem Sauerstoffbedarf, ihren Eigenschaften im Labor oder ihrer Beziehung zum Menschen beschrieben. Dazu gehören unter anderem Kokken, Stäbchen, Vibrionen und spiralige Bakterien. Viele leben in der Umwelt oder auf und im Menschen, ohne Krankheiten zu verursachen.
Was sind die bekanntesten Bakterien?
Häufig genannt werden Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Salmonellen, Helicobacter pylori, Pneumokokken, Meningokokken sowie die Darmbakterien Lactobacillus und Bifidobacterium. Bekanntheit sagt dabei nichts darüber aus, wie gefährlich ein Bakterium ist.
Wie heißen die fünf Bakterienformen?
In einer vereinfachten Einteilung heißen sie Kokken, Stäbchen, Vibrionen, Spirillen und Spirochäten. Diese Einteilung bezieht sich auf das Aussehen und erlaubt allein keine sichere Aussage über die gesundheitliche Wirkung.
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Nein. Im Darm leben viele unterschiedliche Mikroorganismen. Einige Bakterien gehören zur normalen Mikrobiota und können bei bestimmten Menschen zur Verarbeitung von Nährstoffen oder zur Bildung von Stoffwechselprodukten beitragen. Andere können bei einer passenden Gelegenheit Beschwerden verursachen. Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota ist individuell und lässt sich nicht allein anhand eines einzelnen Bakteriums bewerten.
Fazit
Bekannte Bakterien unterscheiden sich in Form, Vorkommen und Wirkung. E. coli, Lactobacillus und Bifidobacterium können zur normalen Darmmikrobiota gehören, während andere Bakterien unter bestimmten Bedingungen Infektionen verursachen können. Namen und Formen helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden ist eine qualifizierte medizinische Abklärung sinnvoll.