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Kefir-Nebenwirkungen: 7 Risiken und Nachteile, die Sie kennen sollten

Kefir ist ein nährstoffreiches fermentiertes Getränk mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen, hat jedoch auch Nachteile. Häufige Nebenwirkungen sind Verdauungsbeschwerden, zugesetzter Zucker in aromatisierten Varianten und ein geringer Alkoholgehalt. Bestimmte Personengruppen, wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder schwerer Laktoseintoleranz, sollten Vorsicht walten lassen. Dieser Leitfaden bietet eine ausgewogene, evidenzbasierte Übersicht über die potenziellen Risiken und deren Minimierung.
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Jeder, der sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, ist früher oder später auf Kefir gestoßen – das fermentierte Sauermilchgetränk, das für seine probiotischen Eigenschaften bekannt ist. Doch trotz seiner Beliebtheit hat auch Kefir seine Schattenseiten. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kefir-Nebenwirkungen auftreten können, wer besonders vorsichtig sein sollte und wie Sie die Nachteile von Kefir minimieren. Wir betrachten die wissenschaftliche Datenlage zu Blähungen, verstecktem Zucker, Alkoholgehalt und spezifischen Risiken für Diabetiker, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Was ist Kefir? Ein kurzer Überblick

Kefir ist ein traditionelles fermentiertes Getränk, das aus Kefirknollen hergestellt wird – einer symbiotischen Kultur aus Milchsäurebakterien, Hefen und anderen Mikroorganismen. Diese Mikroben fermentieren den Zucker in Milch oder Wasser und erzeugen so ein säuerliches, leicht kohlensäurehaltiges Getränk. Das Besondere an Kefir ist seine vielfältige Mikrobenflora, die ihn von Joghurt und anderen Fermentationsprodukten unterscheidet.

Milchkefir vs. Wasserkefir – die wichtigsten Unterschiede

Die beiden Hauptvarianten unterscheiden sich grundlegend in ihrer Zusammensetzung. Milchkefir wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt und enthält Laktose sowie Milcheiweiß. Wasserkefir hingegen wird mit Zuckerwasser zubereitet und ist frei von Milchbestandteilen. Während Milchkefir meist eiweißreicher ist, hat Wasserkefir einen höheren Zuckergehalt am Ende der Fermentation, da Zucker als Ausgangsstoff dient. Beide Sorten liefern Probiotika, jedoch mit unterschiedlichen Bakterienstämmen und Hefen.

Warum Kefir so beliebt ist: Probiotika und gesundheitliche Vorteile

Studien deuten darauf hin, dass Kefir die Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung unterstützen und entzündungshemmende Eigenschaften haben könnte. Viele Menschen berichten von einer verbesserten Verträglichkeit von Laktose, einem gestärkten Immunsystem und einer allgemein besseren Darmgesundheit. Diese potenziellen Vorteile sind der Grund für die wachsende Beliebtheit – doch sie gelten nicht für jeden und sind mit den im Folgenden beschriebenen Risiken abzuwägen.


Häufige Nebenwirkungen von Kefir

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen betreffen den Verdauungstrakt. Viele Anwender berichten zu Beginn von Blähungen, Völlegefühl, Durchfall oder Bauchkrämpfen. Diese Symptome sind meist vorübergehend und hängen mit der Umstellung der Darmflora zusammen. Die lebenden Mikroorganismen im Kefir müssen sich erst im Darm etablieren, was bei empfindlichen Personen zu einer vorübergehenden Überproduktion von Gasen führen kann.

Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen ab, wenn der Körper sich an die neuen Bakterien gewöhnt hat. Halten die Symptome jedoch länger an oder sind sie sehr stark, sollten Sie die Einnahme reduzieren oder ganz pausieren. Nicht jeder Darm reagiert gleich – individuelle Faktoren wie die bestehende Mikrobiom-Zusammensetzung und die allgemeine Darmgesundheit spielen eine entscheidende Rolle.

