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Mikrobiom und Darmflora: Der Unterschied einfach erklärt

Das Mikrobiom und die Darmflora sind eng verwandt, aber nicht dasselbe. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen Darmflora, Mikrobiota und Mikrobiom, ordnet Beschwerden wie Blähungen vorsichtig ein und zeigt alltagstaugliche Möglichkeiten für eine vielfältige Ernährung. Außerdem erfahren Sie, was Probiotika leisten können, wo ihre Grenzen liegen und wann medizinischer Rat sinnvoll ist.
Is the microbiome the same as gut flora

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Nein: Das Mikrobiom ist nicht dasselbe wie die Darmflora. Mit Darmflora sind meist die Bakterien im Darm gemeint. Das Mikrobiom beschreibt umfassender die Mikroorganismen, ihr Erbgut und ihre Wechselwirkungen mit der Umgebung. Der Unterschied ist vor allem für das Verständnis von Darmgesundheit, Mikrobiom-Tests und Probiotika hilfreich.

Darmflora, Mikrobiota und Mikrobiom kurz erklärt

Die drei Begriffe werden im Alltag häufig ähnlich verwendet. Wissenschaftlich lassen sie sich jedoch grob unterscheiden:


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  • Darmflora: Ein verständlicher, traditioneller Begriff für die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm, häufig mit besonderem Fokus auf Bakterien. Die Bezeichnung ist historisch, denn Bakterien gehören nicht zum Pflanzenreich.
  • Mikrobiota: Bezeichnet die Gemeinschaft der Mikroorganismen in einem bestimmten Lebensraum. Zur Darmmikrobiota gehören unter anderem Bakterien, Viren, Pilze und Archaeen.
  • Mikrobiom: Wird meist umfassender verwendet und kann die Mikroorganismen, ihr genetisches Material sowie ihre Funktionen und Wechselwirkungen im jeweiligen Lebensraum einschließen.
Einfach gemerkt: Die Darmflora ist ein älterer Alltagsbegriff. Die Mikrobiota beschreibt die Mikroorganismen selbst. Das Mikrobiom meint das umfassendere mikrobielle System.

Was ist der wichtigste Unterschied?

Die Begriffe beantworten unterschiedliche Fragen:

  • Mikrobiota oder Darmflora: Welche Mikroorganismen leben im Darm?
  • Mikrobiom: Welche Gene, Stoffwechselprodukte, Funktionen und Wechselwirkungen gehören zu diesem mikrobiellen System?

Das Darmmikrobiom ist kein statisches Sammelbecken mit ausschließlich guten oder schlechten Bakterien. Es ist ein dynamisches Ökosystem, das von Ernährung, Alter, Medikamenten, Lebensstil und vielen weiteren Faktoren beeinflusst wird. Die Zusammensetzung und Funktion können sich außerdem zwischen Menschen deutlich unterscheiden.


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Warum werden die Begriffe oft synonym verwendet?

Darmflora ist kurz, anschaulich und in Medien weit verbreitet. Mikrobiota und Mikrobiom sind dagegen präzisere Fachbegriffe, deren Verwendung je nach Studie oder Kontext leicht variieren kann. Deshalb ist nicht jede alltägliche Verwendung von Darmflora automatisch falsch. Wichtig ist, den jeweiligen Zusammenhang zu verstehen und aus einem Begriff keine medizinische Diagnose abzuleiten.

Was bedeutet eine Dysbiose?

Als Dysbiose wird eine mögliche Veränderung oder ein Ungleichgewicht der mikrobiellen Gemeinschaft bezeichnet. Der Begriff ist jedoch nicht einheitlich definiert und beschreibt keine eigenständige Diagnose. Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder ein veränderter Stuhlgang können viele verschiedene Ursachen haben.

Auch Müdigkeit, Hautbeschwerden oder häufige Infekte lassen sich nicht allein auf das Darmmikrobiom zurückführen. Bei anhaltenden, starken oder zunehmenden Beschwerden, Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust, Fieber oder nächtlichen Schmerzen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Was können Mikrobiom-Tests zeigen?

Ein Stuhltest kann je nach Verfahren Hinweise darauf geben, welche Mikroorganismen in einer Probe nachweisbar sind. DNA-basierte Verfahren untersuchen beispielsweise genetische Signaturen von Mikroorganismen. Daraus können unter bestimmten Voraussetzungen Hinweise auf die Zusammensetzung und Vielfalt abgeleitet werden.

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Ein solcher Test bildet jedoch nur eine Momentaufnahme ab. Ergebnisse lassen sich nicht immer eindeutig mit Beschwerden oder einem bestimmten Gesundheitszustand gleichsetzen. Ein Mikrobiom-Test ersetzt deshalb weder eine ärztliche Untersuchung noch eine medizinische Diagnose. Weitere Informationen finden Sie im Darmflora-Testkit mit Ernährungsberatung.

Probiotika und Darmflora: Was ist sinnvoll zu wissen?

