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Mikrobiom bei Autoimmunerkrankungen: Zusammenhänge und Tipps

Das Mikrobiom bei Autoimmunerkrankungen steht mit Darmbarriere und Immunsystem in Verbindung, doch beobachtete Veränderungen beweisen keine eindeutige Ursache. Dieser Überblick erklärt die Darm-Immun-Achse, Immunmodulation und Darmdurchlässigkeit und zeigt, was eine abwechslungsreiche Ernährung leisten kann. Außerdem erfahren Sie, warum Probiotika, Intervallfasten und Mikrobiom-Tests nicht für alle geeignet sind und wann eine ärztliche Beratung wichtig ist.
The Gut-Immune Axis: Exploring the Gut Microbiomes Role in Autoimmune Disease

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Kurzantwort: Das Mikrobiom bei Autoimmunerkrankungen wird erforscht, weil Darmmikroorganismen, Darmschleimhaut und Immunsystem miteinander kommunizieren. Bei einigen Erkrankungen wurden Unterschiede im Mikrobiom beobachtet. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass das Mikrobiom die Erkrankung verursacht oder eine bestimmte Ernährung sie heilen kann. Eine abwechslungsreiche Ernährung, die eigene Verträglichkeit und die medizinisch begleitete Behandlung bleiben die wichtigsten praktischen Bezugspunkte.

Was ist die Darm-Immun-Achse?

Die Darm-Immun-Achse beschreibt das Zusammenspiel zwischen Verdauungstrakt, Darmmikrobiom, Darmschleimhaut und Immunsystem. Zum Darmmikrobiom gehören unter anderem Bakterien, Viren und Pilze. Sie verarbeiten bestimmte Bestandteile der Nahrung, bilden Stoffwechselprodukte und stehen über verschiedene Signale mit Zellen der Darmschleimhaut und des Immunsystems in Verbindung.

Die Darmbarriere lässt Nährstoffe passieren und hält viele unerwünschte Bestandteile zurück. Zusammen mit Schleimhaut, Immunzellen und der normalen Darmbewegung trägt sie dazu bei, harmlose Reize von potenziell schädlichen Erregern zu unterscheiden. Dieses System ist jedoch nicht vollständig vom restlichen Körper getrennt: Ernährung, Medikamente, Infektionen, Stress, Schlaf, Genetik und andere Lebensstilfaktoren können sich gegenseitig beeinflussen.


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Welche Rolle spielt das Mikrobiom bei Autoimmunerkrankungen?

Bei rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose und Typ-1-Diabetes wurden in Studien Unterschiede in der Zusammensetzung oder Funktion des Mikrobioms beschrieben. Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen werden solche Zusammenhänge untersucht. Die bisherigen Befunde zeigen überwiegend eine Assoziation. Sie beweisen nicht automatisch eine Ursache-Wirkung-Beziehung.

Das ist wichtig, weil mehrere Faktoren das Mikrobiom gleichzeitig verändern können. Dazu gehören die Erkrankung selbst, Medikamente, Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität, Alter, Umwelt und genetische Voraussetzungen. Es ist daher oft unklar, ob eine mikrobielle Veränderung zur Erkrankung beiträgt, durch sie entsteht oder nur gemeinsam mit anderen Veränderungen auftritt.

Mikrobielle Stoffwechselprodukte können Signale an Darm- und Immunzellen senden. Dadurch könnten sie zur Regulation von Immunreaktionen und zur Aufrechterhaltung von Toleranz beitragen. Andere Veränderungen könnten mit einer stärkeren Immunaktivierung verbunden sein. Welche Mikroorganismen dabei günstig oder ungünstig sind, hängt wahrscheinlich von der Person, dem gesamten Mikrobiom und der jeweiligen Erkrankung ab. Einzelne Bakterien sind deshalb keine einfache Erklärung für individuelle Beschwerden.


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Was bedeutet Immunmodulation?

Immunmodulation bedeutet, dass eine Immunreaktion verändert oder reguliert wird. Gemeint sein können die Aktivierung, Abschwächung oder gezieltere Steuerung bestimmter Immunprozesse. Im Zusammenhang mit dem Darm beschreibt der Begriff die mögliche Beeinflussung von Immunzellen durch Mikrobiom, Darmschleimhaut und mikrobielle Stoffwechselprodukte.

Immunmodulation ist nicht gleichbedeutend mit einer pauschalen Stärkung des Immunsystems. Bei Autoimmunerkrankungen wäre eine unspezifische Aktivierung nicht automatisch hilfreich. Welche Behandlung oder Veränderung sinnvoll ist, hängt von der Diagnose und dem individuellen Verlauf ab und sollte mit qualifizierten medizinischen Fachpersonen besprochen werden.

Darmbarriere und Darmdurchlässigkeit: Was bedeutet Leaky Gut?