Ein weiterer Grund für Nebenwirkungen ist der Histamingehalt. Fermentierte Lebensmittel wie Kefir enthalten biogene Amine, darunter Histamin. Menschen mit einer Histaminintoleranz können nach dem Konsum von Kefir mit Kopfschmerzen, Hautrötungen, Juckreiz oder Verdauungsproblemen reagieren. Auch Personen mit einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) vertragen Kefir oft schlecht, da die zusätzlichen Bakterien die bestehende Fehlbesiedlung verstärken können. Ein Darmflora-Test kann hier helfen, die individuelle Ausgangslage besser zu verstehen und herauszufinden, ob fermentierte Lebensmittel für Sie geeignet sind.

Der versteckte Zucker in handelsüblichem Kefir

Ein oft unterschätzter Nachteil von Kefir ist der Zuckergehalt in vielen gekauften Produkten. Während traditionell hergestellter Kefir den Milchzucker zum Großteil fermentiert, wird industriell hergestelltem Kefir häufig zusätzlicher Zucker oder Fruchtsirup beigefügt. Ein Becher Fruchtkefir kann auf diese Weise fünf bis fünfzehn Gramm zugesetzten Zucker enthalten – das entspricht teilweise zwei bis drei Würfelzucker.

Dieser zugesetzte Zucker kann die positiven Effekte der Probiotika konterkarieren. Ein hoher Zuckerkonsum fördert Entzündungsprozesse und kann das Wachstum ungünstiger Darmbakterien begünstigen. Wer Kefir wegen seiner gesundheitlichen Vorteile trinkt, sollte daher unbedingt auf die Zutatenliste achten und zu naturbelassenen, ungesüßten Sorten greifen. Produkte mit der Bezeichnung "natur" oder "pur" sind meist die bessere Wahl.

Wasserkefir enthält von Natur aus mehr Zucker als Milchkefir, da Zucker für die Fermentation benötigt wird. Während der Fermentation wird ein Teil des Zuckers von den Mikroorganismen abgebaut, aber ein Rest bleibt erhalten. Wer auf seinen Zuckerkonsum achten muss, sollte Wasserkefir daher in Maßen genießen oder selbst herstellen, um die Süße kontrollieren zu können.

Alkoholgehalt in Kefir: Was Sie wissen sollten

Durch die Hefegärung entsteht in Kefir eine geringe Menge Alkohol. Der Alkoholgehalt liegt bei Milchkefir üblicherweise unter 0,5 Prozent – das ist vergleichbar mit einem alkoholfreien Bier. Bei längerer Fermentation oder bei Wasserkefir kann der Alkoholgehalt jedoch bis zu zwei Prozent ansteigen. Dieser Wert ist zwar für die meisten Erwachsenen unbedenklich, kann aber für bestimmte Personengruppen relevant sein.

Schwangere und stillende Frauen sollten den Alkoholgehalt nicht ignorieren. Zwar gilt ein Gehalt unter 0,5 Prozent als sehr gering, aber die Datenlage zur vollständigen Unbedenklichkeit während der Schwangerschaft ist begrenzt. Auch Menschen, die Medikamente wie Disulfiram (Antabuse) einnehmen, welches auf Alkohol reagiert, sollten alkoholhaltige Getränke wie Kefir meiden oder vorher ihren Arzt konsultieren. Wer sehr empfindlich auf Alkohol reagiert, kann nach größeren Mengen Kefir Kopfschmerzen oder Übelkeit verspüren.

Wer sollte Kefir meiden oder nur in Maßen trinken?

Für die meisten gesunden Erwachsenen ist Kefir in üblichen Mengen unbedenklich. Es gibt jedoch Gruppen, für die der Konsum mit besonderen Risiken verbunden ist. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa unter Immunsuppression nach einer Organtransplantation oder bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, sollten auf lebende probiotische Kulturen verzichten oder dies nur nach ärztlicher Rücksprache tun. In seltenen Fällen können die lebenden Bakterien oder Hefen bei stark immungeschwächten Personen systemische Infektionen verursachen.