Probiotika sind Produkte mit lebenden Mikroorganismen. Je nach Stamm und Anwendungsbereich können sie bei manchen Menschen bestimmte Darmfunktionen unterstützen. Die Wirkung ist jedoch nicht für jedes Produkt, jede Person oder jedes Beschwerdebild gleich. Probiotika ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine ärztlich empfohlene Behandlung.

Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi können lebende Kulturen enthalten. Nicht jedes fermentierte Lebensmittel erfüllt jedoch automatisch die wissenschaftliche Definition eines Probiotikums. Entscheidend sind unter anderem die enthaltenen Mikroorganismen, ihre Menge und ihre Eigenschaften.


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So können Sie Ihre Darmgesundheit im Alltag unterstützen

Es gibt keine allgemeingültige Methode, mit der sich das Mikrobiom gezielt optimieren lässt. Einige allgemein sinnvolle Gewohnheiten können die Darmgesundheit unterstützen:

  1. Vielfältig essen: Kombinieren Sie, soweit Sie es vertragen, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Eine schrittweise Steigerung von Ballaststoffen kann hilfreich sein, wenn Sie bisher wenig davon essen.
  2. Ballaststoffe ausreichend trinken: Trinken Sie passend zu Ihrem persönlichen Bedarf. Bei bestimmten Erkrankungen oder Beschwerden sollten Sie Ernährungsänderungen mit einer Fachperson besprechen.
  3. Fermentierte Lebensmittel individuell ausprobieren: Naturjoghurt, Kefir oder Gemüsefermente können eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen. Bei Unverträglichkeiten müssen sie nicht gegessen werden.
  4. Bewegung und Schlaf berücksichtigen: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und ein möglichst verlässlicher Tagesrhythmus gehören zu einer darmfreundlichen Lebensweise.
  5. Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen: Antibiotika sind bei bestimmten bakteriellen Infektionen wichtig. Nehmen Sie sie nur wie verordnet ein und besprechen Sie Fragen zu Probiotika oder Ernährung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Häufige Fragen zum Mikrobiom

Welches Mikrobiom ist bei Neurodermitis relevant?

Bei Neurodermitis wird unter anderem die Darm-Haut-Achse erforscht. Derzeit gibt es jedoch kein eindeutig festgelegtes Mikrobiom, das bei allen Betroffenen als Ursache oder Lösung gilt. Eine ausgewogene Ernährung kann die allgemeine Gesundheit unterstützen, ersetzt aber keine dermatologische Behandlung. Bei Neurodermitis sollten Sie sich an Ihre Hautärztin oder Ihren Hautarzt wenden.

Welches Probiotikum ist in der Schwangerschaft geeignet?

In der Schwangerschaft sollte ein Probiotikum nicht pauschal empfohlen werden. Die Sicherheit kann vom konkreten Produkt, den enthaltenen Stämmen, der Dosierung und Ihrer persönlichen Situation abhängen. Besprechen Sie die Einnahme daher vorab mit Ihrer Gynäkologin, Ihrem Gynäkologen oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht eigenständig als Behandlung eingesetzt werden.

Sind Probiotika bei Morbus Crohn gut?

Für Menschen mit Morbus Crohn gibt es keine allgemeine Probiotika-Empfehlung, die für alle Situationen gilt. Die Erkrankung und ihre Behandlung sind individuell. Probiotika sollten nicht anstelle einer verordneten Therapie verwendet werden. Fragen Sie Ihr gastroenterologisches Behandlungsteam, bevor Sie ein entsprechendes Produkt beginnen.

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Welche Probiotika helfen bei Asthma?

Probiotika sind keine etablierte Standardbehandlung für Asthma. Ein bestimmtes Produkt lässt sich daher nicht allgemein empfehlen. Asthma sollte nach dem persönlichen Behandlungsplan medizinisch betreut werden. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht ab und besprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Kann man das Mikrobiom selbst beeinflussen?

Lebensstil und Ernährung können die Bedingungen im Darm beeinflussen, aber eine gezielte Veränderung lässt sich nicht sicher garantieren. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind meist sinnvoller als einseitige Versprechen für einzelne Produkte. Wenn bestimmte Lebensmittel Beschwerden auslösen, sollten Sie nicht dauerhaft ganze Lebensmittelgruppen meiden, ohne dies fachlich abzuklären.

Das Wichtigste auf einen Blick

Mikrobiom und Darmflora sind nicht identisch: Darmflora ist ein traditioneller Begriff, Mikrobiota beschreibt die Mikroorganismen und Mikrobiom umfasst das weiter gefasste mikrobielle System mit genetischem Material und Funktionen. Für die Darmgesundheit sind Vielfalt, eine ausgewogene Ernährung und eine realistische Einordnung von Tests und Probiotika wichtiger als einfache Einteilungen in gute und schlechte Bakterien. Bei medizinisch auffälligen oder anhaltenden Beschwerden ist professionelle Beratung entscheidend.

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