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Schlechte Darmbakterien: Symptome und was jetzt hilft

Schlechte Darmbakterien sind kein eindeutiger medizinischer Befund, doch ein verändertes Darmmikrobiom kann mit Blähungen, Bauchbeschwerden oder verändertem Stuhl einhergehen. Dieser Artikel erklärt sechs mögliche Warnsignale, ordnet Aussehen und Häufigkeit des Stuhlgangs ein und zeigt alltagstaugliche Maßnahmen für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und Stressabbau. Bei anhaltenden, starken oder neuen Beschwerden ist ärztlicher Rat wichtig.
Bad Gut Bacteria: Identifying and Eliminating Harmful Microbes

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Kurz gesagt: Mit »schlechten Darmbakterien« ist meist ein mögliches Ungleichgewicht im Darmmikrobiom gemeint. Typische Begleiterscheinungen können Blähungen, Bauchbeschwerden, Verstopfung, Durchfall oder Veränderungen des Stuhlgangs sein. Diese Anzeichen haben jedoch viele mögliche Ursachen und erlauben keine sichere Diagnose. Im Folgenden erfahren Sie, welche Beschwerden beobachtet werden können, wie sich der Stuhl bei einer gestörten Darmflora verändern kann und was Ihre Darmgesundheit im Alltag unterstützen kann.

Was sind »schlechte Darmbakterien«?

Der Darm beherbergt eine große Gemeinschaft aus Bakterien und anderen Mikroorganismen. Sie wird häufig als Darmflora oder Darmmikrobiom bezeichnet. Dabei sind nicht alle Mikroorganismen einfach in »gut« und »schlecht« einzuteilen: Entscheidend ist unter anderem das Zusammenspiel der verschiedenen Arten und die Funktion des gesamten Systems.

Von einer Dysbiose spricht man allgemein, wenn sich dieses mikrobielle Gleichgewicht verändert. Der Begriff beschreibt zunächst eine mögliche Veränderung und erklärt nicht automatisch die Ursache von Beschwerden. Auch Ernährung, Stress, Schlaf, Infektionen, Grunderkrankungen und Medikamente können die Verdauung beeinflussen.


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Welche Symptome können auf eine gestörte Darmflora hinweisen?

Die folgenden Beschwerden können gemeinsam mit Veränderungen der Darmflora auftreten. Sie sind jedoch unspezifisch und können ebenso andere körperliche oder psychische Ursachen haben.

1. Blähungen und Völlegefühl

Mehr Gasbildung, ein gespannter Bauch oder ein frühes Völlegefühl können nach bestimmten Mahlzeiten oder bei Veränderungen der Verdauung auftreten.

2. Bauchschmerzen oder Krämpfe

Wiederkehrende Bauchbeschwerden sollten beobachtet und bei anhaltendem oder starkem Auftreten medizinisch abgeklärt werden. Die Stärke und der Verlauf der Schmerzen sind dabei wichtiger als eine vermutete einzelne Bakterienart.


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3. Veränderte Stuhlgewohnheiten

Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beiden können auf eine gestörte Verdauung hinweisen. Auch die Häufigkeit des Stuhlgangs unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Eine neue und anhaltende Veränderung ist wichtiger als ein einzelner ungewöhnlicher Tag.

4. Übelkeit oder verändertes Verdauungsempfinden

Übelkeit, ein Druckgefühl oder eine veränderte Verträglichkeit einzelner Speisen können viele Ursachen haben. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, zeitliche Zusammenhänge zu erkennen, ersetzt aber keine Untersuchung.

5. Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein

Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind keine eindeutigen Zeichen einer Dysbiose. Sie können unter anderem mit Schlafmangel, Stress, Infekten, Nährstoffmangel oder anderen gesundheitlichen Faktoren zusammenhängen.

6. Unbeabsichtigte Gewichtsveränderungen

Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder eine deutliche Gewichtsveränderung sollte ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn zusätzlich Durchfall, Schmerzen, Blut im Stuhl oder Appetitlosigkeit auftreten.

Wichtig: Hautveränderungen, Stimmungsschwankungen, häufige Infekte oder neu auftretende Unverträglichkeiten werden oft mit der Darmflora in Verbindung gebracht. Ein direkter Zusammenhang ist im Einzelfall jedoch nicht gesichert. Solche Beschwerden sollten nicht ausschließlich mit dem Darmmikrobiom erklärt werden.

Wie sieht der Stuhl bei gestörter Darmflora aus?

Das Aussehen des Stuhls schwankt durch Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und Tagesform. Es gibt daher kein bestimmtes Stuhlbild, das eine gestörte Darmflora sicher beweist. Mögliche Veränderungen sind:

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  • Weicher oder wässriger Stuhl: Dies kann bei Durchfall auftreten.
  • Harter, trockener oder kugeliger Stuhl: Dies passt häufig zu Verstopfung.
  • Veränderte Häufigkeit: Sowohl deutlich häufigerer als auch seltenerer Stuhlgang kann relevant sein, wenn die Veränderung neu ist und anhält.
  • Schleim: Sichtbarer Schleim kann verschiedene Ursachen haben und sollte bei wiederholtem Auftreten ärztlich besprochen werden.
  • Farbveränderungen: Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente können die Farbe beeinflussen. Schwarzer teerartiger Stuhl oder sichtbares Blut sollte zeitnah medizinisch abgeklärt werden.