Eine schwere Laktoseintoleranz kann ebenfalls ein Grund sein, Kefir zu meiden. Zwar ist der Laktosegehalt in Milchkefir durch die Fermentation deutlich reduziert, aber Restmengen sind vorhanden. Menschen mit einer schweren Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie sollten zu Wasserkefir greifen oder gänzlich auf Kefir verzichten. Die Symptome einer Laktoseintoleranz – Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen – treten bei diesen Personen auch nach dem Genuss von Kefir auf.

Bei Histaminintoleranz und SIBO ist Vorsicht geboten. Die biogenen Amine im Kefir können bei Histaminintoleranz Beschwerden auslösen, und die zusätzlichen Bakterien können eine Dünndarmfehlbesiedlung verstärken. Schwangere Frauen sollten aufgrund des Alkoholgehalts und der unzureichenden Datenlage zu probiotischen Kulturen in der Schwangerschaft ebenfalls zurückhaltend sein und ihren Arzt befragen.

Die folgende Tabelle fasst die spezifischen Nachteile von Milchkefir und Wasserkefir für verschiedene Risikogruppen zusammen:

  • Laktoseintoleranz: Milchkefir enthält Restlaktose, Wasserkefir ist laktosefrei.
  • Milcheiweißallergie: Milchkefir ist nicht geeignet, Wasserkefir ist eine Alternative.
  • Histaminintoleranz: Beide Varianten enthalten biogene Amine, die Beschwerden auslösen können.
  • SIBO: Beide Kefir-Arten können Symptome wie Blähungen verstärken.
  • Immunschwäche: Lebende Kulturen in beiden Varianten können ein Risiko darstellen; ärztlicher Rat ist erforderlich.
  • Schwangerschaft: Milchkefir enthält weniger Alkohol, beide Varianten sollten in Maßen und nach Rücksprache konsumiert werden.
  • Zuckerkontrolle: Wasserkefir hat meist einen höheren Restzuckergehalt als ungesüßter Milchkefir.

Kefir und Diabetes: Blutzucker im Blick

Die wissenschaftliche Forschung zu Kefir und Blutzucker liefert uneinheitliche Ergebnisse. Einige Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von fermentierten Milchprodukten mit einem geringfügig niedrigeren Nüchternblutzucker einhergehen kann. Die Mechanismen sind noch nicht vollständig verstanden, könnten aber mit der verbesserten Insulinsensitivität durch bestimmte Milchsäurebakterien zusammenhängen. Es handelt sich jedoch um Beobachtungen, nicht um eindeutig belegte kausale Wirkungen.

Die größte Gefahr für Diabetiker liegt nicht im Kefir selbst, sondern im zugesetzten Zucker. Viele Fruchtkefirs enthalten viel Zucker, der den Blutzucker schnell ansteigen lässt und die potenziellen Vorteile zunichtemacht. Ein ungesüßter Naturkefir ist für Diabetiker die deutlich bessere Wahl. Dennoch sollte der Blutzuckerspiegel nach dem ersten Konsum beobachtet werden, da die Reaktion individuell unterschiedlich ausfällt.

Praktische Tipps für Diabetiker: Wählen Sie ausschließlich ungesüßten, naturbelassenen Kefir. Achten Sie auf der Zutatenliste auf Begriffe wie Zucker, Fruktosesirup oder Fruchtsaftkonzentrat. Beginnen Sie mit einer kleinen Portion von etwa 100 Millilitern und messen Sie nach zwei Stunden Ihren Blutzucker. Kombinieren Sie Kefir mit einer eiweiß- und ballaststoffreichen Mahlzeit, um den Blutzuckeranstieg zu verlangsamen. Bei Unsicherheiten sprechen Sie mit Ihrem Diabetologen, bevor Sie Kefir regelmäßig in Ihren Speiseplan aufnehmen.

