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Darmbakterien und Stoffwechsel: 8 Arten im Überblick

Darmbakterien und Stoffwechsel stehen miteinander in Verbindung, unter anderem über die Verarbeitung von Ballaststoffen und die Bildung kurzkettiger Fettsäuren. Dieser Ratgeber stellt acht häufig diskutierte Darmbewohner vor und erklärt, was über ihren möglichen Einfluss bekannt ist. Außerdem erfährst du, wie eine vielfältige Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement das Mikrobiom allgemein unterstützen können – ohne einzelne Bakterien gezielt garantieren zu müssen.
8 Types of Gut Bacteria That Influence Your Metabolism

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Darmbakterien und Stoffwechsel beeinflussen sich gegenseitig, aber das Mikrobiom ist nur ein Faktor neben Ernährung, Bewegung, Genetik, Schlaf und anderen Lebensbedingungen. Darmmikroorganismen verarbeiten unter anderem unverdauliche Ballaststoffe und bilden dabei kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat. Diese Stoffe können an der Darmbarriere und an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt sein. Welche Arten vorkommen und wie aktiv sie sind, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch.

Im Folgenden lernst du acht häufig diskutierte Darmbewohner kennen. Die genannten Zusammenhänge stammen überwiegend aus Beobachtungs- und mechanistischen Studien. Sie bedeuten daher nicht, dass ein einzelnes Bakterium automatisch einen schnelleren Stoffwechsel, eine Gewichtsabnahme oder einen bestimmten Blutzuckerwert bewirkt.

Wie Darmbakterien den Stoffwechsel beeinflussen können

Viele Darmbakterien bauen Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel ab, die der Dünndarm nicht vollständig verdaut. Bei dieser Fermentation entstehen kurzkettige Fettsäuren. Butyrat dient beispielsweise als Energiequelle für bestimmte Zellen der Darmschleimhaut. Acetat und Propionat können ebenfalls als Signal- und Energiestoffe im Körper wirken.


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Das Mikrobiom steht außerdem mit der Darmbarriere, der Verarbeitung von Gallensäuren und Signalen rund um Appetit und Sättigung in Verbindung. Daraus lassen sich interessante Forschungsansätze ableiten, aber keine einfache Regel wie die Aussage, ein bestimmtes Bakterium aktiviere den Stoffwechsel. Entscheidend ist meist das Zusammenspiel vieler Mikroorganismen und die Ernährung, die sie erreicht.

Acht Darmbewohner mit möglicher Bedeutung

1. Akkermansia muciniphila

Akkermansia muciniphila nutzt Bestandteile der Schleimschicht im Darm. In Studien wird ihr Vorkommen unter anderem mit der Funktion der Darmbarriere und bestimmten Stoffwechselmarkern in Verbindung gebracht. Polyphenolreiche Lebensmittel wie Beeren, Gemüse, Nüsse und grüner Tee können Teil einer insgesamt vielfältigen Ernährung sein. Sie garantieren jedoch keine Zunahme dieser Art.


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2. Bifidobakterien

Bifidobakterien gehören zu den gut untersuchten Darmbakterien, besonders in bestimmten Lebensphasen. Sie können ausgewählte Ballaststoffe verarbeiten und dabei unter anderem Milchsäure und Acetat bilden. Diese Stoffe können wiederum anderen Mikroorganismen als Ausgangsstoff dienen. Hafer, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst liefern unterschiedliche Ballaststoffe, die solche Netzwerke unterstützen können.

3. Faecalibacterium prausnitzii

Faecalibacterium prausnitzii zählt zu den Butyrat bildenden Bakterien. Sein Vorkommen wird in der Forschung mit Ernährung, Darmumgebung und verschiedenen Gesundheitsmerkmalen untersucht. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Kost mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst unterstützt grundsätzlich die Vielfalt der fermentierenden Bakterien.

4. Laktobazillen

Laktobazillen können Milchsäure bilden und kommen in unterschiedlichen Lebensmitteln und Präparaten je nach Stamm in verschiedenen Mengen vor. Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt oder Kefir können eine sinnvolle Ergänzung sein, sofern du sie verträgst. Die Wirkung von Probiotika ist stammspezifisch und lässt sich nicht pauschal auf alle Laktobazillen übertragen.

5. Roseburia

Arten der Gattung Roseburia können Butyrat bilden und werden häufig mit einer ballaststoffreichen Ernährung in Verbindung gebracht. Kurzkettige Fettsäuren können an Signalen rund um Sättigung und Energieverwertung beteiligt sein. Daraus folgt aber nicht, dass Roseburia allein das Hungergefühl oder das Körpergewicht steuert.

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6. Bacteroides

Bacteroides-Arten sind vielseitige Verwerter verschiedener Bestandteile der Nahrung, darunter pflanzliche Polysaccharide. Sie können unter anderem Propionat bilden. Die Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel hängen von der jeweiligen Art, der Ernährung und dem gesamten Mikrobiom ab. Eine pflanzenbetonte und abwechslungsreiche Kost liefert viele unterschiedliche Substrate.

7. Prevotella

Bestimmte Prevotella-Arten kommen bei Menschen mit unterschiedlichen Ernährungsweisen in verschiedenen Mengen vor. Sie können komplexe Kohlenhydrate verarbeiten. Ein höheres Vorkommen ist deshalb nicht automatisch besser: Die Bedeutung hängt von Art, Umfeld und individuellen Eigenschaften des Mikrobioms ab.