Die Darmdurchlässigkeit, auch intestinale Permeabilität genannt, beschreibt, wie leicht bestimmte Stoffe die Darmbarriere passieren können. Eine veränderte Barrierefunktion wird bei verschiedenen Erkrankungen wissenschaftlich untersucht und kann mit Entzündungsprozessen zusammenhängen. Der umgangssprachliche Ausdruck Leaky Gut bezeichnet jedoch kein einheitlich diagnostiziertes Krankheitsbild und erklärt nicht automatisch Verdauungsbeschwerden oder eine Autoimmunerkrankung.

Für eine vermeintliche Darmbarriere-Störung gibt es keinen allgemein anerkannten Selbsttest, der eine zuverlässige Diagnose ermöglicht. Kommerzielle Tests können einzelne Messwerte liefern, deren medizinische Bedeutung und Referenzbereiche jedoch nicht einheitlich sind. Ein auffälliges Ergebnis sollte daher nicht eigenständig zu einer strengen Diät, Nahrungsergänzung oder Änderung einer Behandlung führen.

Bei anhaltenden oder zunehmenden Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust, Fieber, starkem Durchfall oder einer deutlichen Verschlechterung bekannter Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

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Ernährung für Darm und Immunsystem

Eine abwechslungsreiche Ernährung kann die Versorgung mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützen und eine vielfältige Darmumgebung fördern. Sie ist jedoch keine eigenständige Behandlung einer Autoimmunerkrankung. Sinnvoll ist meist ein alltagstauglicher Ansatz, der die persönliche Verträglichkeit und den Nährstoffbedarf berücksichtigt.

  • Bevorzugen Sie, sofern verträglich, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte.
  • Variieren Sie pflanzliche Lebensmittel, statt sich auf einzelne Superfoods oder vermeintlich heilende Zutaten zu konzentrieren.
  • Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie sind nicht für alle Menschen verträglich und ersetzen keine Therapie.
  • Reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel, wenn sie einen großen Teil Ihrer Ernährung ausmachen, ohne vorschnell ganze Lebensmittelgruppen auszuschließen.
  • Dokumentieren Sie vermutete Unverträglichkeiten möglichst zeitlich begrenzt und mit fachlicher Unterstützung. Strenge Ausschlussdiäten können zu Mangelversorgung und unnötigen Einschränkungen führen.

Bei einer diagnostizierten Autoimmunerkrankung sollten größere Ernährungsumstellungen, Nahrungsergänzungsmittel und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden.

Intervallfasten und Autoimmunerkrankungen

Intervallfasten kann für manche Menschen eine Struktur für die Mahlzeiten schaffen. Die derzeitige Forschung reicht jedoch nicht aus, um es allgemein zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen zu empfehlen. Längere Fastenintervalle sind nicht automatisch besser und können Schwindel, Unterversorgung oder Probleme bei der Einnahme von Medikamenten begünstigen.

Wer fasten möchte, sollte auf ausreichende Flüssigkeit und eine nährstoffreiche Ernährung innerhalb der Essenszeiten achten und das Vorhaben vorher medizinisch besprechen. Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Essstörungen oder Untergewicht sowie Personen mit Diabetes oder Medikamenten, die zu festen Zeiten oder mit Nahrung eingenommen werden müssen, sollten nicht ohne professionelle Begleitung fasten.

Probiotika bei Autoimmunerkrankungen: Warum ist Vorsicht sinnvoll?

Kardiologinnen und Kardiologen warnen nicht grundsätzlich vor allen Probiotika. Die Vorsicht bezieht sich vor allem darauf, dass Produkte unterschiedliche Mikroorganismen, Kombinationen und Dosierungen enthalten und ihre Wirkung vom Anwendungszweck und von der Person abhängt. Ein Probiotikum ist daher nicht automatisch für jede Person geeignet und nicht gleichbedeutend mit einer Behandlung der Ursache.


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Bei schwerer Erkrankung, stark geschwächtem Immunsystem, bestimmten Krankenhausbehandlungen oder einem zentralen Venenkatheter können besondere Risiken bestehen. Auch bei chronischen Erkrankungen oder der Einnahme immunsuppressiver Medikamente sollte die Auswahl eines Produkts medizinisch abgeklärt werden. Probiotika ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch eine verordnete Therapie.

Fragen Sie vor der Einnahme fachlich nach, wenn Sie ein Produkt gezielt wegen einer Autoimmunerkrankung verwenden möchten, häufige Beschwerden haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen. Bei Fieber, starker Verschlechterung, heftigen Schmerzen oder anderen alarmierenden Symptomen ist medizinische Hilfe wichtiger als ein Selbstversuch mit Probiotika.

Was können Mikrobiom-Tests leisten?