Kefir während einer Chemotherapie – ein besonderes Risiko

Für Patienten mit einer Krebserkrankung, insbesondere mit Kolonkarzinom, ist Vorsicht geboten. Die allgemeine Empfehlung lautet, während einer Chemotherapie auf probiotische Lebensmittel mit lebenden Kulturen zu verzichten. Der Grund: Die lebenden Mikroorganismen könnten bei einem geschwächten Immunsystem opportunistische Infektionen verursachen. Zudem ist die Barrierefunktion des Darms während einer Chemotherapie oft beeinträchtigt, was das Risiko einer Translokation von Bakterien in die Blutbahn erhöht.

Patienten leiden häufig unter Mundschleimhautentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Die Säure des Kefirs kann gereizte Schleimhäute zusätzlich reizen und die Beschwerden verstärken. Die Wechselwirkungen zwischen Kefir und Zytostatika sind nicht ausreichend erforscht, um eine generelle Empfehlung für oder gegen den Konsum auszusprechen. Jeder Patient sollte vor dem Konsum von Kefir seinen behandelnden Onkologen konsultieren. Dieser kann auf Basis der individuellen Therapie und des Immunstatus eine fundierte Einschätzung geben.

Wechselwirkungen von Kefir mit Medikamenten

Die lebenden Mikroorganismen im Kefir können theoretisch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, auch wenn die klinische Datenlage zu konkreten Wechselwirkungen dünn ist. Besonders bei Immunsuppressiva ist Vorsicht geboten. Die probiotischen Bakterien könnten das Immunsystem stimulieren, was bei einer gewünschten Immunsuppression unerwünscht wäre. Ob dies bei den üblichen Dosen von Kefir klinisch relevant ist, ist nicht abschließend geklärt. Dennoch raten viele Ärzte Patienten unter Immunsuppression von regelmäßigem Kefirkonsum ab.

Disulfiram (Antabuse) wird zur Alkoholentwöhnung eingesetzt und führt bei gleichzeitigem Alkoholkonsum zu starken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Herzrasen. Der Alkoholgehalt in Kefir, auch wenn er gering ist, kann bei empfindlichen Personen oder bei größeren Mengen eine Reaktion auslösen. Patienten, die Disulfiram einnehmen, sollten Kefir daher meiden. Auch andere Arzneimittel, die über das Cytochrom-P450-System verstoffwechselt werden, könnten theoretisch beeinflusst werden, aber hierfür gibt es keine gesicherten klinischen Daten. Bei Einnahme von Medikamenten mit einer engen therapeutischen Breite ist ärztlicher Rat vor dem Kefirkonsum empfehlenswert.

Wie viel Kefir ist zu viel? Sichere Dosierungsempfehlungen

Die empfohlene Tagesmenge für einen gesunden Erwachsenen liegt bei etwa 100 bis 200 Millilitern pro Tag. Dies entspricht etwa einem kleinen Glas. Studien deuten darauf hin, dass diese Menge ausreicht, um von den probiotischen Vorteilen zu profitieren, ohne übermäßige Nebenwirkungen zu riskieren. Personen, die Kefir neu in ihre Ernährung aufnehmen, sollten mit noch kleineren Mengen beginnen – etwa 30 bis 50 Milliliter täglich – und die Dosis über zwei bis drei Wochen langsam steigern.

Anzeichen für einen Überkonsum sind anhaltende Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder ein allgemeines Unwohlsein im Magen-Darm-Trakt. Treten diese Symptome auf, reduzieren Sie die Menge oder machen Sie eine Pause von zwei bis drei Tagen. Der Körper gibt in der Regel deutliche Signale, wenn die Menge nicht verträglich ist. Langzeitfolgen von übermäßigem Kefir-Konsum sind nicht systematisch erforscht, aber ein dauerhaft sehr hoher Konsum könnte die natürliche Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen oder zu einer Überversorgung mit bestimmten Mineralstoffen führen.