Die Bristol-Stuhlformen-Skala dient als Orientierung: Typ 3 und 4 gelten häufig als gut geformt und weich. Die Skala ist jedoch kein Test auf eine Dysbiose. Entscheidend sind die individuelle Veränderung und begleitende Beschwerden.

Welche 6 Warnsignale gibt es für Darmprobleme?

  1. Anhaltende oder zunehmende Blähungen und ein stark gespannter Bauch
  2. Wiederkehrende oder starke Bauchschmerzen und Krämpfe
  3. Neue, länger anhaltende Veränderungen wie Durchfall, Verstopfung oder wechselnder Stuhl
  4. Unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder deutliche Gewichtsveränderungen
  5. Blut im Stuhl, schwarzer teerartiger Stuhl oder wiederholt sichtbarer Schleim
  6. Fieber, ausgeprägte Schwäche, nächtliche Beschwerden oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel

Diese Warnsignale weisen nicht automatisch auf »schlechte Darmbakterien« hin. Bei Blut im Stuhl, starken Schmerzen, hohem Fieber, Austrocknungszeichen oder rascher Verschlechterung sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe suchen. Auch länger anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden gehören in ärztliche Abklärung.

Was kann das Darmmikrobiom beeinflussen?

Das Darmmikrobiom ist individuell und verändert sich im Laufe des Lebens. Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • Einseitige Ernährung: Eine geringe Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln kann die Vielfalt der Ballaststoffquellen reduzieren.
  • Medikamente: Antibiotika können die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern. Sie sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen und nicht eigenständig abgesetzt werden.
  • Stress und Schlafmangel: Beide Faktoren können Verdauungsbeschwerden und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen.
  • Wenig Bewegung: Regelmäßige Aktivität unterstützt die normale Darmtätigkeit.
  • Infektionen oder andere Erkrankungen: Auch sie können den Stuhlgang und die Verdauung verändern.

Wie bekomme ich schlechte Darmbakterien weg?

Eine pauschale »Reinigung« oder das gezielte Entfernen bestimmter Darmbakterien ist ohne Diagnose weder sinnvoll noch sicher. Ziel ist vielmehr, die Darmgesundheit mit alltagstauglichen Gewohnheiten zu unterstützen und anhaltende Beschwerden abklären zu lassen.

1. Ballaststoffreiche Vielfalt langsam steigern

Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Hafer, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen liefern Ballaststoffe. Steigern Sie die Menge schrittweise und trinken Sie ausreichend, da eine plötzliche Umstellung Blähungen verstärken kann. Bei bestehenden Erkrankungen oder ausgeprägter Empfindlichkeit kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.


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2. Fermentierte Lebensmittel ausprobieren

Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Sie sind kein garantierter Ersatz für eine medizinische Behandlung und werden nicht von allen Menschen gleich gut vertragen.

3. Stark verarbeitete Lebensmittel bewusst reduzieren

Weniger stark verarbeitete, sehr zuckerreiche oder besonders fettreiche Produkte können eine ausgewogene Ernährung erleichtern. Verbote sind nicht erforderlich; regelmäßige, vielfältige Mahlzeiten sind für viele Menschen praktikabler.

4. Bewegung, Schlaf und Erholung einplanen

Moderate Bewegung, ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus und Entspannung können das allgemeine Wohlbefinden und die Verdauung unterstützen. Kleine Schritte wie Spaziergänge oder feste Pausen sind oft leichter umzusetzen als radikale Veränderungen.

5. Probiotika nicht pauschal einsetzen

Probiotische Lebensmittel oder Präparate können je nach Stamm, Produkt und individueller Situation unterschiedlich wirken. Sie sind nicht automatisch für jede Person geeignet und behandeln keine unbekannte Ursache. Lassen Sie sich bei der Auswahl, besonders bei Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme, von einer qualifizierten Fachperson beraten.

Häufige Fragen zu schlechten Darmbakterien

Welche Symptome treten bei einer schlechten Darmflora auf?

Mögliche Beschwerden sind Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder ein veränderter Stuhlgang. Müdigkeit und andere allgemeine Symptome sind unspezifisch. Die Beschwerden erlauben keine sichere Diagnose einer Dysbiose.

Wie bekomme ich schlechte Darmbakterien weg?

Es gibt keine allgemeine Methode, mit der »schlechte« Bakterien sicher entfernt werden. Eine vielfältige, ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressabbau können die Darmgesundheit unterstützen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache medizinisch geklärt werden.

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Wie sieht der Stuhl bei gestörter Darmflora aus?

Er kann weicher, wässriger, harter oder unregelmäßiger sein. Auch Schleim oder eine Farbveränderung kann auffallen, ist aber nicht beweisend. Blut im Stuhl oder schwarzer teerartiger Stuhl sollte ärztlich abgeklärt werden.

Welche sechs Warnsignale gibt es für Darmprobleme?

Wichtige Warnsignale sind anhaltende Beschwerden, starke oder zunehmende Schmerzen, länger dauernder Durchfall oder Verstopfung, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme, Blut oder schwarzer Stuhl sowie Fieber, nächtliche Beschwerden oder ausgeprägte Schwäche.

Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?

Wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, wenn Beschwerden neu, stark, wiederkehrend oder über längere Zeit anhaltend sind. Besonders wichtig ist eine Abklärung bei Blut im Stuhl, schwarzem Stuhl, Fieber, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, starken Schmerzen, nächtlichen Beschwerden oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel. Eine qualifizierte Fachperson kann mögliche Ursachen gezielt beurteilen.

Weitere Grundlagen finden Sie in unserem Beitrag »Das Mikrobiom verstehen«.

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