Ein Mikrobiom-Test aus einer Stuhlprobe kann eine Momentaufnahme der nachweisbaren Mikroorganismen liefern. Das Ergebnis ist jedoch nicht automatisch ein Maß für Darmgesundheit und eignet sich allein nicht zur Diagnose, Prognose oder Behandlung einer Autoimmunerkrankung. Referenzwerte, Testverfahren und die Bedeutung einzelner Befunde sind nicht für alle Anbieter einheitlich.

Wenn Sie einen Test nutzen, sollten Sie das Ergebnis im Zusammenhang mit Beschwerden, Ernährung, Medikamenten und ärztlichen Befunden betrachten. Personalisierte Ernährungshinweise können Anregungen geben, ersetzen aber keine medizinische Beurteilung. Setzen Sie wegen eines Testergebnisses keine Medikamente ab und beginnen Sie keine stark einschränkende Diät ohne fachliche Beratung.

Was lässt sich im Alltag sinnvoll beachten?

  1. Beobachten statt vorschnell bewerten: Notieren Sie Beschwerden, Ernährung und mögliche Auslöser über einen begrenzten Zeitraum, ohne einzelne Lebensmittel sofort als Ursache festzulegen.
  2. Vielfalt anstreben: Bauen Sie, soweit verträglich, verschiedene pflanzliche Lebensmittel und ausreichende Ballaststoffe in Ihre Mahlzeiten ein.
  3. Veränderungen einzeln vornehmen: So lässt sich besser erkennen, was Sie vertragen. Mehrere strenge Maßnahmen gleichzeitig erschweren die Einordnung.
  4. Diagnosen fachlich klären: Anhaltende Beschwerden sollten medizinisch untersucht werden, statt sie allein dem Mikrobiom oder einem Leaky Gut zuzuschreiben.
  5. Behandlungen abstimmen: Besprechen Sie Fasten, Probiotika, Supplemente und größere Ernährungsänderungen mit Ihrem Behandlungsteam.

Häufige Fragen

Wie spielt die Darmflora eine Rolle bei der Immunabwehr?

Die Darmflora, heute meist Darmmikrobiom genannt, steht mit der Darmschleimhaut und Immunzellen in Kontakt. Mikrobielle Stoffwechselprodukte können zur Regulation von Immunreaktionen beitragen. Gemeinsam mit der Darmbarriere unterstützt dieses System die Abwehr potenzieller Krankheitserreger. Daraus folgt jedoch nicht, dass einzelne Bakterien allein die Immunabwehr steuern oder ein bestimmtes Produkt sie zuverlässig verbessert.

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Welche Rolle spielt das Mikrobiom bei Autoimmunerkrankungen?

Studien bringen Veränderungen des Mikrobioms mit mehreren Autoimmun- und entzündlichen Erkrankungen in Verbindung. Je nach Erkrankung ist noch nicht abschließend geklärt, ob diese Veränderungen Ursache, Folge oder Begleiterscheinung sind. Das Mikrobiom ist deshalb ein wichtiger Forschungsbereich, aber keine alleinige Erklärung für individuelle Beschwerden und kein Ersatz für eine Diagnose.

Was bedeutet Immunmodulation?

Immunmodulation bezeichnet die Veränderung oder Regulierung einer Immunreaktion. Im Darm kann sie durch das Zusammenspiel von Mikrobiom, Darmbarriere und Immunzellen beeinflusst werden. Der Begriff beschreibt keinen bestimmten Therapieerfolg und sollte nicht mit einer pauschalen Stärkung des Immunsystems gleichgesetzt werden.

Warum warnen Kardiologen vor Probiotika?

Es gibt keine pauschale Warnung vor allen Probiotika. Ärztliche Vorsicht ist sinnvoll, weil sich Produkte unterscheiden und bei schwer erkrankten oder stark immungeschwächten Menschen besondere Risiken bestehen können. Wer Medikamente einnimmt, chronisch krank ist oder ein Probiotikum gezielt einsetzen möchte, sollte die Einnahme vorher medizinisch besprechen.

Wann sollte ich Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson, wenn Beschwerden anhalten, stärker werden oder Blut im Stuhl, ungeklärter Gewichtsverlust, hohes Fieber, starke Schmerzen oder ausgeprägte Schwäche auftreten. Bei einer bestehenden Autoimmunerkrankung sollten Änderungen an Medikamenten, Nahrungsergänzung oder Ernährung abgestimmt werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Darmmikrobiom, die Darmbarriere und das Immunsystem beeinflussen sich gegenseitig.
  • Zusammenhänge mit Autoimmunerkrankungen sind belegt als Forschungsgegenstand, beweisen aber keine einfache Ursache.
  • Eine vielfältige, ballaststoffreiche Ernährung kann die allgemeine Darmgesundheit unterstützen.
  • Probiotika, Intervallfasten und Mikrobiom-Tests sind nicht für alle Menschen geeignet.
  • Kein Test, Nahrungsergänzungsmittel oder Ernährungskonzept ersetzt die medizinische Diagnose und Behandlung.

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