So minimieren Sie die Nachteile von Kefir

Die gute Nachricht ist: Viele der beschriebenen Nebenwirkungen lassen sich durch einfache Maßnahmen vermeiden oder abmildern. Der wichtigste Grundsatz ist die schrittweise Einführung. Beginnen Sie mit einer kleinen Portion und steigern Sie die Menge langsam. Geben Sie Ihrem Darm Zeit, sich an die neuen Bakterien zu gewöhnen. Trinken Sie Kefir am besten zu einer Mahlzeit, nicht auf nüchternen Magen, um die Magensäure zu puffern und die Bakterien besser zu schützen.

Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend. Kaufen Sie möglichst naturbelassenen, ungesüßten Kefir ohne Fruchtzusätze. Lesen Sie die Zutatenliste sorgfältig – je kürzer, desto besser. Bei Laktoseintoleranz greifen Sie zu laktosearmen Sorten oder entscheiden Sie sich für Wasserkefir. Achten Sie auch auf das Fettprofil: Vollfettkefir enthält mehr gesättigte Fettsäuren, was für Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten relevant sein kann. Für diejenigen, die eine ketogene oder kohlenhydratarme Ernährung verfolgen, ist ungesüßter Milchkefir die bessere Wahl, da er weniger Kohlenhydrate enthält als Wasserkefir.

Checkliste: So trinken Sie Kefir sicher und verträglich

  • Beginnen Sie mit 30–50 ml pro Tag und steigern Sie die Dosis langsam.
  • Trinken Sie Kefir zu einer Mahlzeit, nicht auf nüchternen Magen.
  • Wählen Sie ungesüßten, naturbelassenen Kefir ohne Fruchtzusätze.
  • Bei Laktoseintoleranz: Greifen Sie zu Wasserkefir oder laktosearmem Milchkefir.
  • Achten Sie bei Histaminintoleranz auf die individuelle Verträglichkeit.
  • Konsultieren Sie vor dem regelmäßigen Konsum einen Arzt, wenn Sie Medikamente einnehmen oder unter einer chronischen Erkrankung leiden.
  • Reduzieren Sie die Menge oder machen Sie eine Pause, wenn Nebenwirkungen auftreten.
  • Betrachten Sie Kefir als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung, nicht als alleiniges Gesundheitsmittel.

Wichtige Erkenntnisse

  • Kefir kann Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen, die meist nach wenigen Tagen abklingen.
  • Der Zuckergehalt in handelsüblichem Kefir ist oft hoch; ungesüßte Sorten sind vorzuziehen.
  • Der Alkoholgehalt ist gering, aber für Schwangere und Personen unter Disulfiram-Therapie relevant.
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schwerer Laktoseintoleranz oder Histaminintoleranz sollten Kefir meiden oder ärztlichen Rat einholen.
  • Diabetiker profitieren möglicherweise von ungesüßtem Kefir, müssen aber den Blutzucker im Auge behalten.
  • Eine langsame Einführung und die Wahl der richtigen Kefir-Sorte minimieren die meisten Nachteile.
  • Symptome allein erlauben keine Rückschlüsse auf die genaue Ursache – eine individuelle Abklärung ist sinnvoll.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert, wenn ich jeden Tag Kefir trinke?

Bei den meisten Menschen ist ein täglicher Konsum von 100–200 ml unbedenklich. Die Darmflora kann sich positiv verändern, aber bei empfindlichen Personen können auch Blähungen oder Durchfall auftreten. Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie die Menge an.

Was sagt die Mayo Clinic zu Kefir?

Die Mayo Clinic bewertet Kefir als potenziell nützliches probiotisches Lebensmittel, weist aber auf mögliche Nebenwirkungen wie Blähungen und Krämpfe hin. Sie empfiehlt, bei Immunschwäche oder schweren Erkrankungen vor dem Konsum einen Arzt zu konsultieren.

Ist Kefir gesünder als griechischer Joghurt?

Beide haben unterschiedliche Vorzüge. Kefir enthält eine vielfältigere Mikrobenflora und mehr probiotische Stämme, während griechischer Joghurt meist mehr Eiweiß und weniger Kohlenhydrate liefert. Die Wahl hängt von Ihren individuellen Gesundheitszielen und Ihrer Verträglichkeit ab.