8. Methanobrevibacter smithii

Methanobrevibacter smithii ist kein Bakterium, sondern ein Archaeon. Es kann Wasserstoff und Kohlendioxid aus der Fermentation nutzen und dadurch das mikrobielle Stoffwechselnetzwerk beeinflussen. Beobachtete Zusammenhänge mit Körpergewicht oder Verdauung sind nicht gleichbedeutend mit einer direkten Ursache. Aus einem einzelnen Testergebnis lässt sich daher keine persönliche Empfehlung ableiten.

Was du für ein vielfältiges Mikrobiom tun kannst

Du musst keine einzelne Bakterienart gezielt vermehren. Sinnvoller ist es, die Ernährung und den Lebensstil insgesamt möglichst vielfältig und verträglich zu gestalten.


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  1. Ballaststoffe langsam steigern: Baue Hafer, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen regelmäßig ein. Wenn du bisher wenig Ballaststoffe isst, erhöhe die Menge schrittweise und trinke ausreichend, damit sich die Verdauung anpassen kann.
  2. Vielfalt statt einzelner Superfoods: Unterschiedliche pflanzliche Lebensmittel liefern unterschiedliche Ballaststoffe. Zwiebeln, Knoblauch, Spargel, Chicorée und Topinambur enthalten beispielsweise präbiotische Bestandteile wie Inulin, werden aber nicht von allen Menschen gleich gut vertragen.
  3. Fermentierte Lebensmittel ausprobieren: Naturjoghurt, Kefir, Kimchi oder pasteurisiertes und anschließend nicht erhitztes Sauerkraut können fermentierte Kulturen enthalten. Prüfe bei verpackten Produkten die Zutatenliste und beginne mit kleinen Portionen, wenn du empfindlich reagierst.
  4. Regelmäßig bewegen: Ausdauer- und Krafttraining unterstützen die allgemeine Gesundheit. Ein direkter, bei allen Menschen gleicher Effekt auf das Mikrobiom ist jedoch nicht garantiert.
  5. Schlaf und Stress berücksichtigen: Regelmäßiger Schlaf und alltagstaugliche Entspannung können die allgemeine Stoffwechselgesundheit unterstützen. Chronischer Stress und Schlafmangel können Verdauung und Wohlbefinden beeinträchtigen.
  6. Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen: Antibiotika können das Mikrobiom vorübergehend verändern. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und frage bei Beschwerden nach der Behandlung eine medizinische Fachperson um Rat.

Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Was ist der Unterschied?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in bestimmten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen können. Ihre mögliche Wirkung hängt vom konkreten Stamm, der Menge und der jeweiligen Situation ab. Präbiotika sind unverdauliche Bestandteile, die von bestimmten Darmmikroorganismen genutzt werden können. Synbiotika kombinieren Probiotika und Präbiotika.

Keiner dieser Begriffe bedeutet automatisch, dass ein Produkt den Stoffwechsel ankurbelt oder Beschwerden behandelt. Bei Vorerkrankungen, einer geschwächten Immunabwehr, Schwangerschaft oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme solltest du Nahrungsergänzungsmittel vorher medizinisch abklären.

Kann ein Mikrobiom-Test helfen?

Ein Mikrobiom-Test kann zeigen, welche mikrobiellen Signale oder DNA-Abschnitte in einer eingesandten Probe nachweisbar waren. Das Ergebnis ist jedoch eine Momentaufnahme. Testmethoden, Referenzbereiche und die Aussagekraft für individuelle Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich. Für viele Befunde gibt es keine klar festgelegte Maßnahme.

Ein solcher Test ersetzt weder eine Diagnose noch eine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden, starken oder zunehmenden Beschwerden, Blut im Stuhl, Fieber, unbeabsichtigten Gewichtsveränderungen oder deutlicher Müdigkeit solltest du ärztlichen Rat einholen.

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Häufige Fragen zu Darmbakterien und Stoffwechsel

Beeinflussen Darmbakterien mein Gewicht?

Sie können an der Verarbeitung von Nahrung, an der Bildung bestimmter Stoffwechselprodukte sowie an Signalen rund um Appetit und Sättigung beteiligt sein. Das Körpergewicht wird aber von vielen Faktoren beeinflusst. Ein Mikrobiom-Test oder die Förderung eines einzelnen Bakteriums ist deshalb keine verlässliche Methode zur Gewichtsabnahme.

Kann ich meinen Stoffwechsel mit Probiotika ankurbeln?

Eine pauschale Wirkung ist nicht belegt. Probiotika wirken, wenn überhaupt, stammspezifisch und können je nach Person unterschiedlich vertragen werden. Sie ersetzen keine ausgewogene Ernährung, Bewegung oder medizinische Behandlung.

Wie schnell verändert sich die Darmflora?

Die Zusammensetzung des Mikrobioms kann auf Ernährungs- und Lebensstiländerungen reagieren. Zeitpunkt und Ausmaß unterscheiden sich jedoch stark. Einzelne kurzfristige Veränderungen sind nicht automatisch dauerhaft oder gesundheitlich bedeutsam. Regelmäßigkeit und Verträglichkeit sind wichtiger als schnelle Versprechen.

Fazit

Darmbakterien und Stoffwechsel sind über Ballaststoffverwertung, kurzkettige Fettsäuren und weitere Signale miteinander verbunden. Die acht vorgestellten Darmbewohner zeigen, wie vielfältig diese Beziehungen sind. Unterstützen kannst du dein Mikrobiom vor allem mit einer abwechslungsreichen, ballaststoffreichen Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und einem passenden Umgang mit Stress. Bei anhaltenden oder beunruhigenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung der richtige Schritt.

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