Wer sollte auf keinen Fall Kefir trinken?

Menschen mit schwerer Immunschwäche, einer Milcheiweißallergie oder einer akuten Pankreatitis sollten Kefir meiden. Auch bei schwerer Laktoseintoleranz und bei Histaminintoleranz ist Vorsicht geboten. Ein Arzt kann eine individuelle Einschätzung geben.

Wie lange dauern Nebenwirkungen von Kefir?

Die meisten Nebenwirkungen wie Blähungen und Völlegefühl klingen innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen ab, wenn der Körper sich an die probiotischen Kulturen gewöhnt. Bleiben die Beschwerden länger bestehen, reduzieren Sie die Dosis oder beenden Sie den Konsum.

Welche Nachteile hat Kefir für Diabetiker?

Der Hauptnachteil ist der zugesetzte Zucker in vielen handelsüblichen Produkten, der den Blutzucker erhöhen kann. Ungesüßter Naturkefir ist eine bessere Wahl, sollte aber in Maßen konsumiert und mit einer Blutzuckerkontrolle begleitet werden.

Kann Kefir Leberschäden verursachen?

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Kefir bei gesunden Menschen Leberschäden verursacht. Bei bestehenden Lebererkrankungen oder einer verminderten Leberfunktion sollte der Konsum jedoch mit einem Arzt besprochen werden, um mögliche Risiken auszuschließen.

Hat Kefir wirklich Alkohol?

Ja, durch die Hefegärung entsteht eine geringe Menge Alkohol. Milchkefir enthält meist unter 0,5 Prozent, Wasserkefir kann je nach Fermentationsdauer bis zu zwei Prozent Alkohol enthalten. Dies ist für die meisten Erwachsenen unbedenklich, aber für Schwangere und bestimmte Patientengruppen relevant.

Darf ich Kefir auf nüchternen Magen trinken?

Es ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Die Magensäure ist auf nüchternen Magen besonders aggressiv und kann einen Teil der probiotischen Bakterien abtöten. Zudem kann der Konsum ohne Nahrung bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden oder Sodbrennen auslösen.

Ist Kefir in der Schwangerschaft sicher?

Die Datenlage ist begrenzt. Aufgrund des geringen Alkoholgehalts und der lebenden Kulturen wird empfohlen, den Konsum mit dem Arzt zu besprechen. In Maßen – etwa 100 ml ungesüßter Milchkefir täglich – gilt er für die meisten Schwangeren als wahrscheinlich unbedenklich.

Fazit: Nutzen und Risiken von Kefir – eine Abwägung

Kefir ist ein vielseitiges fermentiertes Lebensmittel mit nachgewiesenen probiotischen Eigenschaften, aber keine universelle Gesundheitslösung. Die beschriebenen Kefir-Nebenwirkungen sind für die meisten Menschen mild und vorübergehend, können aber bei bestimmten Personengruppen oder bei übermäßigem Konsum stärker ausfallen. Der Schlüssel liegt in der individuellen Verträglichkeit, der bewussten Auswahl des Produkts und einer maßvollen Dosierung. Symptome wie Blähungen oder Durchfall allein erlauben keinen Rückschluss auf die genaue Ursache oder den Zustand Ihres Mikrobioms.

Wer seinen Körper gut kennt und auf die Signale achtet, kann Kefir in vielen Fällen genießen, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Für eine vertiefte Einsicht in die eigene Darmflora und die individuelle Verträglichkeit fermentierter Lebensmittel kann ein Mikrobiom-Test wertvolle Hinweise geben. Ein solcher Test liefert jedoch keine medizinische Diagnose und ersetzt nicht die ärztliche Beratung – insbesondere dann nicht, wenn Sie zu einer der genannten Risikogruppen gehören oder unter chronischen Beschwerden leiden. Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich Kefir sicher in eine ausgewogene Ernährung integrieren, ohne die Risiken zu ignorieren.

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